Frost und Mühe So war die Erdbeersaison 2017 im Osnabrücker Land

Von Carolin Hlawatsch

Trotz der für Erdbeeren nicht idealen Wetterlage zeigt sich Elisabeth Aryus-Böckmann, Inhaberin Böckmann Erdbeeren GbR zufrieden mit der Erdbeer-Saison 2017. Foto: Carolin HlawatschTrotz der für Erdbeeren nicht idealen Wetterlage zeigt sich Elisabeth Aryus-Böckmann, Inhaberin Böckmann Erdbeeren GbR zufrieden mit der Erdbeer-Saison 2017. Foto: Carolin Hlawatsch

Hagen/Glandorf/Melle.  Später Frost und Trockenheit haben den Erdbeer-Bauern im Osnabrücker Land in diesem Jahr zu schaffen gemacht. Trotzdem fiel die Ernte passabel aus. Die Früchte waren süß und saftig, aber auch etwas teurer als 2016.

Mit Erdbeeren aus dem Gewächshaus und unter Folien-Tunneln gezüchtet, startete der Erdbeerverkauf im April auf dem Hof Ehrenbrink-Brockmeyer in Hagen a.T.W.. „Im April und Mai lag der Preis für 500 Gramm Erdbeeren bei uns bei 3,80 Euro“, berichten Claudia und Martin Ehrenbrink. Mit Beginn der Freilandsaison sei der Preis gesunken und in der Haupterntezeit der Erdbeeren im Juni mit 2,50 Euro pro Pfund am niedrigsten gewesen. „Derzeit kosten 500 Gramm Erdbeeren in unserem Hofladen drei Euro. Dieser Preis wird aller Voraussicht nach bis Ende August stabil bleiben“, sagt Claudia Ehrenbrink. Danach sei Schluss mit Erdbeeren für dieses Jahr, denn dann würden sich ihre Kunden auf spätsommerliche Früchte wie Zwetschgen oder Mirabellen freuen. Die Ehrenbrinks vermarkten Erdbeeren, gezüchtet werden sie auf ihrem Hof in Hagen nicht. „Wir beziehen die Erdbeeren aus Glandorf vom Hof Toppheide“.

Frost im Mai

Klaus Toppheide blickt auf eine durchwachsene Saison zurück. Fröste, die bis in den Mai hineinreichten, machten es ihm, wie vielen anderen Erdbeer-Produzenten nicht leicht. Trotz Frostschutzberegnung und Vliesabdeckung sei ein großer Teil seiner Erdbeerblüten erfroren. „Ich erinnere mich an eine Frostnacht im Frühsommer, in der der Wind so kräftig blies, dass er die eiskalte Luft unter das Schutz-Vlies drückte. Alle Blüten, die in Windrichtung standen, haben darunter gelitten“, so Betriebsleiter Toppheide. Diese wetterbedingten Schäden hätten dafür gesorgt, dass Erdbeeren in dieser Saison durchgehend relativ teuer waren. Weil es weniger Beeren gab, seien auf dem Hof Toppheide auch weniger Arbeitskräfte im Einsatz gewesen. Während im letzten Jahr 350 Mitarbeiter über die Saison tätig waren, waren es nun 300. Noch bis Ende September werden bei Toppheide in Glandorf Erdbeeren angeboten. „Das ist möglich, da wir in diesem Jahr erstmals auch in Tunneln anbauen“, sagt Klaus Toppheide.

Böckmann zieht Bilanz

Und wie verlief die Saison auf dem Erdbeerhof Böckmann in Melle-Neuenkirchen? „Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen, kleine Verluste gab es bei uns aber auch“, resümiert Elisabeth Aryus-Böckmann. Am 27. April war der erste Erntetag bei Böckmann. Die frühesten Früchte lagen preislich bei 4,20 Euro pro Pfund. Zur Haupterntezeit sank der Preis auf drei Euro für 500 Gramm. „Jetzt liegen wir bei 3,20 Euro“, sagt Elisabeth Aryus-Böckmann. In ihrem Betrieb habe man versucht, mit doppelt ausgelegtem Vlies Blüten und Früchte zu schützen. Eine Lage Vlies könne Temperaturen bis minus ein Grad abhalten. „Die Eisheiligen haben in diesem Mai mit Temperaturen deutlich unter null Grad richtig zugeschlagen.“ Erschwerend hinzu kam Trockenheit. „Weil wir im Sommer immer schon die Jungpflanzen für das nächste Jahr setzen, mussten wir ordentlich bewässern“, erklärt die Erdbeer-Expertin. Das Regenwetter am vergangenen Wochenende war perfekt für die Jungpflanzen. Böckmanns Verkaufsstände in Erdbeer-Optik werden noch bis zum letzten Augustwochenende geöffnet sein.


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