Mexikanisches Temperament in Iburg M5 Mexican Brass bei den Schlosskonzerten

Von Barbara Adams

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Mittelamerikanisches Temperament: das Quintett „M5 Mexican Brass“ am Iburger Schloss. Foto: Swaantje HehmannMittelamerikanisches Temperament: das Quintett „M5 Mexican Brass“ am Iburger Schloss. Foto: Swaantje Hehmann

Iburg. M5 Mexican Brass beeindruckte das Publikum der Iburger Schlosskonzerte mit einem höchst virtuosen und locker inszenierten Auftritt unter freiem Himmel.

„Vamos, Muchachos“, sagt Timo Maschmann, der ab sofort die Iburger Schlosskonzerte gemeinsam mit dem gleichnamigen Verein führt. Zum Auftakt nämlich hat er das Blechbläserquintett M5 Mexican Brass eingeladen, und mit dessen Auftritt kann er wohl zufrieden sein. So ernst, auch steif wie bei vielen klassischen Konzerten geht es da nämlich nicht zu.

Die Musiker sind ausgelassen, blödeln sich, in Rokoko-Kostüme gekleidet, auch schon mal durch Variationen über das Lied „der alte Peter“ im Stile von Bach, Mozart, Wagner, Richard Strauss, Orff sowie einem mexikanischen Finale und haben für die meisten Titel witzige Choreographien. So tragen sie zum Beispiel in einem Stück mit ihren Instrumenten einen Kampf aus. Dafür ist es unumgänglich, das gesamte Programm auswendig zu spielen.

Doch das allein freilich wäre zu wenig. Mexican Brass aber hat auch andere Qualitäten. So feurig, wie der Name vermuten lässt, sind sie natürlich besonders in einigen Stücken, die offenbar der mexikanischer Folklore entstammen. Irrsinnig virtuos klingt aber auch ihre Bearbeitung von Mozarts Figaro-Ouvertüre, wobei ausgerechnet die Tuba die einleitenden raschen Sechzehntel unisono mit dem Horn spielt – bemerkenswert. Dass die Musiker wirklich vor nichts halt machen, zeigen intime Nummern wie Engelbert Humperdincks „Abendsegen“ oder Leonard Bernsteins „Maria“, die hier einmal in strahlendem Blechglanz erklingen.

Ordentlich Wumms

Bei optimalem Wetter konnte das Konzert unter freiem Himmel im Innenhof des Schlosses stattfinden – zum Glück, denn wenn das Ensemble richtig loslegt, hat es ordentlich Wumms. Für den Rittersaal wäre das zu viel gewesen. Bestimmte Zutaten dürfen in so einem bunten Programm einfach nicht fehlen, zum Beispiel Rimskij-Korsakows „Hummelflug“.

Unvermeidlich ist wohl auch Piazollas „Libertango“. Zum Finale hat sich das Quintett die feurigsten, wiederum mexikanisch gefärbten Nummern aufgespart. Garniert werden sie mit Pfiffen und Schreien, immer wieder singen die Musiker auch. Die ausgelassene Stimmung erreicht den Höhepunkt.


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