Jörg Langen züchtet englische Schafrasse In Osnabrück leben einzige Swaledales des europäischen Festlands

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Osnabrück. In Nordengland sind sie mit über drei Millionen Tieren zuhause. Auf dem europäischen Festland hingegen gibt es nur 40 ihrer Art – die Rede ist von Swaledale-Schafen. Alle 40 Schafe, die außerhalb Englands existieren, grasen auf Osnabrücker Weiden.

„Entdeckt haben wir die Swaledales in der Siebziger-Jahre-Serie ,Der Doktor und das liebe Vieh‘“, berichtet der Osnabrücker Jörg Langen, Inhaber eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs sowie der Kloster- und Gutsschäferei Langen. Er und seine Familie hätten die Schafe, die da mit ihren geschwungenen Hörnern und der freundlichen Gesichtszeichnung im TV hin- und herliefen, so ansprechend gefunden, dass sie unbedingt selbst welche halten wollten.

Jörg Langen hat bereits seit 16 Jahren Schafe, vorrangig die alte Rasse Bentheimer Landschaf, die aufgrund ihrer Robustheit das ganze Jahr über draußen lebt. Ihm war klar, dass die ebenso widerstandsfähigen Swaledales gut zu seiner Bentheimer-Haltung passen würden, und so ließ er im Januar 2008 drei tragende Muttertiere und einen Bock aus England importieren. Seitdem ist er der erste und einzige Swaledale-Züchter Deutschlands.

Tiere stammen ursprünglich aus Yorkshire

Wie der Name schon sagt, haben die Schafe ihren Ursprung im Swaledale, einem Flusstal in der Grafschaft Yorkshire. Dort leben sie in einer mit Hochmooren gespickten, felsigen Umgebung. Im Winter ziehen sie tiefer in die Flusstäler. Ihr Lebensraum ist karg und feucht. „In England müssen die Swaledales mit deutlich weniger auskommen. Auf den Wiesen Osnabrücks ist das Futter reichhaltiger, deutlich eiweißreicher und in größeren Mengen vorhanden“, erklärt Jörg Langen, der seine Schafe in Atter zur Beweidung einer Naturschutzfläche der Stadt Osnabrück und in Sutthausen auf einer Streuobstwiese der Evangelischen Stiftungen hält. Aufgrund des guten Futterangebots würden die hier geborenen Swaledales größer und massiger im Körperbau als die englischen.

Die Schafhaltung ist für Jörg Langen ein Hobby, mit dem er alte, gefährdete Rassen erhalten und den Naturschutz durch umweltgerechte Beweidung unterstützen kann. „Viel verdienen kann ich mit der Zucht nicht“, sagt er. Schafwolle bringe heute so gut wie nichts mehr ein, und das Fleisch der Swaledales sei in Deutschland nicht gefragt. Ausschließlich erwachsene Tiere dieser Rasse seien für die Fleischproduktion geeignet, ihr Lammfleisch schmecke nicht. Ihm persönlich munde das fettarme, sehr dunkle Fleisch der Swaledales vorzüglich. „Aber wenn ich in Deutschland ein Schaf erst mit zwei oder drei Jahren verkaufen möchte, werde ich es nicht los. Hier wollen alle Lammfleisch essen.“ Jörg Langen kastriert seine Böcke nicht. „Es sind also keine Hammel, die schnell Fett ansetzen.“

„Oma“ ist schon 15 Jahre alt

Die Muttertiere lässt der Züchter nicht schlachten, sie können auf seinen Weiden alt werden. Er deutet auf ein Schaf mit nur noch einem Horn, das am Rand der Herde steht: „Das ist Oma, sie ist mit ihren 15 Jahren ein wahrer Methusalem und hat sogar im Frühjahr noch gelammt.“ Eigentlich würden Schafe durchschnittlich 12 bis 13 Jahre alt, ihre schwarzen Köpfe mit Weiß um Augen und Nase würden im Alter immer heller.

„Vielleicht wird es demnächst noch an anderer Stelle auf dem europäischen Festland Swaledales geben“, wirft Jörg Langen einen Blick in die Zukunft. Eine Schafzüchterin aus Polen habe Interesse bekundet.


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