Iburger Reihe unter neuer Leitung Timo Maschmann will „Schlosskonzerte jung und frisch gestalten“

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Freut sich auf den Rittersaal und die Iburger Schlosskonzerte: Timo Maschmann. Foto: Elvira PartonFreut sich auf den Rittersaal und die Iburger Schlosskonzerte: Timo Maschmann. Foto: Elvira Parton

Ab der kommenden Saison übernimmt Timo Maschmann, der Leiter des Euregio Musikfestivals, die Leitung der Iburger Schlosskonzerte. Im Interview spricht er über die neue Aufgabe.

Herr Maschmann, was hat Sie gereizt, die Leitung der Iburger Schlosskonzerte zu übernehmen?

Zunächst einmal der historische Rittersaal im Iburger Schloss. Außerdem baue ich dort auf gewachsene Strukturen auf und freue mich, gestandene Künstler dorthin zu verpflichten und dem Publikum nahezubringen.

Bauen Sie auf die Tradition der Konzertreihe auf, oder gehen Sie neue Wege?

Ich verpflichte mich natürlich der Tradition. Die klassische Musik verbindet mich, den Iburger Schlossverein und das Publikum dort. Dennoch will ich das Programm – neben den gestandenen Künstlern – mit Jungstars und vielleicht mit Wunderkindern bestücken. Dieses Jahr haben wir zum Beispiel Manuel Lipstein, einen 16-jährigen Cellisten, den ich unlängst im Konzert gehört habe, und der sensationell gut spielt. Denn ich lege Wert auf absolute Qualität, auf Künstler mit einer tollen Ausstrahlung.

Welchen Herausforderungen warten auf Sie als Leiter der Schlosskonzerte?

Eine meiner wichtigsten Aufgaben wird sein, die Schlosskonzerte jung und frisch zu gestalten. Dazu gehört der neue Werbeauftritt: neues Logo, neue Webseite.

Wollen Sie auch gezielt neues Publikum erreichen?

Sicher. Dabei soll ja der neue Auftritt helfen. Außerdem erhalten bei bestimmten Konzerten Schülerinnen und Schüler bis 18 Jahre freien Eintritt. Damit wollen wir den Altersschnitt senken und Familien animieren, die Schlosskonzerte zu besuchen – auf diesem Gebiet passiert viel zu wenig. Und schließlich möchte ich Künstler verpflichten, in Schulen zu gehen und dort zu spielen.

Geld ist immer ein leidiges Thema. Steht die Finanzierung der Reihe?

Grünes Licht für die Reihe habe ich erst im Juni bekommen. Seither bin ich dabei, neben den inhaltlichen Konzepten die Reihe auch wirtschaftlich auf solide Beine zu stellen. Das ist ein Prozess, aber ich bin auf gutem Weg.

Nächstes Jahr findet in Bad Iburg die Landesgartenschau, die „Laga“ statt. Was machen die Schlosskonzerte dazu?

Wir wollen uns mit der Leitung der Laga zusammensetzen und schauen, ob wir im Sommer zusammen Konzerte machen wollen. Da ist noch nichts festgelegt, aber die Absicht besteht.

Welches sind Ihre persönlichen Höhepunkte in der ersten Spielzeit?

Manuel Lipstein habe ich bereits erwähnt; einen Cellisten von seiner Qualität hört man selten. Vor allem in dem Alter. Eine absolute Überraschung für mich ist aber der Pianist Pavel Nersessian: Der unterrichtet am Konservatorium in Moskau und an der Boston University, und von diesem Musiker gibt es Mitschnitte von Schuberteinspielungen, die meiner Meinung nach den Schubert‘schen Klang wunderbar einfangen. Ihn habe ich angeschrieben, und kurioserweise hat er nächstes Jahr im Juni noch genau einen Tag frei, nämlich den 11. Juni, einen Montag. Er hat geschrieben, er könne sich vorstellen, an diesem Tag hier im Rittersaal zu spielen, und da habe ich ihn für diesen Abend verpflichtet. Auch wenn die Konzerte normalerweise sonntags stattfinden. Das finde ich gut im Zusammenhang mit Schubert: Dessen Musik soll sich als roter Faden durch die ganze Reihe ziehen; in jedem Konzert soll wenigstens ein Werk von Schubert erklingen. Für mich ist es eine Sensation, dass dieser gefragte Mann für sein einziges Deutschlandkonzert nach Bad Iburg kommt.

Bei Schubert drängt sich natürlich die Frage nach historischer Aufführungspraxis auf. Wie halten Sie es damit?

In der ersten Konzertsaison spielt das keine Rolle. Aber ich will Erfahrungswerte sammeln und schauen, wie ich die Reihe mittelfristig entwickeln kann. Klassik an ungewöhnliche Orte bringen, die Vernetzung mit den Institutionen vor Ort: All das habe ich für die Zukunft vor. Doch für die erste Saison drängt die Zeit so sehr, dass ich vor allem damit befasst bin, eine schöne erste Saison zu entwickeln. In welche Richtung sich das dann entwickelt, weiß ich noch nicht.

Ein Schnittstelle liegt auf der Hand: die mit dem Euregio Musikfestival, das Sie ja auch leiten. Wird es da einen Austausch geben?

Das praktiziere ich bereits mit den Konzerten im Wasserschloss in Tecklenburg. Auch die Iburger Schlosskonzerte im April, Mai und Juni fließen in die Euregio-Konzerte ein und werden dort mit beworben. Das ist so besprochen und auch gewollt.


Iburger Schlosskonzerte: Auftakt am 27. August, 18 Uhr im Innenhof des Iburger Schlosses mit M5 Mexican Brass. Karten zu 27 Euro (ermäßigt 17 Euro) über die NOZ-Geschäftsstellen, die Tourist Information Bad Iburg und Osnabrück sowie über Tel. 0541/40712873 und per Mail unter tickets@schlosskonzert.de. Weitere Infos: www.euregio-musikfestval.de

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