Spontaner Kurswechsel zur Krim Osnabrücker auf Friedensfahrt nach Russland


Osnabrück. Eigentlich hatte Hannes Henkelmann aus Osnabrück vorgehabt, zusammen mit Torsten Büchse aus Bremen im Jaguar-Cabriolet durch den Kaukasus nach Moskau zu fahren. Doch schon in Kaliningrad machte der gut 20 Jahre alte Autoklassiker „die Grätsche“, so Henkelmann. Ein Problem mit der Zündung, das sich vor Ort nicht beheben ließ.

Büchse brach die für drei Wochen geplante Tour ab und machte sich auf den Weg nach Hause. Henkelmann aber wollte weiterreisen und musste notgedrungen improvisieren. Anstatt der Freundschaftsfahrt-Route über den Kaukasus zu folgen, schloss er sich anderen Reisenden an und fuhr erst einmal auf der Hauptroute der Tour weiter nach Riga über Pskow bis nach St. Petersburg, wo gerade der „Tag der Marine“ gefeiert wurde. „Das ist typisch Freundschaftsfahrt: Wenn eine Tür zugeht, öffnet sich eine andere“, bemerkte Henkelmann. Die Schiffsparade auf der Newa mit dem spektakulären Abschlussfeuerwerk hätte er bei der ursprünglich geplanten Tour verpasst.

Glückliche Zufälle

Und mit glücklichen Zufällen ging es weiter: Bei einem Beachvolleyball-Turnier zwischen Russen und Freundschaftsfahrern in St. Petersburg spielte Henkelmann mit Tour-Organisator Rainer Rothfuß in einer Mannschaft. Die beiden kamen ins Gespräch, und Henkelmann entschloss sich, zusammen mit Rothfuß und Übersetzer Vladimir Safonov am nächsten Tag auf die Krim zu fliegen.

Nach der Landung in Krasnodar schlossen sich die drei den Friedensfahrern auf der Krim-Route an. „Insgesamt waren wir mit über 300 Menschen aus ganz Deutschland und fünfzehn anderen Staaten auf sieben verschiedenen Routen durch ganz Russland und insgesamt 40000 Kilometern unterwegs“, berichtete Henkelmann. In fast jeder Stadt, die sie besuchten, hätten die Russen Empfänge mit Folkloretänzen und Konzerten für sie organisiert. Auch in den russischen Medien sei breit über die Freundschaftsfahrer berichtet worden, sodass sie auf der Straße immer wieder angesprochen worden seien.

Scooter-Konzertin Sewastopol

Von Krasnodar ging es per Fähre auf die Krim nach Simferopol, Sewastopol und Jalta. In Sewastopol ergab sich für die Friedensaktivisten spontan die Möglichkeit, vor Beginn eines Scooter-Konzerts eine kurze Ansprache vor 17000 Zuschauern zu halten. Doch kurz vor dem Konzert wurde die Zusage wieder zurückgenommen, da die Friedensfahrer den Text ihrer Rede nicht rechtzeitig eingereicht hatten.

„Als die Absage kam, waren wir gerade zu Besuch bei Igor, dem Chef der russischen Nachtwölfe“, erzählte Henkelmann. Dieser griff daraufhin kurzerhand zum Handy und organisierte, dass Rainer Rothfuß und Übersetzer Vladimir Safonov doch noch kurz vor Scooter auf die Bühne durften. „Das war uns eine große Hilfe.“

Zedern gepflanzt in Moskau

Beim gemeinsamen Abschlusstreffen aller Freundschaftsfahrer in Moskau pflanzten die Aktivisten gemeinsam mit Russen Zedern als Symbole des Friedens zwischen den Völkern. Am Kreml legten die Friedensfahrer Blumen nieder. Henkelmann begleitete alle Feierlichkeiten und Begegnungen, bei denen er dabei sein konnte, mit seiner Fotokamera. Außerdem schoss er eine ganze Reihe von Porträts, die er gemeinsam mit anderen mitgereisten Fotografen im Rahmen einer Wanderausstellung präsentieren möchte. Schon im Oktober soll die Vernissage im Russischen Haus in Berlin stattfinden.

Weitere Informationen über die Freundschaftsfahrt 2017: https://druschba.info.


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