Kreiselspiel „Let‘s Zwirbel“ Spielen wie bei Oma: Osnabrückerin lässt alte Spielidee aufleben

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Osnabrück. Britta und Christian Habuch haben seit ihrer Kindheit Spaß daran, kleine Holzkegel mit einem Kreisel umzustoßen. Weil es das Spiel aber in der ihnen bekannten Form nicht zu kaufen gab, lassen es die Geschwister nun selbst produzieren und vertreiben es über eine eigens in Osnabrück gegründete Firma: Let‘s Zwirbel.

Neun Kegel stehen inmitten einer hölzernen Arena. Noch. Doch gleich zwirbelt ein Kreisel dazwischen und haut die meisten davon um. Britta Habuch hat den Kniff raus. Sie weiß, wie sie den Kreisel drehen und ausrichten muss. Schließlich kennt sie das Spiel seit ihrer Kindheit. „Wir haben das schon früher immer bei Oma gespielt“, erinnert sich die 52-Jährige. Das Spielbrett ist seitdem nie wirklich in die Ecke oder gar in den Rumpelkeller gekommen, sondern immer wieder auf den Tisch. Weil auch Freunde Spaß daran hatten, suchten sie nach Bezugsmöglichkeiten. Doch die Recherche im Internet und bei Händlern blieb ergebnislos. Was tun? Selbst produzieren!

„Let‘s Zwirbel“ in einer Kleinstauflage

Zunächst musste aber ein Name für das Spiel gefunden werden. Bei den Großeltern in Süddeutschland hieß es immer das „Zwirbelspiel“. Die Wahl fiel nach einigen Überlegungen dann aber auf „Let’s Zwirbel“. Britta Habuch, die seit 1988 in Osnabrück lebt, und Bruder Christian (55) aus Geestland bei Bremerhaven gründeten die Let‘s Zwirbel GbR und gaben die Produktion in Auftrag. Kreisel und Kegel werden von einem Tischler in Bremen gefertigt, das Spielbrett von den Behindertenwerkstätten in Bremerhaven. Für Aufdrucke nutzen die Geschwister Stempel und Schablonen. Britta Habuch selbst näht die Stoffsäckchen, in denen die Figuren aufbewahrt werden. Bislang gibt es „Let‘s Zwirbel“ nur in einer Kleinstauflage von knapp 50 Stück. Wer ein Exemplar erwerben will, kann es auf der Homepage ordern und per Vorkasse bezahlen. Ein Spiel kostet 45 Euro – plus 6,99 für den Versand.

Ähnliche Kreiselspiele

Nun ist zwar nicht so, als würde es heutzutage keine Kreiselspiele mehr geben. Doch sowohl das Tiroler Tischkegelspiel, bei dem die Kegel am Ende einer Bahn aufgebaut sind, als auch das Tiroler Roulette, bei dem der Kreisel Kugeln in Mulden treibt, unterscheiden sich von dem Spiel, mit dem Britta Habuch Kindheitserinnerungen verbindet. Zu „Let‘s Zwirbel“ gehört eine sechseckige Holzarena, von deren Banden der Kreisel durchaus zielführend abprallen kann. Jeder verrückte oder umgefallene Kegel bringt einen Punkt. Fallen Kegel in einem besonderen Muster, erhält ein Spieler Extra-Zähler. Wer hat nach zehn Durchgängen die meisten Punkte?

Die Ästhetik des Spiels

Die Regeln haben sich die Habuchs, die als freischaffende Künstler tätig sind, selbst ausgedacht; eine verbindliche Anleitung zu Omas Exemplar gab es wohl nicht. Doch so eng nimmt es die 52-Jährige mit dem Regelwerk eh nicht. „Ihr könnt natürlich auch eigene Spielregeln erfinden“, heißt es am Ende des doppelseitigen Papiers. Für Britta Habuch steht eher die Ästhetik des Spiels im Vordergrund: „ Ich gucke gerne dem Kreisel zu, wie er sich bewegt.“ In der Tat: Mal dreht er sich scheinbar endlos auf der Stelle, mal fegt er wie ein Derwisch wild durch die Arena und haut dabei reichlich Kegel um. Alle Ergebnisse mit mehr als 50 Punkten nach zehn Durchgängen seien sehr gut, sagt Britta Habuch. Dann lässt sie den Kreisel wieder tanzen – und legt sich beim Beobachten der Drehbewegungen körperlich fast genauso ins Zeug.


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