Rückkehr nach 250 Jahren Werke von Paul Ignaz Lichtenauer erklingen im Dom

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Überzeugt auf ganzer Linie: Der Osnabrücker Jugendchor beim jüngsten Konzert im Dom. Foto: Thomas OsterfeldÜberzeugt auf ganzer Linie: Der Osnabrücker Jugendchor beim jüngsten Konzert im Dom. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück . Er war Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach und wirkte vier Jahrzehnte lang als Organist und Kapellmeister am Osnabrücker Dom: Paul Ignaz Lichtenauer. Nach dem Wiederauffinden einiger seiner Werke, zögert Clemens Breitschaft nicht, diese mit dem Osnabrücker Jugendchor einzustudieren. Bei der Aufführung unterstützen ihn das Johann-Rosenmüller- Ensemble und vier Vokalsolisten.

Vom ersten Ton an ist dieses Instrumentalensemble in barocker Musik ganz zu Hause. Beim Tutti klingt es vollkommen geschlossen und treten einzelne Instrumente hervor, gelingen die Soli in professioneller Glätte. Immer entströmt diesem Barockorchester eine Energie, welche sowohl den Chor, als auch die Gesangssolisten zu tragen vermag.

Die Sänger, Ina Siedlaczek (Sopran), Beat Duddeck (Altus), Nils Giebelhausen (Tenor) und Markus Flaig (Bass) bemühen sich, weitgehend auf ein Vibrato zu verzichten. Den Männerstimmen schadet das kaum. Nur die Sopranistin erleidet Einbußen, denn ihr Stimmfluss wirkt leicht verhärtet. Der Altus hingegen klingt geschmeidig und natürlich voluminös. Auch der Jugendchor überzeugt auf ganzer Linie. Clemens Breitschaft gibt deutliche Impulse, dirigiert aber ansonsten sehr gelassen.

Vertonungen von Johann Rosenmüller

Die Psalmmotetten des Programms stammen mehrheitlich von Paul Ignaz Lichtenauer. Besonders ausgewogen klingt es, wenn ruhige Chorpassagen eine erregte Arie umrahmen. Beim „Quam durae“ oder bei „Vox horrenda“ ist dies gut zu hören. In Johann Rosenmüllers Vertonungen wechseln sich Chor und Vokalsolisten unter kleinteiligen Phrasen ab, wobei sie sich gegenseitig stets beflügeln. Besonders kraftvoll singt der Chor Johann Phillip Kriegers „Confitebor tibi“.

Solistisch treten meist die Trompeten aus dem Barockorchester hervor. Nur der erste Geiger befindet sich im exponierten Dauereinsatz. Bei allen Arien tritt er den Vocalsolisten konzertierend zur Seite. Im Ganzen gesehen, stellt dieser Abend hörenswerte Beispiele von katholischer Kirchenmusik aus der Bachzeit einem interessierten Publikum vor.


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