Staubtrocken und schnörkellos Tito & Tarantula rocken cool und souverän den Rosenhof

Charismatischer Frontmann: Tito Larriva (links) war gut bei Stimme im Rosenhof. Foto: Swaantje HehmannCharismatischer Frontmann: Tito Larriva (links) war gut bei Stimme im Rosenhof. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Bluesrocklegende Tito Larriva kann es nicht lassen. Mit seiner aktuell vierköpfigen Tarantula bespielte er am Freitagabend den gut gefüllten Rosenhof – cool und feurig zugleich.

Vergleichsweise gemächlich einheizen durfte aber zunächst Tim Funkes lokaler Voodoo Hoodoo Blues Club. In reduzierter Dreierbesetzung überzeugte dabei Bassistin Rebecca Nietzke auch mit Gesang, und ein Wochenendblues sorgte für gute Laune. Mit einem lakonischen „Buenos Noches“ und spanisch anmutenden Klängen startete der charismatische Frontmann des Hauptacts. Bereits zum zweiten Song „Make Me“ polterte das Quintett dann aber richtig geradeaus los in Richtung Bluesrock. Flankiert von seiner androgynen Tochter Lolita Carroll am Bass, stellte Tito Larriva dabei gleich von Beginn an unter Beweis, dass er gut drauf und bei Stimme ist. Mittlerweile kurz vor dem Rentenalter, ist seine düster-verrauchte Bluesstimme kraftstrotzend wie eh und je. Und auch bissig ist er geblieben. Nach „Bleeding Roses“ widmete der gebürtige Mexikaner die einfältige Rock-Nummer „Bitch“ passenderweise seinem amerikanischen Präsidenten.

Neues Album soll im Sommer erscheinen

Keyboarderin Allyssa Grace setzte regelmäßig vor allem mit der Violine Akzente. Mit der Mandoline gelang ihr das weniger. Sie verwehte eher ungehört im schnörkellos unprätentiösen, staubtrockenen Wüstenblues-Sound. Zum Line-Up gehörte auch der Osnabrücker Gitarrist Marcus Praed, in dessen Bad Iburger Mühle Tito & Tarantula vor acht Jahren ihr letztes Album aufgenommen hatten. Auch deswegen bezeichnet der Sänger Osnabrück als „eine Art Heimat“. An einem neuen Album, das im kommenden Sommer erscheinen soll, wird derzeit gearbeitet. Der kleine Vorgeschmack darauf im Rosenhof wirkte weicher und melodiebetonter als etwa der „Slow Dream“ aus dem „Hungry Sally“-Album, der folgte. Gemächlich tuckerte er in der „cold German night“ vor sich hin, um zwischendurch immer wieder traumatisch zu explodieren. Seine Reeperbahn-Erfahrung, die er in dem Lied „My German Fräulein“ aufgeschrieben hat, sparte sich Tito für die Zugabe auf.

Besucher auf der Bühne

Nach „Strange Face Of Love“ aus dem Rodriguez-Film „Desperado“ erzählte er von Regisseur Quentin Tarantinos Liebe zu der berühmten Schlange, mit der Schauspielerin Salma Hayek in jener Szene in „From Dusk Til Dawn“ tanzte, die seine Band vor mehr als zwanzig Jahren schlagartig berühmt gemacht hat. Es ist längst ein bekanntes Ritual bei Tarantula-Konzerten, dass zum dort im Strip-Club „Titty Twister“ gespielten Vampir-Song „After Dark“ Teile des Publikums um den ausgebildeten Balletttänzer Tito herumtanzen. Auch im Rosenhof wurde es deshalb am Ende auf der Bühne richtig voll.


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