Einfachere Beratung Osnabrück bekommt einen Pflegestützpunkt

Von Sandra Dorn

Als eine der letzten Kommunen in Niedersachsen will Osnabrück einen Pflegestützpunkt einrichten. Foto: Jens Büttner/dpaAls eine der letzten Kommunen in Niedersachsen will Osnabrück einen Pflegestützpunkt einrichten. Foto: Jens Büttner/dpa

Osnabrück. Als eine der letzten Kommunen in Niedersachsen will Osnabrück einen Pflegestützpunkt einrichten. Was heißt das?

Rund 5000 Menschen in Osnabrück sind pflegebedürftig, das sind etwa drei Prozent – Tendenz steigend. Bis 2031 werden es laut Prognosen der Stadt wohl 6000 Pflegebedürftige sein. Doch das Thema Pflege ist für die Betroffenen vor allem eines: kompliziert. Was steht einem Ehepaar zu, wenn einer der Partner pflegebedürftig wird? Wie kommen sie an ein Pflegebett? Wie finden sie einen Heimplatz? Wie wird der Pflegegrad ermittelt? Als erste Anlaufstelle sind Pflegestützpunkte dazu da, die Betroffenen kostenlos und unabhängig zu beraten und den Kontakt zur Pflegekasse herzustellen.

Stadt hinkt hinterher

In fast allen niedersächsischen Kommunen und Landkreisen gibt es bereits solche Pflegestützpunkte, auch der Landkreis Osnabrück hat einen eingerichtet. Hier lotsen die Mitarbeiter Pflegebedürftige und ihre Angehörige schon seit sieben Jahren durch den Dschungel der Pflege-Bürokratie. Nur die Stadt hinkt noch hinterher. 2009 hatten das Land Niedersachsen, Kommunalverbände und Pflegekassen eine Vereinbarung zur Verbesserung des Beratungsangebotes abgeschlossen. Die Einrichtung von Pflegestützpunkten in allen Landkreisen und kreisfreien Städten wird darin angestrebt – aber auf freiwilliger Basis.

Ratsbeschluss vom 30. Mai

Geschlossen hat der Rat Ende Mai die Verwaltung beauftragt, sich um die Einrichtung eines Pflegestützpunktes zu kümmern. Mittlerweile sind die Planungen konkreter geworden und waren jetzt Thema im Sozial- und Gesundheitsausschuss, wo sie fraktionsübergreifend großen Anklang fanden. Die Stadt beobachtet nicht nur einen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen, sondern auch des Beratungsbedarfs. Durch die Umstellung der drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade in diesem Jahr wird eine weitere Zunahme erwartet. Pflegegrad eins können auch schon Menschen erlangen, die bereits (meist körperlich) eingeschränkt sind, aber bislang keine Pflegestufe bekommen haben.

An Seniorenstützpunkt andocken

Was es seit 2014 in Osnabrück bereits gibt, ist ein Seniorenstützpunkt, der vom Land Niedersachsen jährlich mit 40000 Euro gefördert wird und beim Seniorenbüro angesiedelt ist – eine Anlaufstelle für Menschen ab 55 Jahren. Der Seniorenstützpunkt an der Bierstraße 32 a ist zudem eng verzahnt mit der städtischen Freiwilligenagentur. Der Pflegestützpunkt, der die Stadt knapp 20000 Euro jährlich kosten wird (60000 Euro schießen die Pflegekassen hinzu), soll daher organisatorisch an den Seniorenstützpunkt angedockt werden und möglichst auch räumlich. Das hält nicht nur die Verwaltung für sinnvoll, sondern auch die Ausschussmitglieder sprachen sich mit Nachdruck dafür aus. Auch beim Landkreis befinden sich beide Stützpunkte unter einem Dach. Entschieden ist indes noch nichts.

Kooperation mit dem Landkreis?

In wieweit die Stadt mit dem Pflegestützpunkt des Landkreises kooperieren wird, ist noch offen. Laut Karin Heinrich, Leiterin des Fachbereichs Integration, Soziales und Bürgerengagement, sei ein erstes Gespräch darüber geführt worden.


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