Gruseliger Fund in Osnabrück Knochen und Schädel an Steinbruch Voxtrup entsorgt

Von Sven Kienscherf

Polizeibeamte in Zivil packen den Knochen, der zu einem  Oberschenkel gehören könnte, in eine Tüte. Fotos: Jan Wichern/John Hunt/Raphael Igili/Benjamin Günter/Florian KohlhuberPolizeibeamte in Zivil packen den Knochen, der zu einem Oberschenkel gehören könnte, in eine Tüte. Fotos: Jan Wichern/John Hunt/Raphael Igili/Benjamin Günter/Florian Kohlhuber

Osnabrück. Spaziergänger haben im Bereich des Steinbruchs in Voxtrup Knochen und einen Schädel gefunden. Offenbar sind die menschlichen Überreste von einem Unternehmen aus dem Landkreis dort hingebracht worden. Sie stammen von einem Friedhof.

Der Voxtruper Florian Kohlhuber und seine Freunde gehen mit ihren Hunden regelmäßig in der Nähe des Steinbruchs spazieren. In den vergangenen Tagen machten sie dort gleich mehrere schaurige Entdeckungen in Folge.

„Am Donnerstag, 5. Oktober, hat ein Freund von mir einen Schädel gefunden“, berichtete der 35-Jährige unserer Redaktion. Die alarmierte Polizei nahm den Schädel mit. Nur zwei Tage später – am Samstag – entdeckten die Freunde einen Knochen, der vermutlich von einem Oberschenkel stammt. Am vergangenen Montag fand Kohlhuber dann noch einmal mehrere kleine Knochen. Auch diesmal kam die Polizei.

Fall geklärt

Für die Ermittler war der Fall schnell geklärt: Ein Verbrechen liegt nicht vor. Wie Polizeisprecherin Mareike Kocar sagte, stammen die Überreste aus Erde, die von einem Friedhof abgetragen und in den Steinbruch geladen wurde. Die Polizei gehe davon aus, dass die Funde in keinem Zusammenhang mit dem am Mittwoch am Piesberg entdeckten Schädel stehen. Den Schädel hatten dort Naturschützer gefunden. (Weiterlesen: Polizei untersucht Schädel vom Piesberg)

Ein Freund von Florian Kohlhuber entdeckt am Samstag im Bereich des Steinbruchs in Voxtrup einen Schädel. Fotos: Jan Wichern/John Hunt/Raphael Igili/Benjamin Günter/ Florian Kohlhuber

Die Recherchen unserer Redaktion führen zu einem Entsorgungsunternehmen aus dem Landkreis. Inwieweit das Unternehmen eine Schuld trifft, ist nicht ganz klar. In einigen Fällen tragen Mitarbeiter des Unternehmens Friedhofserde mit dem Bagger ab und füllen sie in Container, die anschließend abtransportiert und zum Steinbruch gebracht werden. In anderen Fällen werden die Container direkt von Friedhofsmitarbeitern befüllt und lediglich abgeholt. Normalerweise werden menschliche Überreste zuvor aussortiert und erneut auf dem Friedhof vergraben. So oder so dürfte es sich im vorliegenden Fall um ein Versehen handeln.

Knochen bleiben bei Polizei

Weder das Entsorgungsunternehmen noch die Betreiber des Steinbruchs wollten sich bisher offiziell zu dem Fall äußern. Für die Polizei ist die Sache erledigt, strafrechtlich sei der Fall nicht relevant. Die beschlagnahmten Knochen bleiben zunächst bei der Polizei. Was mit ihnen passiert, sei noch nicht klar, sagte Kocar.


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