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Zwiegespräche unter Künstlerinnen

Gestalt und Raum sind ursprünglich bei Jelena Reinert. Foto: privatGestalt und Raum sind ursprünglich bei Jelena Reinert. Foto: privat

Osnabrück. Der Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Osnabrück präsentiert in Kooperation mit der Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück in seiner Galerie Kunst-Quartier zur arte regionale V vom 7. August bis 25. September die Ausstellung „Zwiegespräche“ Malerei, Objekt und Mischtechnik von Helga Neuber und Jelena Reinert.

Helga Neuber, BBK Oldenburg, und Jelena Reinert, BBK Osnabrück, debattieren zusammen und setzen sich mit ihren Positionen, ihrem Meinungsaustausch künstlerisch auseinander. „Gegensätze ziehen sich an“ – dieses Sprichwort scheint sich bei der Konzeption der Ausstellung „Zwiegespräche“ zu bewahrheiten. Im wunderschönen Turmzimmer eines ungarischen Schlosses, das die Künstlerinnen vor 20 Jahren während einer Malreise gemeinsam bewohnten, begannen ihre Zwiegespräche. Es folgten mehrere große gemeinsame Reisen nach Frankreich, Spanien, Griechenland, Italien, auch Seminare und gemeinsame Ausstellungsbesuche. Besonders durch regelmäßige Phasen gemeinsamer Arbeit gab es intensive Zwiegespräche über die Kunst im Allgemeinen oder auch als konkrete Überlegungen zu ihren Werken.

Was liegt da näher, als eine gemeinsame Ausstellung, in der Übereinstimmungen, aber auch Gegensätze in der Arbeit beider Künstlerinnen sichtbar werden?

Helga Neuber und Jelena Reinert zeigen Objekte aus so unterschiedlichen Materialien wie Klinker, Glas, Papier, Metall. Auch ihre Acrylbilder lassen die sehr verschiedenartigen Herangehensweisen an die Kunst deutlich werden.

Meditative Strukturen

Stille, fast meditative Strukturen und Flächen stehen temperamentvollen Bildern gegenüber, auf denen manchmal die menschliche Figur zu ahnen ist, kontrastreiche Zeichen deuten Schrift-Bruchstücke an.

Bei allen Gegensätzen verbindet beide Künstlerinnen die Freude am Experimentieren, die sich in allen Arbeiten niederschlägt. So entstanden im Zwiegespräch auch drei gemeinsame Objektkunstwerke für diese Ausstellung.

Helga Neuber: „Ich liebe Experimente. So entstehen meine Bilder auf Leinwand, Karton, Papier oder Filzpappe. Ich male mit dem Pinsel, den Fingern, wische mit Schwamm oder Stoff, kratze mit Spachtel oder drucke mit Folien. Ich benutze Farben, Torf, Tapetenkleister, Pulpe und Sand. Auf alle Fälle strebe ich ein „in sich stimmiges Bild“ an, das nach Möglichkeit auch eine Atmosphäre haben soll, die den Betrachter animiert, eigene Gedanken zu entwickeln, die Erinnerungen und Assoziationen wachruft.“

Jelena Reinert: „Ich erfahre Linie und Fläche im stillen Dialog im Geflecht der Farben. Alles kann geschehen, Gestalt und Raum sind ursprünglich – können Anlass sein, Form zu geben. Es ist ein Prozess ständiger Entscheidungen und eine geistige Auseinandersetzung mit dem Medium.“

Die Ausstellungen „Zwiegespräche“ Jelena Reinert und Helga Neuber „Malerei, Objekt, Mischtechnik“ ist vom 7. August bis 25. September zu besichtigen. Eröffnung am 6. August um 19 Uhr im Kunst-Quartier, Bierstraße 33, 49074 Osnabrück. Öffnungszeiten: Di.–Fr. 14–18 Uhr, Sa. 11–15 Uhr. Weitere Infos unter: Tel. 05402/691907.


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