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Freitag voller Regen 800 Besucher beim zehnten Haste Open Air in Osnabrück

Von Marco Gausmann


Osnabrück. Das Haste Open Air feiert seinen ersten runden Geburtstag, zum Auftakt allerdings bei widriger Witterung: Zum zehnten Mal geht das Musikfestival an der Bramstraße über die Bühne. Am Freitag sorgte die Osnabrücker Reggaeformation Blazin‘ Vibez für wärmende Klänge, North Alone für Lagerfeuer-Atmosphäre im Nieselregen und die Westernhagen-Covertruppe Sexxy für Alarm bis in die späten Abendstunden.

Seit einem Jahr mit neuem Namen

Den Namen Haste Open Air trägt das von jungen Mitgliedern der Christus-König-Gemeinde organisierte Musikfestival erst seit dem vergangenen Jahr – vorher hieß die Veranstaltung Concert for Cuba, was bis dahin ab und an für Verwirrung sorgte, erwarteten doch einige Gäste Salsa-Musik und karibische Cocktails. Der Hintergrund ist aber der gleiche geblieben: Jahr für Jahr wird der Erlös der Veranstaltung der kubanischen Partnergemeinde San Nicolás y San Judas in Havanna gespendet, ein Teil geht zudem an ein lokales Projekt, diesmal an die Integrations- und Inklusionsarbeit des TuS Haste.

Den Anfang machte im strömenden Regen die Osnabrücker Reggaecombo Blazin‘ Vibez. Das Achtergespann um die Liedermacherin Svenja Leopold hat sich schon in den vergangenen Jahren einen Ruf als hervorragende Liveband erspielen können. „Wir hatten trotzdem richtig Spaß“, sagt Jan, Saxofonist der Band, am Rande des Festivals. „Ein super organisiertes Festival“.

Lagerfeuer-Romantik

Mit dem zweiten Act North Alone hatte das Wetter dann endlich ein Einsehen, die gut Zweihundert Gäste konnten sich langsam auch aus den Unterständen hervor wagen. Der Osnabrücker Liedermacher war mitsamt Band auf Tour und sorgte mit Westerngitarre und Fiddle für echte Lagerfeuer-Romanik.

Den Abschluss machte die Westernhagen-Covertruppe Sexxy, die die Hits des Underdog-Helden der 80er kreuz und quer durch seine Diskografie zelebrierten – mitsamt akustischer Johnny Walker-Version am Ende. Während am Freitag wohl die Mehrheit der Gäste aus der Nachbarschaft kam, wurden am Samstag Musikliebhaber aus dem ganzen Stadtgebiet und darüber hinaus auswartet. „Wir haben Tickets bis nach Düsseldorf verkauft“, so Organisator Richter.

Lokalhelden Hi! Spencer am Samstag

Am Samstag ging es nach kurzer Verschnaufpause weiter: Die Band Golly um den Osnabrücker Multiinstrumentalisten Vincent Golly brachte den Einstand mit deutschsprachiger Guter-Laune Musik, die auch schon einige frühe Gäste vor die Bühne locken konnte. Der folgenden Hagener Band Joga Club saß der Schalk im Nacken: Ob sich ihr Song „Regentanz“ jetzt nicht nachteilig auf das Wetter auswirke, so die Frage. Tatsächlich zog wenig später eine dicke Wolkenfront auf, es blieb aber bei ein paar wenigen Tropfen.

Hi! Spencer – wie Joga Club aus Hagen – entwickeln sich in jüngster Zeit vom Geheimtipp zum Phänomen. Landauf, landab treffen die Indie-Punker mit dem charismatischen Frontmann Sven Bensmann auf textsichere Massen vornehmlich junger Menschen, ihr größter Hit „Schalt mich ab“ wurde auf Spotify bereits eine Viertelmillion Mal angehört. Mit dem Berliner Duo Milliarden hat das Haste Open Air einen Headliner an Land gezogen, der für Furore sorgt in diesen Tagen. Anleihen bei Rio Reiser sind unverkennbar, allerdings schaffen es die beiden, eine derbe moderne Indierock-Wand aus den Boxen zu zaubern.

„Besser hätte man ein Jubiläum nicht feiern können“, sagt Mitorganisator Andreas Richter. „Da müssen wir mal sehen, wie wir das nächstes Jahr noch toppen können.“