Plädoyers und Urteil Prozess um Bombenanschlag auf Briten-Kaserne geht zu Ende

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IRA-Prozess in Osnabrück geht dem Ende entgegen. Foto: Michael GründelIRA-Prozess in Osnabrück geht dem Ende entgegen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Nach zehn Verhandlungstagen neigt sich der Landgerichtsprozess um den Bombenanschlag auf eine britische Kaserne in Atter dem Ende zu. Kommenden Montag werden die Plädoyers gehalten, in der Woche darauf soll das Urteil folgen.

Vor Gericht steht der heute 48-jährige Ire James C. Er soll im Sommer 1996 mit anderen Tätern einen Angriff mit selbstgebastelten Mörsergranaten auf das Gelände des 21. Regiments der Quebec Baracks verübt haben. Der Angeklagte handelte damals im Auftrag der sogenannten Provisorischen Irischen Republikanischen Armee (PIRA), einem Ableger der IRA.

Gleich am ersten Verhandlungstag hatte James C. die Tatvorwürfe eingeräumt. Demnach zündete damals ein mutmaßlich vierköpfiges Terrorkommando selbstgebaute Granaten. Drei Mörsergeschosse – aus umgebauten Gasflaschen – feuerten James C. und seine Komplizen ab. Nur eine Granate flog gut 30 Meter und explodierte auf dem Kasernengelände nahe einer Tankstelle. Ein zweites Geschoss landete nach elf Metern zwischen dem Doppelzaun um die Kaserne, die dritte Granate fiel zu Boden. „Sie detonierte nicht, weil sie keinen Zünder aufwies“, gab ein BKA-Beamter im Zeugenstand zu Protokoll.

Hätte die Tankstelle einen Treffer abbekommen, wäre die Gefahr einer gewaltigen Explosion nicht gegeben gewesen, schätzte ein anderer Fachmann vom Bundeskriminalamt ein. „Benzin wäre einfach abgebrannt, Diesel braucht zum Brennen eine hohe Temperatur.“

Doch selbst wenn glücklicherweise keine Menschen verletzt wurden – zum Tatzeitpunkt hielten sich 150 Soldaten und Bedienstete auf dem Gelände auf –, der Sachschaden, den nur eines der Mörsergeschosse nach seiner Detonation  entfaltete, war groß: 185000 DM an Reparatur- und Versicherungsleistungen verursachte die Druckwelle in der Kaserne und den benachbarten Wohnhäusern in Atter.

Der Prozess wird am Montag, 16. Oktober, um 10.15 Uhr mit den Plädoyers fortgesetzt. Am 25. Oktober soll das Urteil gesprochen werden.


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