Investitionen in der Pipeline Neue WFO-Chefin: Mehr Zeit für die Unternehmen

Von Rainer Lahmann-Lammert

Aus Essen kommt Marina Heuermann, die neue Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Osnabrück. Foto: Gert WestdörpAus Essen kommt Marina Heuermann, die neue Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Osnabrück. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Sie will den Unternehmen einen besseren Service bieten, dazu mehr Flächen für Expansion oder Neuansiedlung. Sie verspricht, die Wirtschaftsförderung schlagkräftiger zu machen und kündigt ein Perspektivkonzept bis 2030 an. Marina Heuermann, die neue Geschäftsführerin der WFO, hat sich viel vorgenommen.

Die 1965 geborene Chefin der Wirtschaftsförderung Osnabrück (WFO) hat im April ihre neue Stelle angetreten, nachdem sie 17 Jahre lang in Essen tätig war. Im Pressegespräch am Dienstag rutschte ihr noch einmal der zur Routine gewordene Begriff vom „Standort Essen“ heraus, den Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sanft korrigierte. Marina Heuermann sieht es als ihre Aufgabe an, die Zahl der Unternehmen und der qualifizierten Arbeitsplätze zu erhalten und auszubauen.

„Kümmerer und Lotse„

Überrascht habe sie die große Zahl von 160 Immobilienanfragen pro Jahr, bekundete die neue Geschäftsführerin. Das sei ein Indiz für die Attraktivität der Stadt. 25 laufende Projekte mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro seien am Start. Als Beispiel nannte sie ein neues Bürogebäude des Planungsbüros pbr Rohling im Wissenschaftspark, die Standortverlagerung des Verpackungsspezialisten Thermodyne an die Nordstraße, Erweiterungen bei Helmers Maschinenbau am Fürstenauer Weg und Sievers-SNC Computer & Software an der Hans-Wunderlich-Straße. Viele weitere Investitionen seien „in der Pipeline“. So würden neue Arbeitsplätze geschaffen und vorhandene gesichert.

Die Wirtschaftsförderung wolle bei solchen Prozessen „Kümmerer und Lotse“ sein und die Unternehmen bei Behördenverfahren begleiten. Wichtig sei auch weiterhin die Bereitstellung neuer Gewerbeflächen, zudem wolle die WFO die Region und die Stadt vermarkten. Unter dem Strich gehe es darum, mehr Zeit für die Unternehmen zu haben, gab Heuermann zu bedenken. Zugleich schränkte sie ein, ihr Team sei zwar sehr engagiert, aber „vergleichsweise klein und überschaubar“. Die vielfältigen Aufgaben seien damit „nicht händelbar“.

Größeres Team

Um sich besser aufzustellen, will die Wirtschaftsförderung ihre Aufgaben durchleuchten und die Handlungsfelder der Zukunft in den Blick nehmen. Hans-Christoph Gallenkamp, Vorsitzender des Vereins für Wirtschaftsförderung in Osnabrück und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der WFO, ging auf Einzelheiten ein. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess mit allen relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung solle ein Strategiepapier entstehen, um für die Arbeit im Jahr 2030 gerüstet zu sein.

Auch Gallenkamp gab zu verstehen, dass er sich eine stärkere Personaldecke für die Wirtschaftsförderung wünsche. Zunächst gehe es aber darum, die Zukunftsaufgaben zu definieren. Möglicherweise könnten dabei projektbezogene Fördermittel akquiriert werden.