Unabhängiges Filmfest Osnabrück Pressekonferenz zum Programm des Filmfestes



Osnabrück. Die Krisenherde und der Mut zum Widerstand stehen im Zentrum des 32. Unabhängigen Filmfests Osnabrück. Festivalleiterin Julia Scheck präsentierte das Programm mit 84 Filmen bei einer Pressekonferenz.

Rekord beim 32. Unabhängigen Filmfest Osnabrück: 1100 Filme wurden eingereicht, und die 22 Mitglieder der sieben Sichtungsgruppen schafften es gerade noch, sie alle anzuschauen. 84 Arbeiten quer durch alle Genres wurden ausgewählt, die neuerdings auch im Cinema-Arthouse gezeigt werden.

Das Thema des Festivals vom 18. bis 22. Oktober lautet „Mut zum Widerstand“, wie Festivalleiterin Julia Scheck bei einer Pressekonferenz im Spitzboden der Lagerhalle erläuterte. Damit meint sie Journalisten, Medienschaffende oder Künstler. Denn viele Filme beleuchten nicht nur die Krisenherde unserer Zeit wie in Syrien oder Griechenland, sondern auch die Rolle der Medien dabei.

Den Eröffnungsfilm „King of Peking“ bezeichnet Julia Scheck als „Film über die Erfindung der Filmpiraterie“. Regisseur Sam Voutas wird zur Deutschlandpremiere am 18. Oktober in der Lagerhalle anwesend sein. Während der Pressekonferenz wurden kurze Ausschnitte aus diesem und anderen Filmen gezeigt.

In der Sektion „Friedensfilmpreis“ stellen sich elf Beiträge mit Mut zum Widerstand dem Wettbewerb. Die Festivalleiterin geht kurz auf einige ein: die Dokumentation „Convictions“ über vier Wehrdienstverweigerer in Russland, den italienischen Spielfilm „The Intruder“ über eine Sozialarbeiterin im Ringen mit der Camorra und „In Between“ über drei sehr unterschiedliche Palästinenserinnen, auf „Hooligan Sparrow“ mit einem Statement gegen Sexsklaverei und Korruption in China. In „Nothing is forgiven“ behauptet sich eine Journalistin, die den Angriff auf Charlie Hebdo überlebt hat, gegen Terroristen.

Den Krieg in Syrien behandeln zwei Filme. „Last Wish“ beleuchtet, warum zwei Syrer nach Armenien geflüchtet sind. In „The War Show“ wird eine Radiomoderatorin zur Stimme der Gerechtigkeit.

Den belasteten Frieden nach Kriegszeiten schildern die Filme „Hidden Photos“ über Kambodscha nach der Herrschaft der Roten Khmer, „Demons in Paradise“ kommt aus Sri Lanka und „Until the Birds return“ aus Algerien.

Aus Singapur bewirbt sich auch noch „Apprentice“ mit seiner Todesstrafenproblematik für den Friedensfilmpreis (12500 Euro), den die Sievert-Stiftung für Wissenschaft und Kultur stiftet. Niklas Sievert begründete das Engagement für das Filmfest mit dem Einblick in die Welt, den die vielen Dokumentationen ermöglichten.

Die vom Landschaftsverband geförderte Sektion „Focus on Europe“, dieses Mal mit vielen persönlichen Schicksalen, enthält neun Filme. „Liebe auf Sibirisch“, „The Levelling“, „Quit staring at my plate“, „Pure Hearts“ „Wie Bojen im Meer“ über die Griechenlandkrise, „Sami Blood“ über das Schicksal einer jungen Samin, „Loveless“, „Mister Universo“ und „8.30“, ein experimenteller Film ohne Dialoge.

Seit nun fünf Jahren gibt es den mit 2500 Euro dotierten Publikumspreis, auch das „Filmfest extrem“ und UFOlinos für Kinder, dieses Jahr sogar mit dem Langfilm „Die Könige von Niendorf“ über eine Jugendbande.

„Vistas Latinas“ hat vier Filme aus Mexiko, Chile und und Argentinien im Angebot, das „ Filmfest laut “ fünf Filme wie „Könige der Welt“ über eine Band aus Bad Bentheim.

Eine Neuheit gibt es beim täglichen Kurzfilmprogramm: Eine studentische Jury ehrt eine studentische Arbeit. Den mit 1500 Euro dotierten Preis stiftet das Studentenwerk Osnabrück.


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