Bundestagswahl 2017 in der Stadt Osnabrück Thomas Thiele (FDP) will das „Raumschiff Berlin“ erden

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Thomas Thiele, Hautarzt und Bundestagskandidat der FDP in Osnabrück, verbringt nach eigenen Angaben oft mehr Zeit in seiner Praxis als zu Hause. In den Behandlungspausen zieht es ihn gerne auf den Balkon. Dort sind die Aussichten auch auf jeden Fall besser als bei der Wahl im September. Foto: Michael GründelThomas Thiele, Hautarzt und Bundestagskandidat der FDP in Osnabrück, verbringt nach eigenen Angaben oft mehr Zeit in seiner Praxis als zu Hause. In den Behandlungspausen zieht es ihn gerne auf den Balkon. Dort sind die Aussichten auch auf jeden Fall besser als bei der Wahl im September. Foto: Michael Gründel 

Osnabrück. Zum zweiten Mal nach 2013 kandidiert FDP-Ratsfraktionschef Thomas Thiele für den Bundestag. Trotz geringer Chancen auf ein Mandat will der 60-Jährige in Osnabrück für liberale Positionen kämpfen. An Selbstbewusstsein fehlt es nicht: „Ich halte mich für einen guten Hauptdarsteller unserer Partei.“

Was große Politik angeht, hat der Name Thiele in Osnabrück Tradition. Carl-Ludwig Thiele, heute im Vorstand der Bundesbank, saß von 1990 bis 2010 für die FDP im Bundestag, war lange Zeit sogar Fraktionsvize. „Er hat dort viele Dinge auf den Weg gebracht“, sagt Thomas Thiele über seinen älteren Bruder. Daran wolle er anknüpfen. Mehr noch: Wer den Freidemokraten von der Illoshöhe nach seiner politischen Agenda für Berlin befragt, bekommt den Eindruck, als habe er in der Hauptstadt vor allem eins vor: mal so richtig aufräumen.

Es werde ja zu viel taktiert in der Politik, klagt Thiele, für klare Ansagen und kesse Sprüche bekannt. Er wolle lieber „eine Gesellschaft, die etwas nach vorne bringt“. So erscheint dem Osnabrücker vieles von dem, was im Bund passiert, zu abgehoben, zu weit weg von der Basis. „Wir müssen bei den Menschen sein und das Raumschiff Berlin erden.“ Welche Strippen dafür zu ziehen wären, könnte der gelernte Radio- und Fernsehtechniker möglicherweise herausfinden. Angst davor heiße Eisen anzufassen, hat der promovierte Hautarzt Thiele, FDP-Mitglied seit 1980, jedenfalls nicht. Überhaupt: Wenn etwas brennt, dann angeblich er selbst: „Ich brenne für die Partei, ich brenne für liberale Ideen. Und ich brenne für dieses Land!“

Klarheit schaffen, Menschen motivieren

Liberal zu sein, das bedeutet für den 60-Jährigen in erster Linie: möglichst viel Spielraum für den Einzelnen und möglichst wenig Einmischung durch den Staat. „Thiele steht für Transparenz, für Freiheit in Verantwortung“, brachte es der FDP-Kreisverband bei seiner Nominierung auf den Punkt. Chancengerechtigkeit, Bildung, Integration lägen ihm, dem verheirateten Vater dreier Kinder, besonders am Herzen. Große Bauchschmerzen bereiteten ihm hingegen „Populismus, Klientelpolitik, Korruption und Aufblähung der Verwaltungsapparate“.

In manchen Bereichen hilft laut Thiele nur noch Tabula rasa, ein reiner Tisch. Wenn es nach ihm ginge, gehört beispielsweise das deutsche Steuersystem radikal vereinfacht, außerdem jedes Gesetz, jede Regelung, jede Vorschrift automatisch „nach vier Jahren in den Orkus“. Nur was sich bewährt habe, werde neu beschlossen – aber immer mit Verfallsdatum. „Wir brauchen mehr Klarheit. Die Menschen müssen verstehen, worum es geht. Dann sind sie auch motiviert und können das Beste für die Gemeinschaft geben.“ Der Staat, erklärt Thiele, sei doch bloß eine „Hülle“, ein Mittel zum Zweck, und dürfe deshalb nicht zu stark in das Leben seiner Bürger eingreifen. „Der Mensch soll frei sein in seinen Möglichkeiten, und Politik muss ihn in die Lage versetzen.“

Außenseiter im Wahlkreis und auf der Landesliste

Seine Partei sieht Thiele nach dem Totalabsturz 2013, als die FDP erstmals aus dem Bundestag flog, im Aufwind. Die Liberalen hätten unter dem jungen Bundesvorsitzenden

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