Jubiläumsfeier bei Osnabrücker Schülerhilfe „Sieben Plus“ unterstützt Jugendliche mit Migrationshintergrund

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Ramis Konya, Vorsitzender des VPAK, Bürgermeisterin Birgit Strangmann und die beiden Projektleiterinnen Deike Weckenborg und Sema Heck feierten gemeinsam das 30. Jubiläum der Schülerhilfe „Sieben Plus“. Foto: Thomas OsterfeldRamis Konya, Vorsitzender des VPAK, Bürgermeisterin Birgit Strangmann und die beiden Projektleiterinnen Deike Weckenborg und Sema Heck feierten gemeinsam das 30. Jubiläum der Schülerhilfe „Sieben Plus“. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Seit 30 Jahren können Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund die Schülerhilfe des Osnabrücker Vereins VPAK in Anspruch nehmen. Dieses Jubiläum wurde bei einem interkulturellen Sommerfest gefeiert.

Elternersatz, zweite Heimat, prägend für die eigene Identität – solche warmen Worte fanden ehemalige und aktive Teilnehmer für die Bildungsarbeit des Vereins zur pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK). Dessen Projekt „Sieben Plus“, das sich um Schüler ab der siebten Jahrgangsstufe kümmert, feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum.

Die Schülerhilfe wendet sich an Kinder, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Sie haben es in der Schule nicht leicht: Vorurteile von Mitschülern und Lehrkräften gegenüber Migranten und die Unkenntnis der Eltern über das deutsche Schulsystem würden zu schlechten Noten und Ausgrenzung beitragen, sagte Ramis Konya. Der heutige Vorsitzende des VPAK gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. „Bildung ist der Weg aus der sozialen Isolation“, davon ist der Deutsch-Türke überzeugt.

Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe

Aktuell wird „Sieben Plus“ von Deike Weckenborg und Sema Heck geleitet. Sie organisieren tägliche Arbeitsgruppen zu den unterschiedlichen Schulfächern. Von 14 bis 19 Uhr werden die Kinder von Studenten bei ihren Hausaufgaben unterstützt und bekommen auch Nachhilfe. Zusätzlich gibt es an jedem Freitag und Samstag Deutschkurse.

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205 Kinder und Jugendliche nehmen in diesem Schuljahr am Projekt teil. Die Eltern zahlen dafür einen Beitrag von 40 Euro pro Monat. Die restlichen Kosten werden durch Spenden, Stiftungen und Zuwendungen der Stadt Osnabrück finanziert. Stellvertretend für die Kommune nahm deshalb auch Bürgermeisterin Birgit Strangmann an der Jubiläumsfeier teil. „Die Zuschüsse der Stadt an den VPAK sind gut angelegt“, zeigte sie sich überzeugt, „das Projekt Sieben Plus leistet vorbildliche Bildungsarbeit.“ Mehr als 10.000 Schüler aus 30 verschiedenen Herkunftsländern haben über die letzten 30 Jahre davon profitiert.

Von der Schulbank in die Selbstständigkeit

Wie sehr, das machte Vëllaznim Haziri deutlich. Früher selbst Teilnehmer des Projekts, leitet er inzwischen ein Dolmetscherbüro und ist Vorsitzender des Migrationsbeirates der Stadt. Ohne den VPAK wäre das nicht möglich gewesen, sagte er. Vor allem im Schulfach Latein „konnten mir meine Eltern nicht helfen, sie hatten ja schon genug zu tun, Deutsch zu lernen“, so der Osnabrücker mit kosovarischen Wurzeln. Mit der Hausaufgabenbetreuung schaffte er Bestnoten im Abitur. „Migrantenkinder sind nicht weniger intelligent oder fleißig“, sagte er, „sie stehen nur vor größeren Herausforderungen.“

Angesichts solcher Worte kamen Projektleiterin Deike Weckenborg wiederholt die Tränen. Seit 1999 bei Sieben Plus aktiv, hat sich auch mal uneinsichtige Schüler zum Vokabellernen ins Büro eingesperrt, gab sie lachend zu. Der Sympathie und dem Erfolg hat das keinen Abbruch getan. Das machten Teilnehmer und Ehemalige beim Jubiläumsfest mehr als deutlich.

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