Neues Angebot der Caritas Geflüchtete erhalten in Osnabrück Hilfe bei der Rückreise

Dank der Kooperation zwischen dem Caritasverband und dem Raphaelswerk kann das in Osnabrück angesiedelte, neue Angebot der Rückkehrberatung für Geflüchtete in wenigen Tagen starten; im Bild von links: Günter Sandfort, Uta Koch, Magret Pues, Ansgar Bensmann, Tobias Mühlenstrodt und Magdalena Kruse. Foto: Christoph BeyerDank der Kooperation zwischen dem Caritasverband und dem Raphaelswerk kann das in Osnabrück angesiedelte, neue Angebot der Rückkehrberatung für Geflüchtete in wenigen Tagen starten; im Bild von links: Günter Sandfort, Uta Koch, Magret Pues, Ansgar Bensmann, Tobias Mühlenstrodt und Magdalena Kruse. Foto: Christoph Beyer

cby Osnabrück. Die Anzahl von Flüchtlingen, die freiwillig in ihr Heimatland ausreisen steigt – nicht nur in Niedersachsen, sondern bundesweit. Damit wächst auch der Bedarf an kompetenter Beratung. Ab Mitte August bietet nun der Osnabrücker Caritasverband in Kooperation mit dem Raphaelswerk aus Hannover eine Rückkehrberatung für Geflüchtete an.

Rund 12.000 Geflüchtete in Niedersachsen kehrten 2016 freiwillig in ihr Heimatland zurück. 1500 von ihnen hat das Raphaelswerk beraten. Über die Hälfte entschied sich danach für die Ausreise. Der Fachverband der Caritas kann bei seinem Beratungsangebot auf jahrzehntelange Erfahrungen zurückgreifen.

Angebot für das westliche Niedersachsen

Die Einrichtung einer Rückkehrberatung in Osnabrück, die ihr Angebot für das westliche Niedersachsen vorhält, ergänzt das bereits bestehende, vielfältige Beratungsangebot der Caritas. „Es ist ein Beratungssegment, dass uns bisher noch fehlte. Angesichts der steigenden Rückkehrerzahlen freuen wir uns sehr über die Kooperation und darüber, diese Beratung nun anbieten zu können“, betonte Günter Sandfort, stellvertretender Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück. Das Beratungsangebot erfolgt im Abstand von 14 Tagen, jeweils über drei Stunden.

Magdalena Kruse, Sozialpädagogin beim Raphaelswerk, ist eine der Beraterinnen. Aktuelles Ziel der deutschen Flüchtlingspolitik sei es, so Kruse, Menschen, die keine Bleibeperspektive haben oder aus sicheren Herkunftsländern kommen, schnell in ihre Heimatländer zurückzuführen. „Umso mehr sehen wir es als unsere Aufgabe an, diesen Personenkreis umfassend zu beraten, mögliche Perspektiven hier und im Heimatland aufzuzeigen, eine Rückkehr in Würde zu ermöglichen und über Hilfen zum Start im Heimatland zu informieren oder diese zu vermitteln.“

„Beratung ergebnisoffen“

Kruse betonte, dass die Beratung ergebnisoffen sei. Die Beweggründe für eine freiwillige Rückkehr seien sehr individuell und komplex. „An erster Stelle geht es um familiäre oder persönliche Gründe, dann folgen abgelehnte Asylanträge und Ausreiseaufforderungen. Auch Heimweh, Perspektivlosigkeit und die fehlende Möglichkeit, die Familie nachzuholen, sind wichtige Aspekte“, erläuterte die Expertin. Der Schwerpunkt der Beratungsarbeit liegt bei Personen, die besonders verletzbar sind: „Da geht es zum Beispiel um alleinreisende Mütter mit Kindern oder alte und kranke Menschen“, so Kruse.

Angesichts aktueller Entwicklungen geht Günter Sandfort von einem steigenden Bedarf an Rückkehrberatungen aus. Die Etablierung eines darauf abgestimmten Hilfsangebots sei deshalb besonders wichtig. „Eine freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen in ihr Herkunftsland ist deutlich humaner als eine Abschiebung, die ohnehin nur das letzte Mittel sein sollte“, betonte der stellvertretende Caritasdirektor.

Caritas finanziert 15.000 Euro

15.000 Euro stellt die Caritas für das Beratungsangebot aus Eigenmitteln bereit. Durch die weltweite Vernetzung des Raphaelswerks und das profunde Wissen der Beratenden können für die Geflüchteten wichtige Hilfestellungen gegeben werden.

Die neue Sprechstunde findet ab dem 16. August im Abstand von zwei Wochen jeweils mittwochs von 10.30 Uhr bis 13.30 Uhr in der Caritasberatungsstelle, Große Rosenstraße 39/40, Osnabrück statt. Tel. 0541/349698-21 oder 0511/7005206-11


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