Neue Sichtweisen auf Luther Video-Projektion zum Reformationsjubiläum in der Region

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Luther verfremdet: Die Künstler (von links) Jürgen Wendt, Margit Rusert, Kerstin Hehmann, Regine Wolff, Sascha Göpel und Jens Raddatz haben ihre Sichten auf das Reformationsjubiläum in einer Videoproduktion verdichtet. Foto: David Ebener.Luther verfremdet: Die Künstler (von links) Jürgen Wendt, Margit Rusert, Kerstin Hehmann, Regine Wolff, Sascha Göpel und Jens Raddatz haben ihre Sichten auf das Reformationsjubiläum in einer Videoproduktion verdichtet. Foto: David Ebener.

Osnabrück. Das Jubiläum 500 Jahre Reformation lässt auch die im Bund Bildender Künstler Bezirksgruppe Osnabrück (BBK) zusammengeschlossenen Künstler nicht unberührt. 14 von ihnen haben sich mit einer Arbeit an einer Videoproduktion beteiligt, die als Endlosschleife auf die Fassaden evangelischer Kirchen in sechs Orten des Landkreises projiziert werden wird.

Mit Unterstützung des Landkreises wird die Arbeit in den Abendstunden des 8. bis 10. September in Quakenbrück zu sehen sein, dann nach Fürstenau (29. September bis 1. Oktober) und Belm (13. bis 16. Oktober) wandern. Berge ist vom 20. bis 22. Oktober an der Reihe, es folgen Bohmte (27. bis 31. Oktober) und Bad Iburg (9. bis 11. November).

Alle diese Orte haben in besonderer Weise mit der Reformation zu tun gehabt. Zu Beginn der Projektionen wird mindestens einer der beteiligten Künstler vor Ort sein und eine Einführung geben. Die Kunstwerke möchten den Betrachter motivieren, sich mit den Sichtweisen auf Luther und seine Zeit auseinanderzusetzen und die Frage nach der Aktualität der Reformation zu stellen. Der BBK-Vorsitzende Jens Raddatz versprach: „Wir werden jedes Mal einen anderen Film sehen, weil die Projektionsflächen ganz unterschiedlich sind – es wird nicht langweilig!“

Beim Preview nannte Landrat Michael Lübbersmann Beispiele für die anhaltende Relevanz der damaligen Entwicklungen bis in unsere Tage. Auch im Kreishaus selbst habe die letztlich friedliche Koexistenz der beiden christlichen Konfessionen ihren nachhaltigen Niederschlag in der Besetzung der Spitzenämter gefunden. Bis vor Kurzem sei es ungeschriebenes Gesetz gewesen, dass der Landrat und sein Stellvertreter jeweils unterschiedlichen Religionen anzugehören hatten.

Das berühmte Bildnis umgemalt

Die zu einem Gesamtvideo von gut 20 Minuten Laufzeit zusammengeschnittenen Einzelwerke sind so vielfältig ausgefallen wie es die Phänomene Luther, Reformation, Gegenreformation, Bauernkriege, Hexenverfolgung oder die Entwicklung der deutschen Hochsprache selbst sind. Regine Wolff etwa berichtete von ihrem Anknüpfungspunkt an Luther: Man kenne ihn ja in erster Linie durch die Porträts von Lucas Cranach. Eine Kopie dieses Bildnisses hat sie einschließlich seiner Rahmung „umgemalt“, „in unsere Zeit geholt“ und sich dabei filmen lassen. Das Malen eines Bildes kann man sich heute vielfach auf Youtube anschauen. Ein charakteristischer Effekt dabei ist der Zeitraffer. Dadurch werde der langsame Prozess des Malens zu einer schnellen und kurzweiligen Angelegenheit, sagte Wolff. Und das wiederum passe sehr gut zum Wiedermalen eines Bildes von Lucas Cranach, auf dessen Grabstein stehe, dass er „der schnellste Maler“ war. Die beteiligten Künstler sind Sybille Hertel, Margit Rusert, Manfred Heinze, Tina Schick, Bernd Hildenbrand, Ulrike Schönfelder-Hellwig, Jens Raddatz, Reinhard Klink, Jürgen Wendt, Regine Wolff, Alois Thomas, Kerstin Hehmann und Sascha Göpel.


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