Angebot des Stadtsportbunds Warum der Solidaritätslauf für Geflüchtete in Osnabrück ausfiel

Nur fürs Foto kam Bewegung auf: Der Solidaritätslauf für Geflüchtete wurde aber wegen zu geringer Beteiligung abgesagt. Foto: Thomas OsterfeldNur fürs Foto kam Bewegung auf: Der Solidaritätslauf für Geflüchtete wurde aber wegen zu geringer Beteiligung abgesagt. Foto: Thomas Osterfeld

sel/hpet Osnabrück. Da ruft der große Stadtsportbund Osnabrück zu einem Solidaritätslauf für Geflüchtete auf, und kaum einer kommt. Woran hat es gelegen? Die Organisatoren meinen: nicht an der fehlenden Solidarität.

Am Sonntag um 10 Uhr hätte der Solidaritätslauf für und mit Geflüchteten und Asylsuchenden in der Dodesheide stattfinden sollen. Unter dem Motto „Begegnen und bewegen“ hatte der Stadtsportbund Osnabrück (SSB) am Vereinssportzentrum am Limberg zu einem lockeren 4,2 Kilometer-Lauf durch die Eiswiesen eingeladen, mit anschließendem libanesischem Snack. Es sollte ein Zeichen für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft am Limberg werden.

Kaum Teilnehmer

Doch das Zeichen der Solidarität blieb aus. Außer einigen Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft kamen kaum Teilnehmer, um sich an der Aktion zu beteiligen. Und die Geflüchteten, die kamen, hatten nicht das richtige Schuhwerk, teilweise kamen sie mit Flip-Flops. Die Veranstalteter sagten den Lauf ab.

Phillip Karow, der in der Koordinierungsstelle für Sportangebote mit Geflüchteten im SSB tätig ist, sieht verschiedene Gründe. Zum einen habe es organisatorische Mängel gegeben, zum anderen hätten an besagtem Wochenende viele andere Veranstaltungen stattgefunden, wie zum Beispiel der Osnabrücker Nachtflohmarkt und der Münster-Marathon, an dem jährlich viele Osnabrücker Läufer teilnehmen. Dem SSB gehören nach Angaben auf der Internetseite 113 Sportvereine mit 47.480 Mitgliedern an.

Die Absicht war, etwas Gutes zu tun und zu helfen, so Mitorganisator Ali Bergmann, der selbst erst seit Januar 2016 in Deutschland lebt, als Freiwilliger beim SSB angefangen hat und mittlerweile fest als Trainer Sportangebote mit Flüchtlingen betreut.

Gute Beteiligung in der Vergangenheit

Die vergangenen Sportveranstaltungen, die der SSB für Geflüchtete organisiert hat, zum Beispiel der „Welcome Sports Day“ im März 2016, seien hingegen sehr erfolgreich gewesen mit einer Vielzahl an engagierten und motivierten Teilnehmern, betont Karow. Man könne den Osnabrückern also keinesfalls fehlendes Interesse oder Engagement zum Vorwurf machen.

Freiwillige Spenden der Teilnehmer am Sonntag hätten zur Verbesserung der Wohnsituation in der Flüchtlingsunterkunft beitragen sollen. Kurzerhand legten die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft selbst ein bisschen Geld zusammen, um die Reparatur kaputter Fernseher und langfristig die Einrichtung eines Gemeinschaftsraumes oder Sport-Cafés zu finanzieren. Laut Karow ist zwar schon viel in Bewegung, unter anderem gebe es Basketball- und Fußballtraining, jedoch könne man damit nicht immer alle erreichen, und die Lebensqualität sei noch immer stark ausbaufähig.

Der ausgefallene Lauf ist für Karow kein Grund zur Entmutigung. Im Gegenteil: Ein regelmäßiger Lauftreff in der Dodesheide ist in Planung. Die nötigen Laufschuhe für Flüchtlinge sollen in einer Sammelaktion in Kooperation mit dem humanitären Hilfswerk Help-Age zusammenkommen. Denn das Motto soll auch weiterhin heißen „Begegnen und bewegen“.