Wegen Einsturzgefahr Sporthallen der Waldschule und Bergschule Lüstringen gesperrt

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Osnabrück. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Osnabrück am Dienstag die Sporthallen der Waldschule und der Bergschule im Stadtteil Lüstringen gesperrt. Wegen Schäden am Dach besteht offenbar Einsturzgefahr.

Das Problem der Turnhalle: Aufgrund der einwirkenden Lasten hat sich das Tragwerk des Gebäudedaches – der sogenannte Fachwerkbinder – seitlich verschoben. „Die zulässigen Spannungen sind deutlich überschritten“, sagt Ludger Rasche, Fachdienstleiter im Eigenbetrieb Immobilien- und Gebäudemanagement der Stadt Osnabrück, auf Anfrage unserer Redaktion. Daher bestehe eine konkrete Einsturzgefahr für das Gebäude.

Turnusmäßige Überprüfungen

Entdeckt worden seien die Schäden bei turnusmäßigen Untersuchungen an Sporthallen und Tragwerken mit größeren Spannweiten. Die Stadt hatte in den vergangenen Wochen nach einer vorausgegangenen Risikobewertung insgesamt zwölf Sporthallen und andere Gebäude im Stadtgebiet von Tragwerk-Experten unter die Lupe nehmen lassen. Die Sporthalle in Lüstringen sei durch das Ingenieurbüro Dr. Ehlers/Unland eingehend örtlich überprüft worden, teilt Rasche mit. Nachdem das für diese Halle negativ lautende Ergebnis des Gutachtens feststand, habe die Stadt sofort reagiert: „Die Halle wurde umgehend nach Vorlage des Berichts am Dienstag, 29. August, gesperrt.“ Zwar seien auch an den anderen geprüften Bauwerken Mängel festgestellt worden, diese sind jedoch nicht so gravierend wie am Lüstringer Hallendach. (Weiterlesen: Osnabrück steckt 11,5 Millionen Euro in Schulen)

Halle muss mindestens erneuert werden

Hoffnungen auf eine schnelle Aufhebung der Sperrung erteilt der Fachdienstleiter eine Absage: „Die Halle muss für einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben. Eine Instandsetzung der Dachbinder ist nicht möglich.“ Ganz im Gegenteil – mindestens ohne größere Sanierung wird die Halle wohl nicht mehr benutzbar sein. Möglich ist laut Rasche der Abbruch der alten Dachkonstruktion, die dann durch ein neues Dach ersetzt würde. Allerdings müsse vorher der Aufwand ermittelt werden – und ob sich eine Erneuerung überhaupt lohnt. „Der Aufwand wird als sehr hoch eingeschätzt. Grundsätzlich muss überprüft werden, ob eine Instandsetzung wirtschaftlich möglich ist, oder ob ein Neubau der Halle wirtschaftlich die günstigere Variante darstellt. (Weiterlesen: Halle der Diesterwegschule wegen Wasserschaden gesperrt)

Auch Sportvereine betroffen

Betroffen von der Sperrung sind sowohl die große als auch die kleine Sporthalle der Schulen. Sportunterricht ist daher bis auf Weiteres ebenso wenig möglich wie eine Nutzung der Räume durch Sportvereine. Während die Schulverwaltungen nach Auskunft von Rasche mögliche Ausweichsportstätten prüft, laufen bei der TSG Burg Gretesch bereits die Drähte heiß. Der zweitgrößte Sportverein in Osnabrück nutzt die Hallen für Sportarten wie Tischtennis oder Karate. Die TSG hat ihre Mitglieder bereits über den Ausfall von Kursen informiert und arbeitet nach eigenen Angaben aktuell an einem Notfallplan. „Wir haben vollstes Verständnis für die Entscheidung, die Halle zu sperren. Auch wenn wir uns jetzt ziemlich strecken müssen, um alle Angebote aufrecht zu erhalten, geht Sicherheit immer vor“, sagt TSG-Vorsitzender Jürgen Bußmann im Gespräch mit unserer Redaktion. (Weiterlesen: Osnabrücks Schulen und ihre maroden Turnhallen)

TSG bietet Hallenzeiten an

Aktuell würden Kurse in andere Hallen umgelegt. „Wir machen das Beste draus“, so Bußmann. Allerdings könnte es nach den Herbstferien, wenn einige Sportarten nach drinnen wechseln, durchaus problematisch werden, sollte die Sperrung dann weiterhin Bestand haben. „Wir wollen der Stadt kurzfristig entgegenkommen“, betont Bußmann. Sollten in der TSG-eigenen Halle Leerzeiten bestehen, könnten diese zur Verfügung gestellt werden. „Jetzt heißt es zusammenhalten“, so der TSG-Vorsitzende.

Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Osnabrück am Dienstag die Sporthallen der Waldschule und der Bergschule Lüstringen gesperrt. Foto: Michael Gründel

Die Sporthalle der Grundschule und der Förderschule im Stadtteil Lüstringen wurde nach Angaben der Stadtverwaltung im Jahr 1955 errichtet, 1966 wurde sie um eine Gymnastikhalle erweitert. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt einige Arbeiten an der Halle ausführen lassen. So wurden ein neuer Sportboden verlegt und Prallwände eingebaut. Der baulich notwendige zweite Rettungsweg der Galerie wurde 2014 hergestellt. Eine umfassende Sanierung der Halle habe laut Rasche allerdings bisher nicht stattgefunden.


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