„Spieltriebe“ in Osnabrück Choreografin Vasna Aguilar über „Encounter“

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Spannung zwischen den Flaneuren:  Szene aus einer Probe zu Vasna Aguilars Choreografie „Encounter/Begegnung“ in der Galerie Hase29. Foto: Swaantje HehmannSpannung zwischen den Flaneuren: Szene aus einer Probe zu Vasna Aguilars Choreografie „Encounter/Begegnung“ in der Galerie Hase29. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Das Festival „Spieltriebe“ am Osnabrücker Theater setzt sich mit dem brisanten Thema „Macht*Spiel*Geschlecht“ auseinander. Mit einer Serie beleuchten wir Produktionen und verschiedene Aspekte, dieses Mal das Tanzstück „Encounter/Begegnung“ der früheren Osnabrücker Tänzerin Vasna Aguilar.

Vasna Aguilar arbeitet mittlerweile international freischaffend und lebt in Berlin. Um die Begegnung von Menschen im öffentlichen Raum gehe es in ihrer Choreografie, sagt sie in einem Gespräch. „Wie fühlt man sich, wenn man sich auf der Straße begegnet, was macht das mit einem, beurteilt man es, macht man sich selbstbewusst groß oder eher schmal und klein?“ Solche Fragen hat sie mit den Tänzern Marine Sanchez Egasse, Rosa Wijsman, Ohad Fabrizio Caspi und Oleksandr Khudimov in Improvisationen durchgespielt, die ihre Ideen dazu einbrachten. Eine Probe vermittelt einen ersten, stark berührenden Eindruck. Denn der Festival-Spielort dafür ist die Galerie Hase29 mit ihren riesigen Glasfenstern und sommerlich weit offen stehenden Türen.

Tänzer werden zu Passanten

Was erste Begegnungen mit den Tänzern im lichten Raum machen, zeigt ihre Innehalten, Stocken im Bewegungsfluss, sichtliches Nachdenken und dann die Entscheidung zum freudigen Aufeinanderzugehen oder sich Abgrenzen. Warum dann auf einmal ein Tänzer nach dem anderen den Galerieraum verlässt und vor dem Haus den Bürgersteig entlang flaniert oder sogar rennt, das müssen die „Spieltriebe“-Besucher am besten selbst beobachten. Jedenfalls werden die Tänzer und Tänzerinnen zum Teil der Menschen, die sommerlich gekleidet die Galerie passieren. Kunst begegnet ganz ungeschützt und unvermittelt der Alltagsrealität, fast wie ein Flashmob: das geht unter die Haut.

Was „Encounter“ inhaltlich mit dem Festivalthema „Macht*Spiel*Geschlecht“ zu tun hat, wird sich in einer nichtsprachlichen Kunst wie dem Tanz auch jeder Zuschauer selbst und vielleicht jeweils ein bisschen anders beantworten. Deutlich zu sehen sind jedenfalls die positiven oder negativen Spannungen sowohl zwischen den Geschlechtern als auch unter gleichgeschlechtlichen Tänzerinnen und Tänzern.


„Encounter/Begegnung“ eröffnet ab dem 1. September die Route pink des Festivals „Spieltriebe“ (1.-3.9.). Dem Tanzstück folgt „Girls like that“ in der Skatehalle und „Staging love“ in der Vereinshalle des Schützenbundes. Kartentel. 0541-7600076.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN