Musikalische Schleiertänze „Concerto Foscari“ unter besonderer Leitung

Von Thomas Hitzemann

Begeisterte das Publikum: Das Ensemble Concerto Foscari in der Schlosskapelle von Gut Sutthausen. Foto: Moritz FrankenbergBegeisterte das Publikum: Das Ensemble Concerto Foscari in der Schlosskapelle von Gut Sutthausen. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Das sparsam aber effektiv besetzte Barockensemble „Concerto Foscari“ gibt in der Schlosskirche Gut Sutthausen ein umjubeltes Konzert im Rahmen von Musica Viva. Der Name des Klangkörpers verweist auf den Palazzo Foscari in Venedig. Dennoch sind keine italienischen Komponisten im Programm, sondern vor allem Werke von Georg Phillip Telemann.

Der Gründer und Leiter des Ensembles, Alon Sariel, dirigiert im Tanzen. Während seine Hände mit dem Spiel der Mandoline beschäftigt sind, bewegt er tänzerisch Kopf, Schultern, Rücken und Beine. So gibt er den Musikern alle nötigen Impulse. Sein Mandolinenklang, ein silbriges Gespinnst aus Tönen, schwebt über allem. Er schlägt die Saiten mit einem Plektrum an, fein artikuliert, energisch phrasiert und enorm locker bei den Verzierungen. Telemanns Sonata de Concert TWV 44 wirkt in der Darbietung durch „Concerto Foscari“ derart beschwingt, als wäre die Grazie des Rokkoko bereits im Barock entstanden, Musik, so luftig wie ein Schleiertanz.

In Telemanns Konzert für Mandoline, Streicher und Basso continuo, TWV 51, gewinnt Sariels Ton noch an Sinnlichkeit, sei es beim Vibrato oder durch Doppelgriffe. Auch das Laufwerk von Achtelketten und Akkordbrechungen bringt er nun gezielt dynamisch abgestuft. Alle vier Sätze dieses Konzerts sind durch eigene Spannungen charakterisiert. Kein Zweifel, es bleibt klanglich die edelste Perle des Abends.

Hervorragende Musikerin

In Telemanns Suite a-Moll für Blockflöte, Streicher und Basso continuo,TWV 52, tritt die Blockflötistin Elisabeth Champollion als hervorragende Ensemblemusikerin in Erscheinung. Sie passt ihren Flötenton, weich und locker fließend, sehr stark den Streichern an. Das unterscheidet sie von Blockflötensolisten, bei denen man eher kühle und kristallin artikulierte Töne gewohnt ist.

Bei Pierre Prowos Triosonate d-Moll rücken die Geigerin Ann Cnop und die Blockflötistin klanglich so eng zusammen, dass ihre Instrumente wie zwei lebhaft diskutierende Schwestern wirken. Prowo war ein guter Bekannter Telemanns, dessen Werke lange Zeit für Kompositionen von Telemann gehalten wurden.

Beifallssturm

Noch einmal kommt das Barockorchester komplett zusammen. Johann Gottlieb Grauns Doppelkonzert für Blockflöte, Mandoline und Streicher wird zum voluminösen Höhepunkt. Dabei überträgt sich auch viel von der Grazie des Mandolinenspiels auf die Blockflöte. 

Das Publikum reagiert mit einem Beifallssturm, den man nur „karibisch“ nennen kann.


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