Steckenpferdreiten 2017 Osnabrücker Kinder reiten wieder für den Frieden

Von Anne Sophie Köstner

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Bald traben die Steckenpferde wieder durch Osnabrück. Foto: Jörn MartensBald traben die Steckenpferde wieder durch Osnabrück. Foto: Jörn Martens

ansk Osnabrück. Am Mittwoch, 25. Oktober, ziehen zum 66. Mal beim Steckenpferdreiten Viertklässler über die Rathaustreppe und nehmen vom Oberbürgermeister eine Brezel entgegen.

Die langjährige Osnabrücker Tradition erinnert an den Westfälischen Frieden, der am 25. Oktober 1648 von der Treppe des historischen Rathauses verkündet wurde.

Jedes Jahr ziehen Viertklässler der Osnabrücker Schulen durch Osnabrücks Innenstadt mit ihren selbst gebastelten Steckenpferden, um an das Ende des 30-jährigen Krieges zu erinnern. Los geht es an der Johanniskirche. „Wir Reiter zieh’n durch Osnabrück und singen für den Frieden“, singen die rund 1400 Schüler und machen sich auf den Weg zum Rathaus. Sie tragen selbst gebastelte Hütchen. Auf der Rathaustreppe nehmen sie dann vom Oberbürgermeister eine süße Brezel entgegen. Mit einem Musikprogramm und Feuerwerk geht der Abend für die jungen Reiter zu Ende.

Dieses Jahr fällt der 25. Oktober auf einem Mittwoch. Start ist um 17 Uhr, gegen 18 Uhr treffen die Kinder am Rathaus ein.

Letztes Jahr Rekordversuch

Am 25. Oktober 2016 haben hunderte Osnabrücker einen Weltrekord aufgestellt: Es waren 1803 Teilnehmer mit ihrem Steckenpferd am Marktplatz und gingen über die Rathaustreppe. Dort durften nicht nur die Kinder der vierten Klassen teilnehmen, sondern jeder konnte mit seinem Pferd mitmachen.

Woher kommt der Brauch? Zwei Jahre nach der Verkündung des Westfälischen Friedens ritten Jungen in Nürnberg mit Steckenpferden zu dem Beauftragten von Kaiser Ferdinand dem Dritten, Fürst Piccolomini, schreibt die Stadt Osnabrück auf ihrer Homepage. Dort sollten die praktischen Folgen aus dem Friedensvertrag geregelt werden. Die Jungen haben um ein Andenken an den Frieden gebeten. Nach Abschluss des Exekutionsrezesses habe der Fürst Münzen prägen lassen, die auf einer Seite einen Jungen auf einem Steckenpferd zeigten. Zwei Dichterinnen, Clara und Emmy Dincklage, versetzten den Schauplatz in ihrem Buch nach Osnabrück. Anlässlich des 300. Jubiläums des Westfälischen Friedens im Rahmen der Friedensgedächtniswoche der Stadt Osnabrück sei daraus die Idee mit dem Steckenpferdreiten entstanden, heißt es weiter.


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