20. Sparkassen-Jazz-Festival Grandiose Stimmung beim Jazz-Festival in Dissen

Von Christoph Beyer

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Dissen. Fünf glänzend aufgelegte Bands sorgten beim 20. Sparkassen-Jazz-Festival in Dissen für grandiose Stimmung. Das zweitägige Open-Air-Event lockte erneut zahlreiche Fans des Traditional Jazz auf das historische Bahnhofsgelände in Dissen.

Seit zwei Jahrzehnten genießt das vom Jazz-Club Dissen-Bad Rothenfelde veranstaltete Festival einen hervorragenden Ruf und strahlt weit über die Region hinaus. Das belegen nicht nur die große Besuchernachfrage und das internationale Flair, sondern auch die Zahl der Bandbewerbungen, bei deren Auswahl das Organisationsteam auch diesmal ein sicheres Händchen bewies.

Den Auftakt bestritt am späten Freitagnachmittag die „Cologne Jass Society“. Die Kölner Band beeindruckte vom ersten Akkord an mit ihrem virtuos swingenden New-Orleans-Jazz, mit dem sie den Jazz-Größen der Traditionsära ihre Referenz erwies.

Die energievollen Soli und das perfekt abgestimmte Zusammenspiel honorierte das Publikum mit rhythmischem Applaus, etwa bei der Jazz-Perle „The Song is ended“ oder dem furiosen Abschlusstück „Going Home“. Für eine ungezwungene Wohlfühlatmosphäre und perfekte Open-Air-Kulisse sorgte zudem das Festivalgelände. Die historische Bahnhofskulisse mit ihrer Schieferfassade, dem alten Baumbestand sowie den um die Bühne herum gruppierten Zelten bot einen idealen Rahmen.

An jedes Detail gedacht

Für mögliche Wetterkapriolen war man dabei bestens gerüstet. In dem zur Bühne hin geöffneten Zelt plauschten die Besucher in den Spielpausen und genossen den lauen Sommerabend.

Polsterstühle, Blumendeko, Weinkarte – die Festival-Organisatoren um den langjährigen Vereinsvorsitzenden Hans Biewener hatten an jedes Detail gedacht und freuten sich über die große Besucherzahl. „Wir sind hier mit ganz viel Herzblut bei der Sache“, berichtete Biewener und hob den Zusammenhalt und das lebendige Vereinsleben des Jazz-Clubs hervor.

Zustimmung erhielt er dafür auch vom Osnabrücker Sparkassen-Vorstandsmitglied Friedrich Petersmann. Die Sparkasse unterstützt das Festival bereits seit vielen Jahren. Mit den Swingin’ Fireballs aus Bremen ging es im Anschluss auf der Bühne auf eine musikalische Achterbahnfahrt.

Energie und Spielfreude

Die achtköpfige Band, die zuletzt 2004 am Festival teilnahm, strotzte nur so vor Energie und Spielfreude und überzeugte mit musikalischer Perfektion und einem stilistisch bemerkenswert breiten Spektrum. Sänger André Rabini setzte seine raue Stimme mit dem gewissen Sinatra-Appeal auch für kleine Entertainment-Einlagen ein, bis es wieder hieß „Are you ready, let’s go“. Eruptiv, erfrischend unkonventionell und stets mit treibender Rhythmik brach sich das musikalische Können der Band Bahn.

Jedem Stück drückten sie ihren ganz eigenen Stempel auf, etwa bei Louis Armstrongs „What a wonderful World“, das sie gekonnt zum Swingen brachten. Auch Nat Kings Cole’s „Mona Lisa“ präsentierten sie in einem gänzlich neuen musikalischen Gewand.

Schwungvoller Start

Am Samstag sorgte die niederländische „Sunny Side Jazz Band“ mit vibrierendem Dixieland-Jazz für einen schwungvollen Start in den zweiten Festivaltag. Ein umfangreiches Set bot danach die bereits vor 70 Jahren gegründete „Dutch Swing College Band“. Die sieben eleganten Herren brachten neben treibenden Improvisationen auch eigene Kompositionen und Arrangements zu Gehör und begeisterten mit exzellentem Zusammenspiel und mitreißender Solistik, etwa beim „Doghouse Blues“.

Mit bebendem Boogie Woogie sorgten am Abend dann die „Martijn Schok Boogie & Blues Band feat. Frank Muschalle“ für einen umjubelten Festival-Höhepunkt. Den dichtgewebten Klangteppich garnierten die beiden europaweit renommierten Ausnahme-Pianisten Schok und Muschalle mit virtuosem Spiel, rasant, hochdynamisch und leidenschaftlich dargeboten. Das Ergebnis ließ sich in den glücklichen Gesichtern der Jazz-Fans ablesen.


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