Waghalsige Slides, Flips und Grinds Osnabrücker Skate-Fest wurde von Regenguss unterbrochen

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Osnabrück. Nicht so viel Teilnehmer und Zuschauer wie in den vergangenen Jahren konnte das 24. Skate-Fest an der Liebigstraße in Osnabrück verzeichnen. Trotz des feuchtkalten Wetters bekamen die Zuschauer aber wieder waghalsige Tricks zu sehen.

Leonard schaute begeistert auf die jungen Leute, die mit ihren Skateboards waghalsige Tricks vorführten: „Das ist echt cool hier“ sagte der Elfjährige aus Berlin. Er ist momentan bei seiner Großmutter zu Besuch in Osnabrück. Sie hatte Leonard und seinen Bruder ins Auto gepackt und war zur Liebigstraße gefahren. Ihr Ziel: Das Skate-Fest, zu dem die Mobile Jugendarbeit im städtischen Fachdienst Jugend die Skaterszene nun schon zum 24. Mal eingeladen hatte.

Amerikanisches Vokabular

Aus den Boxen der Musikanlage dröhnte Hiphop- und Crossover-Musik, derweil Moderator John Hunt den nächsten Fahrer ankündigte. 60 Sekunden hatte Henry Alberts aus Lingen Zeit, um auf dem Parcours seine Slides, Flips und Grinds zu zeigen. So werden die Tricks genannt, die mit dem Board gemacht werden. Wer nicht zur Szene gehörte, merkte schnell, dass die Skateboarder sich eines sehr eigenen, aus dem Amerikanischen entlehnten Vokabulars bedienen: „Street“ nennt sich die Disziplin, „Run“ eine Fahrt über den Parcours und die Juroren, die die Qualität des Gezeigten bewerten, heißen „Judges“. Ein Teilnehmer rutschte rasant mit dem Holz über ein Stahlrohr, flog an dessen Ende ein Stück durch die Luft, landete wieder auf dem Board und fuhr weiter. „Ein toller Slide, und du hast noch zehn Sekunden“, kommentierte John die Szene.

Regen setzt Bahn unter Wasser

Das Wetter machte dem Skate-Fest jedoch zu schaffen. „In den vergangenen Jahren hatten wir mindestens doppelt so viele Teilnehmer und auch Besucher“, erklärte Organisator Marco Brockmann. Doch der feuchtkalte Sommer hatte die Leute davon abgehalten, sich wie sonst üblich auf den Wiesen rund um den Parcours zu setzen, zuzuschauen und zu picknicken. Gegen 17 Uhr musste gar eine Pause eingelegt werden, weil ein heftiger Regenguss die Anlage unter Wasser setzte. Glücklicherweise handelte es sich nur um einen Schauer. Doch um den Wettbewerb weiterführen zu können, mussten die freiwilligen Helfer zunächst zum Abzieher greifen und die Bahnen trocken legen. „Die Anlage darf nur in trockenem Zustand befahren werden“, sagte Brockmann. Die nassen Fahrbahnen seien viel zu rutschig. Da die Anlage aber aus schnell trocknendem Beton ist, konnte sie nach einer knappen Stunde wieder benutzt werden. (Rückblick: Skatefest 2014 wurde in die Skatehalle verlegt)

Nicht so viel Teilnehmer und Zuschauer wie in den vergangenen Jahren konnte das 24. Skate-Fest an der Liebigstraße in Osnabrück verzeichnen. Dennoch gab es wieder waghalsige Stunts. Foto: Gert Westdörp

Vor allem regionale Szene dabei

Nachdem zunächst die Gruppe C mit den unter 14-jährigen Skatern gewertet wurde, waren danach die über 14-Jährigen der Gruppe B an der Reihe. Fünf „Judges“ bewerteten die „Runs“ und gaben das Ergebnis in Tablets ein, die mit einem Rechner verbunden waren. Hier saß David Suhari, der für die Nominierungen, die Wertungen und schließlich für die Kür der Gewinner zuständig war. „Wir haben in diesem Jahr 40 Meldungen“, sagte Suhari. Es waren in den vergangenen Jahren auch schon einmal bis zu hundert. So traf sich jetzt vor allem die regionale Szene. Zum Beispiel Mario Kolkmeyer. Zum neunten Mal nahm er am Skate-Fest teil, zweimal hat er bereits einen Preis gewonnen. Aktiv hatte er sich dafür engagiert, dass die Skate-Anlage an der Liebigstraße erneuert wird. „Der Einsatz hat sich gelohnt. Wenn das Wetter gut ist, bin ich bis zu fünf Mal pro Woche hier“, sagte er.

Skater auch aus anderen Städten

Dass dennoch einige Skater aus anderen Städten nach Osnabrück gereist waren, zeigt die Gewinnerliste: Henry aus Lingen gewann in der Gruppe C, Daniel Meise, auch aus Lingen, in der Gruppe B und die Gruppe A – die von Firmen gesponserten Fahrer – führten schließlich punktgleich Reece Knobloch aus Karlsruhe, Mike Brauer aus Hamburg und Tabo Löchelt aus Münster an. Sie wurden bei der Siegerehrung mit Sachpreisen der Firma Titus ausgestattet.

Erst dreizehn ist der Osnabrücker Mika Möller, der nach Knobloch den zweiten Platz im Bowl Contest machte: Die „Schüssel“ ist ein Betonloch, aus dem ein Normalsterblicher wohl weder auf Rollen noch zu Fuß herauskommen würde. Für Mika kein Problem: Der von Hauptsponsor Titus aufgestellte Skater hat schon in der ARD-Sendung „Klein gegen Groß“ bewiesen, dass er zu den ganz großen Talenten gehört.


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