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Bundestagskandidat im Portrait Mathias Middelberg will für die CDU wieder nach Berlin

Mathias Middelberg will bei der Bundestagswahl 2017 für die Osnabrücker CDU zum dritten Mal in Folge ins Parlament einziehen. Der 52-Jährige ist in Osnabrück verwurzelt, mag aber die internationale Atmosphäre in Berlin. Foto: Michael GründelMathias Middelberg will bei der Bundestagswahl 2017 für die Osnabrücker CDU zum dritten Mal in Folge ins Parlament einziehen. Der 52-Jährige ist in Osnabrück verwurzelt, mag aber die internationale Atmosphäre in Berlin. Foto: Michael Gründel 

Osnabrück. In gewisser Weise lebt Mathias Middelberg in zwei Welten: Hier das beschauliche Osnabrück, dort die Weltstadt Berlin, wo er seit acht Jahren für die CDU im Bundestag sitzt. Wenn es nach dem 52-Jährigen geht, sollen bei der Bundestagswahl noch vier weitere herausspringen.

Wenn Mathias Middelberg mit dem Zug in den Osnabrücker Hauptbahnhof einfährt, dann fühlt sich der 52-Jährige schlagartig „sehr wohl“, sagt er. „Nach Hause kommen bedeutet für mich auch, ein wenig zur Ruhe zu kommen“, so Middelberg. Der CDU-Politiker genießt die im Vergleich zu Berlin bisweilen etwas weniger arbeitsreichen Phasen in seiner Heimatstadt – auch wenn er in Osnabrück nach eigenem Bekunden häufig auf der Straße erkannt und angesprochen wird. Etwa die Hälfte der Zeit verbringt Middelberg hier, die andere Hälfte in Berlin. Das Hin und Her zwischen Provinz und Weltstadt schätzt der Jurist durchaus: „Ich fühle mich nach wie vor in Osnabrück zu Hause, aber Berlin ist sehr international und unheimlich facettenreich.“

Kein „Nur-Politiker“

Auch wenn Middelberg tief in Osnabrück verwurzelt ist, hatte er nie Berührungsängste mit anderen Städten und Regionen: Hannover, Bremen und Leipzig stehen als Stationen unter anderem in der Vita des Christdemokraten, der sein berufliches Glück auch außerhalb der Politik suchte. Middelberg sind die Erfahrungen aus seiner Zeit in der freien Wirtschaft zum Beispiel beim mitteldeutschen Flughafendreieck in Leipzig oder in der Energiebranche wichtig. Bis heute liegt dem Juristen eine gewisse berufliche Unabhängigkeit am Herzen, Middelberg möchte kein „Nur-Politiker“ sein. „Ich bin kein Homo Politicus und will mir immer die Offenheit bewahren, beruflich auch noch etwas anderes als Politik zu machen.“

Nicht in allererster Reihe

Dabei ist der 52-Jährige durchaus als Kind der Partei zu bezeichnen, zu der er schon als Schüler Kontakt knüpfte. Mehrmals kreuzten sich seine Wege unter anderem mit Christian Wulff, der Middelberg während seiner Zeit als Niedersächsische Ministerpräsident zu Beginn des Jahrtausends in die Staatskanzlei nach Hannover holte. „Das war mit die interessanteste berufliche Aufgabe, die ich bisher erleben durfte“, sagt Middelberg. Souverän zog er nach dem Engagement in Hannover zwei Mal hintereinander in den Bundestag ein, ist dort Vorsitzender der niedersächsischen CDU-Landesgruppe und Mitglied des Finanzausschusses. Mittlerweile hat sich Middelberg in Berlin den Ruf des engagierten Arbeiters erworben, auch wenn er in der Regel nicht in allererster Reihe zu sehen ist.

Promotion über Hans Calmeyer

Wer sich Middelbergs Werdegang anschaut, kommt automatisch auch auf den Namen Hans Calmeyer. Der Osnabrücker Jurist rettete im Zweiten Weltkrieg Tausenden Juden das Leben, Middelberg untersuchte sein Wirken akribisch und promovierte zu Thema und Person. Sein Fazit: „Er war ein hoch intelligenter Mann, der sehr clever agiert. Er hat es durchaus verdient, dass die Stadt ihm ein adäquates Andenken zuteil werden lässt.“

Einsatz für bessere Infrastruktur

Middelberg will sich, sollte er es wieder in den Bundestag schaffen, vor allem für eine bessere verkehrliche Anbindung seiner Heimatregion stark machen. „Der gesamte Nordwesten findet leider bei der Deutschen Bahn nur sehr wenig Berücksichtigung. Dass die Züge immer noch zur gleichen Zeit fahren wie zu den Zeiten, als ich in der Schülerunion war, hat zwar eine gewisse Romantik. Auch die Waggons sind im Kern die gleichen. Aber das geht so einfach nicht mehr weiter.“ Außerdem müsse die A33-Nord endlich kommen, damit die Osnabrücker Innenstadt entlastet werde. Bei allem Lokalpatriotismus will sich Middelberg jedoch nicht nur auf den eigenen Wahlkreis fokussieren: „Es ist eine Fehlvorstellung, dass Abgeordnete nur dafür da sind, Fördermittel in den eigenen Wahlkreis zu transportieren. Vielmehr ist die Aufgabe, gute Politik für ganz Deutschland zu machen.“ Ein Anliegen ist dem CDU-Politiker dabei die Entlastung des Mittelstands von bürokratischen Hürden.

Entspannung auf dem Tennisplatz

Apropos Entlastung: Entspannen kann Middelberg am besten auf dem Tennisplatz. Hat denn der Tennisspieler Middelberg mit dem Politiker Middelberg etwas gemeinsam? „Ich bin relativ ungeduldig, das drückt sich auch in meinem Spiel aus. Früher war ich der klassische Serve-and-Volley-Spieler, der die schnelle Entscheidung gesucht hat. Leider bin ich auf dem Platz heute etwas langsamer geworden und spiele daher geduldiger“, gibt er zu. Im politischen Tun ist seine Ungeduld jedoch nicht gewichen, „aber ohne Ausdauer erreichen sie trotzdem nichts“, sagt Middelberg. Weder in Berlin, noch in Osnabrück.

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