Welthits aus erster Hand Albert Hammond begeistert im Rosenhof-Zelt am Hafen

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Personifizierte Musikgeschichte: 
              
              Albert Hammond bei „Rosenhof On Tour“ im Osnabrücker Hafen. Foto: Swaantje Hehmann.Personifizierte Musikgeschichte: Albert Hammond bei „Rosenhof On Tour“ im Osnabrücker Hafen. Foto: Swaantje Hehmann.

Osnabrück. Das Beste aus drei Jahrzehnten: Auf eine knapp zweistündige Reise durch die Geschichte der Popmusik nahm und riss Sänger und Komponist Albert Hammond seine Zuhörer mit beim Auftakt der „Rosenhof On Tour“-Station am Osnabrücker Hafen.

Diese Geschichte hat der 73-jährige selbst mitgeschrieben. Denn zahlreiche Welthits für viele ganz unterschiedliche Künstler stammen aus der Feder des in Gibraltar aufgewachsenen Wahlkaliforniers. Im mobilen Musikzirkuszelt wurden viele davon aus erster Hand vom Hersteller persönlich präsentiert. So erlebten auch diejenigen, denen der Musiker vorher namentlich kein Begriff war, das ein oder andere Aha-Erlebnis: „Das ist auch von dem?“, vernahm man des Öfteren aus den voll besetzten Stuhlreihen. Ob Joe Cockers „Why Don´t You Love Me Anymore“, Tina Turners „I Don´t Wanna Loose You“, Jefferson Starships „Nothing´s Gonna Stop Us Now“, bei dem es niemanden mehr auf den Stühlen hielt, oder Whitney Houstons „One Moment In Time“, das von so manchem inbrünstig mitgesungen wurde: All das stammt aus der Feder von Albert Hammond, der somit aus dem großen Repertoire seines eigenen Songbooks schöpfen konnte.

Nicht schmutzig

Dabei reihten sich auch viele Stücke, die er ausschließlich für sich selbst komponiert hat, sich in das Ohrwurm-Festival ein.  Im juvenilen Outfit mit Käppi, Jeans und Turnschuhen erzählte der scheinbar ewig Junggebliebene, was ihn zu Beginn der Siebzigerjahre in Hollywood dazu veranlasste, mit „Down By The River“ den mutmaßlich ersten Anti-Umweltverschmutzungssong der Musikgeschichte zu schreiben. Schmutzig ist in Hammonds zeitlos eingängigem, stets Refrain-fixiertem und so harmonie- wie melodiebetontem Mainstream-Pop dann auch allenfalls das ein oder andere E-Gitarren-Solo oder seine mitunter bemüht verruchte Stimme.  Seine vierköpfige, aus Schottland stammende Begleitband geizte mit Experimenten, während der Meister in ebenso konventioneller Lagerfeuermanier die Akustikgitarre anschlug.

Nostalgie und Pathos

Vom ersten Ton an war im Rosenhof-Tour-Zelt rhythmisches Mitklatschen angesagt. Die lebende Legende auf der Bühne animierte aber auch zum Mitsingen, etwa um die „Good Old Days“ zu feiern. Für „When You Tell Me That You Love Me“, das Hammond für Diana Ross geschrieben hat, stieg er nahbar hinab ins Publikum, um sich von seinen weiblichen Fans auch buchstäblich berühren zu lassen. Die schmolzen dahin beim schnulzig-pathetischen „To All The Girls I´ve Loved Before“, mit dem er vor mehr als 30 Jahren Julio Iglesias dessen internationalen Durchbruch als auch englischsprachiger Crooner bescherte.

Den Regen weggesungen

Aus seinem persönlichen eigenen Lieblingsalbum „Your World and My World“ spielte er unter anderem das Titelstück und „Memories“. In Erinnerungen schwelgten wohl auch die überwiegend betagteren Fans, als Hammond nach mehr als zwei Dutzend Songs am Ende mit seinen größten eigenen Hits das Zelt verzauberte. Als Zugabe gab es dabei neben dem Kracher „The Free Electric Band“ und der Ballade „The Air That I Breathe“ auch den Welthit „It Never Rains in Southern California“. Da hatte es auch am Osnabrücker Hafen längst aufgehört zu regnen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN