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Fahrt der Osnabrücker Angelaschule Auf den Spuren der heiligen Schutzpatronin

Von Vincent Buß

Bisher noch auf dem gemalten, bald am echten Gardasee sind die Gymnasiasten Maike und David zusammen mit ihren Mitschülern. Foto: David EbenerBisher noch auf dem gemalten, bald am echten Gardasee sind die Gymnasiasten Maike und David zusammen mit ihren Mitschülern. Foto: David Ebener

vbu Osnabrück. Fast die gesamte Angelaschule fährt Ende September für eine Woche an den Gardasee, um ihrer Namensgeberin nachzuspüren. Was nach Spaß klingt, ist für die Organisatoren ein dicker Brocken.

„Allmählich steigt die Spannung“, sagt Schulleiter Otto von der Heide. Verständlich, handelt es sich doch um ein Großprojekt: 669 Schüler und 63 Lehrer fahren vom 22. bis zum 29 September an den Gardasee – plus ein paar Kinder und Kollegen von der peruanischen Partnerschule. Bei so vielen Teilnehmern ist zusätzliches Personal notwendig. Je zwei Pastoren, Krankenschwestern und Ärzte sind dabei.

(Weiterlesen: Angelaschule Osnabrück erwartet Jugendliche aus Partnerschule in Peru)

In 17 Bussen, inklusive Krankenbus, wird die Gruppe fast zwölf Stunden unterwegs sein, bis sie bei ihren Bungalows in der Gemeinde Peschiera ankommt. Transport und Essen organisiert das auf solche Fahrten spezialisierte Unternehmen Höffmann-Schulreisen aus Vechta. „Außerdem sind alle Schüler und Lehrer an der Vorbereitung beteiligt“, berichtet von der Heide, „beispielsweise bei der Gestaltung der Morgenandachten“.

Unterwegs zur Patronin

Das Ziel der Fahrt ist zum dritten Mal der Gardasee, weil dort die Namenspatronin des Gymnasiums – die heilige Angela Merici – zwischen 1470 und 1540 wirkte. Sie soll insbesondere jungen, benachteiligten Frauen Bildung und Schutz geboten haben, sodass diese ein selbstbestimmtes Leben führen konnten.

Die Angelaschule weite ihren Einsatz auf alle hilfsbedürftigen Menschen aus, erklärt Beatrix Timpe-Urban, Mitglied der Schulleitung. Im Alltag geschehe das beispielsweise über Kurse für Flüchtlinge. Auch die Fahrt soll den Gemeinschaftsaspekt betonen: nicht nur mithilfe von Schulshirts, -schals, und -fahnen, sondern vor allem auch durch gemeinsame Unternehmungen wie Wanderungen zu den Wirkungsstätten der heiligen Angela und durch Gottesdienste. Einer wird sogar im Dom von Brescia stattfinden.

Sozial und ökologisch

Damit kein Kind angesichts der Kosten von 400 Euro pro Person zuhause bleiben muss, hatte das Gymnasium im Mai einen Sponsorenlauf organisiert. Der dabei erzielte Betrag in Höhe von 17.500 Euro flossen in den Schulsozialfond, mit dem bei Bedarf geholfen werden kann. Außerdem werden die Reisekosten für die Lehrer nicht auf die Schüler umgewälzt. „Wir wollen alle Kinder ganz unbürokratisch mitnehmen“, sagt Timpe-Urban. Nicht dabei sind allerdings die Jahrgänge fünf und sechs, sie unternehmen ihre übliche Klassenfahrt. Die Oberstufe hingegen verbringt im Vorfeld sogar noch ein paar Tage in Florenz. Die „Kleinen“ werden zu einem späteren Zeitpunkt ihrer Schullaufbahn aber auch noch in den Genuss der Schulfahrt kommen.

Nicht nur sozial, auch ökologisch soll die Fahrt sein: Um trotz der Vielzahl an Bussen möglichst klimaneutral unterwegs zu sein, hat die Schulgemeinschaft bisher 274 Bäume gepflanzt: Auf dem Pausenhof, in Landesforsten und in privaten Gärten. Mehr sollen folgen. Das würde sicher auch die heilige Angela freuen.

(Weiterlesen: Wie Schüler der Angelaschule klimaneutral auf Klassenfahrt fahren wollen)