Vielschichtige künstlerische Positionen Zwei Niederländer stellen im Kunstraum hase 29 aus

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Die gemeinsame Ausstellung mit Stan Klamer (rechts) hat sich Hans Lemmen gewünscht. Foto: Thomas OsterfeldDie gemeinsame Ausstellung mit Stan Klamer (rechts) hat sich Hans Lemmen gewünscht. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Die Landschaft wird im Kunstraum Hase 29 in den Fokus gestellt. Unter dem Titel „landscoping – true places never are“ spielen Hans Lemmen und Stan Klamer mit der Fantasie des Betrachters.

Hans Lemmen lebt in Belgien auf einem Bauernhof. Die industriell bewirtschafteten Landschaften, die er durch sein Atelierfenster sieht, laden ihn zu ausgiebigen Erkundungstouren ein, von denen er gern Fundstücke mitbringt: prähistorische Gefäße oder Faustkeile. Zurück zuhause denkt er darüber nach, was das wohl für Menschen gewesen sind, die vor Jahrtausenden damit gearbeitet haben. Was sie gedacht haben. Mit welchen Problemen sie befasst waren. Dann setzt er diese Gedanken in Zeichnungen um. Wie in ein Schaufenster schaut der Betrachter in die Vergangenheit, zweidimensional, aber dennoch vielschichtig zeigt Lemmen Mensch und Kreatur, zeichnet vieldeutige Szenerien und Mythen, entwirft eine surreale Verbindung zwischen gestern und heute.

„Landscoping“ lautet der Titel einer neuen Ausstellung im Kunstraum Hase 29. „Die beiden niederländischen Künstler, die wir eingeladen haben, blicken durch ein Mikroskop auf die Landschaft“, erklärt Kuratorin Elisabeth Lumme, die die Ausstellung für die Osnabrücker „Gesellschaft für zeitgenössische Kunst“ konzipiert hat. Im Rahmen des Projekts „Kolossal“ hatte sie Lemmen in Kalkriese kennen gelernt. Als sie ihn zu einer Einzelausstellung nach Osnabrück einladen wollte, formulierte er einen Wusch: Gern würde er eine Gemeinschaftsausstellung mit seinem Landsmann Stan Klamer zusammenstellen, den er 1986 in Maastricht kennen gelernt hat, mit dem seither befreundet ist, aber nie zusammen eine Werkschau gezeigt hat.

Jetzt bieten die beiden Künstler zwei äußerst unterschiedliche, zeitgenössische Perspektiven auf die Landschaft. Klamer arbeitet in Amsterdam in einem Atelier mit Blick auf den Hafen. Daher sind seine Bilder nur so mit Zeichnungen von Schiffen, Werkzeugen und nautischen Apparaten gespickt. Zu enzyklopädischen Wimmelbildern werden seine Landschaften, die an Landkarten erinnern. Das umgebende Meer wird stilisiert. Mit Bleistift festgehaltene Miniaturen von Abenteurern und Entdeckern integriert er in grafische Regelsysteme, die sich auf deren Exkursionen beziehen.

Beide Künstler wecken im Betrachter den Impuls, auf eine Reise zu gehen. Sie geben den Startpunkt vor, das Ziel ist ungewiss. Landet man bei den Höhlenmenschen oder in den mikroskopischen Labyrinthen eines Computer-Motherboards?

In das Weltall begibt sich Lemmen mit einer großformatigen Arbeit, die ursprünglich der industriellen Herstellung von Gummimatten diente. Die Unterlage aus Filz mit den Spuren des Arbeitsprozesses verwandelte der Künstler in einen unendlichen Kosmos, in dem ein Astralwesen schwebt. Auch hier verbinden sich Realität und Mythos zu einer vielschichtigen, künstlerischen Position.


hase 29 – Kunstraum der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück (Hasestraße 29): „landscoping – true places never are“. Arbeiten von Hans Lemmen und Stan Klamer. 18. August (Eröffnung um 19 Uhr) bis 29. September. Di., Mi. und Fr. 14-18 Uhr, Do. 16-20 Uhr, Sa. 11-15 Uhr. Eintritt frei.

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