Preiserhöhungen zum 1. November 2017 Billiger Busfahren in Osnabrück mit neuen Handytickets

Von Sebastian Stricker


sst Osnabrück. Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) hebt zum 1. November 2017 die Busfahrpreise an. Ausnahmen gelten im Osnabrücker Stadtbusnetz: Hier bezahlen Kunden künftig weniger, wenn sie die neuen Handytickets nutzen.

Die digitalen Fahrscheine werden ebenfalls zum Monatswechsel in der Preisstufe 0 (Osnabrück/Belm) eingeführt. Über die Smartphone-App „VOS Pilot“ sind sie zunächst in acht Varianten erhältlich. Und wer sie kauft, kann bares Geld sparen. Denn Handytickets bleiben von der Tariferhöhung weitgehend verschont. Anders gesagt: Teurer werden in der Regel nur die herkömmlichen Busfahrkarten aus Papier. (Weiterlesen: Sieben Dinge, die man übers Busfahren in Osnabrück wissen muss)

Ein Fahrschein, zwei Preise

Beispiel Einzelticket: Nach Angaben der Stadtwerke Osnabrück verteuert es sich in der gedruckten Version zum 1. November 2017 um 10 Cent auf 2,80 Euro. Als Handyticket kostet der Fahrschein weiterhin 2,70 Euro. Auch für das Tagesticket (5,40 bzw. 5,60 Euro) und das Tagesticket Familie (6,60 bzw. 6,90 Euro) gelten künftig zwei Preise –der alte, niedrigere auf dem digitalen Vertriebsweg und der neue, höhere auf dem analogen. Ebenso verhält es sich beim Monatsticket (56,80 bzw. 57,50 Euro) sowie beim Schüler-Monatsticket (42,60 bzw. 43,10 Euro). (Weiterlesen: Osnabrücker Schülerjahresticket preiswert aufmotzen – so geht‘s)

Hingegen sind für das Wochenticket (bislang 17,20 Euro) künftig 70 Cent bzw. 1,40 Euro mehr fällig. Für das Schüler-Wochenticket (bislang 12,90 Euro) steigt der Preis um 50 Cent bzw. 1 Euro. Gleich bleiben allein die Kosten für das zu Jahresbeginn eingeführte Kurzstreckenticket (1,50 Euro). (Weiterlesen: Ab 2017 billige Bustickets für Familien und Senioren in Osnabrück)

Die Preiserhöhungen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) zum 1. November 2017 in der Übersicht. Im Abo-Segment wird weitestgehend auf Preisanhebungen verzichtet. Insgesamt steigen die Preise über alle Tickets in den Stufen 1 bis 9 um zwei Prozent. Das gilt als moderat. Grafik: Stadtwerke Osnabrück/VOS

Weniger Zeitverlust an der Haltestelle

„Handytickets sollen prinzipiell und bis auf Weiteres billiger sein als Fahrscheine aus Papier“, verspricht Werner Linnenbrink, bei den Stadtwerken Osnabrück verantwortlich für das Mobilitätsangebot. Der Preisvorteil solle möglichst viele Kunden dazu bringen, die digitalen Fahrscheine zu nutzen. So könnten Busfahrer vom Ticketverkauf entlastet werden, was Haltezeiten verringere und den öffentlichen Nahverkehr insgesamt beschleunige.

Weiterer Pluspunkt: Mit Einführung der Handytickets werden in Osnabrück endlich auch Monatstickets via VOS-Pilot-App im (bargeldlosen) Vorverkauf erhältlich sein. So können Nutzer bald auf eine umständliche, schlimmstenfalls sogar kostenpflichtige Extra-Busfahrt zum Mobilitätszentrum am Neumarkt verzichten, wo sich bislang die einzige Ausgabestelle in der ganzen Stadt für diese Sorte Fahrschein befindet. (Weiterlesen: Spartipp für Osnabrück: 9-Uhr-Tagesticket im Westfalentarif)

Nie mehr bezahlen als nötig

„Das Smartphone wird zum Fahrkartenautomaten in der Hosentasche“, sagt Linnenbrink, „den hat jeder mit. Einfacher geht es nicht!“ Oder doch? Handytickets sind schließlich nur der Beginn einer digitalen Revolution im Osnabrücker ÖPNV: Voraussichtlich im Herbst 2018 soll eine optionale Bestpreis-Abrechnung auf Tages- und Wochenbasis folgen.

Dabei ist der Kunde mit „VOS Pilot“ ganz ohne Fahrschein unterwegs, aber immer zum günstigsten Tarif. Denn alle Strecken, die er in einem bestimmten Zeitraum mit dem Stadtbus zurückgelegt, werden nach erfolgter Registrierung automatisch erfasst, addiert und erst zum Schluss so in Rechnung gestellt, als hätte der Fahrgast von vornherein das optimale Ticket gewählt. Check-in/Be-out, kurz Cibo, heißt das System im Fachjargon, was so viel bedeutet wie: beim Einstieg einchecken und dann einfach aussteigen. „Damit gehören wir zu den Ersten in ganz Europa“, erklärt Stadtwerke-Chef Linnenbrink. (Weiterlesen: Jobticket in Osnabrück: So geht Busfahren zum Supersparpreis


Weitere Inhalte der Tarifmaßnahme vom 1. November 2017

In der Preisstufe 0 (Osnabrück/Belm) verteuert sich das Basis-Abo um 80 Cent auf 44,40 Euro monatlich. Die Kosten für das neue 63-plus-Abo (30 Euro), das übertragbare Premium-Abo (47,80 Euro) und das Mobil-Abo (59,90 Euro) bleiben stabil. Der Preis für ein Kinder-Einzelticket (bislang 1,30 Euro) beträgt künftig 1,40 Euro – es wird für Kinder von 6 bis 14 Jahren benötigt. 30 Cent mehr bezahlen müssen Gelegenheitskunden für das 8-Fahrten-Ticket, das demnächst 17,50 Euro kostet. Auch das Sozialticket, welches bedürftigen Osnabrückern acht Busfahrten zum Vorzugspreis ermöglicht, steigt im Preis auf 11,60 Euro (plus 20 Cent). Unverändert bleiben die Kosten für Gruppenticket (1,40 Euro) und Fahrradticket (1,70 Euro). Das Jobticket verteuert sich um 10 Cent auf 39,90 Euro, das Young-Abo um 50 Cent auf 38,80 Euro. Das Schüler-Ergänzungsticket kostet künftig 8 statt 7,50 Euro, und das von der Stadt Osnabrück subventionierte Schüler-Jahresticket 348,80 Euro (plus 8,51 Euro).