Blumen aus eigener Zucht bei Rauf Osnabrücker Gärtner sammelte Erfahrung in Äthiopien

Von Michael Pohl

Mit seiner Familie bietet Daniel Rauf neben vielen selbst gezüchteten Pflanzen zahlreiche Dekorationsartikel an. Foto: Michael PohlMit seiner Familie bietet Daniel Rauf neben vielen selbst gezüchteten Pflanzen zahlreiche Dekorationsartikel an. Foto: Michael Pohl

Osnabrück. Blumen verschönern vielen Menschen zu allen Jahreszeiten das heimische Wohnzimmer oder den eigenen Garten. Regionale Produkte aus eigener Erzeugung bietet dafür die Firma Rauf in unmittelbarer Hasberger Nachbarschaft im Osnabrücker Stadtteil Sutthausen an.

„Das ist schon seit einigen Jahren unsere Firmenphilosophie“, antwortete Daniel Rauf auf die Frage, warum seine Firma Produkte aus eigener Zucht anbietet. Entstanden sei dieses Konzept bereits Ende der 90er-Jahre, als die Nachfrage nach Schnittblumen einen zwischenzeitlichen Einbruch erlebte.

Erster Berufswunsch war Koch in aller Welt

Zum damaligen Zeitpunkt konnte sich der heutige Firmenchef nicht vorstellen, einmal an die Spitze des elterlichen Betriebes zu rücken. Am Anfang seiner beruflichen Laufbahn hatte der 1980 in Osnabrück geborene Daniel ein völlig anderes Berufsziel vor Augen. 1998 begann er im Hotel Waldesruh im benachbarten Georgsmarienhütte eine Kochlehre.

„Ich wollte die Welt kennenlernen und suchte nach einem Beruf, den man überall ausüben kann“, erläuterte er seinen Berufsstart. Nebenbei arbeitete er aber auch weiter im elterlichen Betrieb mit. Nach einem Jahr brach er die Kochlehre jedoch ab und begann doch eine Ausbildung zum Gärtner.

Nach der Lehre in die weite Welt 

Da auch dieser Beruf überall auf der Welt gebraucht wird, erfüllte sich der junge Mann den Traum von der Erkundung des Planeten. 2002 stand zunächst eine Reise nach Neuseeland an, die schließlich rund ein Jahr dauern sollte. Durch viele weitere Aufenthalte im Ausland entstanden Kontakte zu Firmen, die sich unter anderem in Afrika engagieren.

Darunter war eine deutsche Firma, die in Äthiopien einen Zulieferbetrieb für Gärtnereien aufbauen wollte. Daniel Rauf übernahm das Projekt und trug erstmals die Verantwortung für einen Betrieb in der Pflanzenzucht. Weil ihn die Verhältnisse in dem ostafrikanischen Land tief beeindruckten, entschloss er sich dazu, gemeinsam mit einem Entwicklungshelfer etwas für die dortige Jugend zu tun. Gemeinsam gründeten sie den Basketballverein „Addis Afros“. Weil Rauf und sein Partner in der Lage waren, den Spielern zwischenzeitlich ein bescheidenes Gehalt zu zahlen, schafften sie es, den Verein in der äthiopischen Liga zu etablieren.

Erfahrungen für den Familienbetrieb genutzt

Seine internationale Erfahrung brachte Daniel Rauf 2011 mit ein, als er sich entschloss, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Seither entwickelt sich das Geschäft der Familie stetig fort. Wie aus der Chronik der Gärtnerei zu entnehmen ist, geht die Bewirtschaftung des Grundstücks in Sutthausen durch die Familie Rauf bereits 100 Jahre zurück.

Gegründet worden war der Betrieb am 1. Januar 1957 durch Rudolf Rauf. Das Besondere hierbei war, dass die ersten Gewächshäuser komplett in Eigenregie erstellt wurden. Von den ersten Anfängen mit der Zucht von Kohl und Gemüse bis zum heutigen Angebot von Pflanzen aller Art erlebte die Firma Rauf einen stetigen Wandel, sich immer an den Wünschen der Kunden orientierte.

Neue Produkte runden Angebote ab

Dazu gehörte auch die zwischenzeitliche Schließung des Blumenladens, als Ende der 90er-Jahre die Nachfrage nach Schnittblumen stark einbrach. Fortan konzentrierte sich die Familie auf den Vertrieb von Blumen aus eigener Zucht an Privatkunden. Um die wirbt die Gärtnerei auch regelmäßig in Hasbergen.

Mit der „Stöberstube“ hat die Familie ihr Angebot abgerundet und einen Bereich für Dekorationen und Geschenkartikel geschaffen. Auch hier stoßen die Kunden auf Exotisches: Durch eine Idee der Mutter steht die Familie nicht nur in der Tradition einer langen Reihe von Gärtnern, sondern hält seit einiger Zeit auch Alpakas. Auch Produkte aus der Zucht dieser Kamelform – von Alpaka-Seife bis zu Alpaka-Socken – stehen bei den Raufs zum Verkauf.


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