Stadt der zufriedenen Menschen 2003 kam das Glück aus Osnabrück

Eine Steilvorlage für das Stadtmarketing war die Erkenntnis, dass in der Region Osnabrück die zufriedensten Deutschen Leben. Foto: Archiv NOZEine Steilvorlage für das Stadtmarketing war die Erkenntnis, dass in der Region Osnabrück die zufriedensten Deutschen Leben. Foto: Archiv NOZ

Osnabrück. Im April 2003 erlebt Osnabrück eine Stern-Stunde: Das Magazin „Stern“ ermittelt Osnabrück als „Glückshauptstadt“ Deutschlands. Zusammen mit dem ZDF, T-Online und der Unternehmensberatung McKinsey hat der „Stern“ in seiner repräsentativen Umfrage „Perspektive Deutschland“ festgestellt, dass in der Region Osnabrück die zufriedensten Deutschen leben.

Das ist Balsam für die Seele der Stadtmarketing-Verantwortlichen, nachdem tags zuvor der TV-Sender Sat.1 Osnabrück als autofeindlichste Stadt Deutschlands gebrandmarkt hatte – ein mit fragwürdiger Methodik zustande gekommenes Ergebnis, das selbst Blitzer-gebeutelte Autofahrer nicht nachvollziehen konnten.

Doch nun das große Glück. 356000 Menschen beantworteten die Frage: „Wie zufrieden sind Sie mit dem Leben an Ihrem Wohnort?“ 87 Prozent der Osnabrücker meinen, dass es sich hier gut oder sehr gut leben lässt. Einen höheren Wert erreicht keine andere Stadt oder Region. Oldenburg landet auf Platz 6, Münster auf Platz 28, Bielefeld auf Platz 37.

Flugs satteln die Marketingstrategen eine Image-Kampagne auf. T-Shirts, Buttons, Auto-Aufkleber und Anzeigen verkünden: „Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück“. Ein Großplakat an der Bremer Straße grüßt ankommende Autofahrer: „Sie sind zum Glück in Osnabrück“. Zur großen Glücksparty im Alando-Palais haben alle Schornsteinfeger in Dienstkleidung als altbewährte Glücksbringer freien Eintritt. Die NOZ verteilt Anfang Juni eine 72 starke Werbebeilage unter dem Motto „Zum Glück leben wir in Osnabrück“. Ein Sportflugzeug schleppt das Werbebanner „Glückshauptstadt Osnabrück“ durch den Himmel über Münster und Bielefeld.

Leichte Verstimmung gibt es im Landkreis, der mit mehr als doppelt so vielen Einwohnern wie die Stadt zum Ergebnis beitrug, sich in der Marketing-Kampagne jedoch ausgegrenzt fühlt.


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