Verbraucherzentrale Osnabrück Warnung vor Abzocke bei Routenplanern

Von Sebastian Philipp

Die Osnabrücker Verbraucherzentrale warnt vor dem Geschäftsgebaren einer Firma, die im Internet Routenplanerdienste anbietet. Symbolfoto: Uli Deck/dpaDie Osnabrücker Verbraucherzentrale warnt vor dem Geschäftsgebaren einer Firma, die im Internet Routenplanerdienste anbietet. Symbolfoto: Uli Deck/dpa

Osnabrück. Die Osnabrücker Verbraucherzentrale warnt vor dem Geschäftsgebaren einer Firma, die im Internet Routenplanerdienste anbietet. Im Umlauf ist momentan eine Mail, die Verbrauchern die Pfändung ihrer Wertgegenstände androht.

Konkret geht es um Mails, die in diesem Tagen vom Inkassodienst Digital Works GmbH auch in der Region Osnabrück verschickt wurden. Die Empfänger hatten sich auf der Seite maps-24-routenplaner.com registriert, um sich dort Fahrtrouten erstellen zu lassen – eine Dienstleistung, die es im Internet vielfach kostenlos gibt. Der Anbieter stellt seinen „Kunden“ für die Routenberechnung jedoch mindestens 500 Euro für einen angeblichen Zweijahresvertrag in Rechnung.

Drohung per Mail

In der Mail, die in Teilen unserer Redaktion vorliegt, wird den Adressaten angedroht, ein Inkasso-Team werde sie zwecks Pfändung von Wertgegenständen an ihrem Wohnort besuchen. Weiter heißt es, Gegenstände würden entweder mit dem Kleintransporter oder einer Spedition abtransportiert. Sollte niemand zu Hause sein, werde ein Schlüsseldienst beauftragt. Die Mehrkosten dafür würden zusätzlich in Rechnung gestellt und bei Widerstand die Polizei hinzugezogen. Wer unverzüglich den offenen Betrag in Höhe von 750 Euro zahle, könne diese Maßnahmen abwenden. (Weiterlesen: Abzocke mit Erotik-Hotlines)

Zahlung mit Amazon-Gutschein

Die Niedersächsische Verbraucherzentrale warnt indes davor, den Drohgebärden nachzugeben: Weder gebe es den erwirkten Vollstreckungstitel, noch sei die Zwangsvollstreckung rechtlich haltbar. „Niemand muss befürchten, dass ein ,Inkasso Team‘ vor der Haustür steht oder bei Abwesenheit die Wohnung ausräumt“, sagt Petra Borgmann von der Verbraucherzentrale Osnabrück. Zahlen sollen die Angeschriebenen übrigens nicht per Überweisung, sondern via Amazon-Gutschein. Hier rät Kathrin Körber, Juristin bei der Verbraucherzentrale, ebenfalls zur Vorsicht: „Dieser Zahlungsweg ist zwar nicht per se ungewöhnlich. Die Methode ist aber sehr geeignet, Leute abzuzocken.“ Wenn der Zahlungsvorgang erst einmal abgeschlossen wurde, sei es sehr schwer, die Hintermänner zu identifizieren, so die Expertin der Verbraucherzentrale.

Windiges Unternehmen

Die Digital Works GmbH, die keine Eintragung im Handelsregister besitzt und auch nicht an der im Impressum angegebenen Adresse residiert, ist nach Recherchen unserer Redaktion keine Unbekannte in der Branche der Abzockdienste. Unter anderem Namen hatten die unbekannten Hintermänner schon mit ähnlichen Abofallen Verbraucher in die Irre geführt. Der Passauer Medienanwalt Stefan Loebisch vertritt mehrere Opfer der Online-Betrüger und versucht schon seit geraumer Zeit, den Hintermännern der Abofalle auf die Schliche zu kommen. Auch wenn deren Identität nach wie vor unbekannt ist, sei die Rechtslage klar, so Loebisch: „Die Gestaltung der Seite genügt nicht den rechtlichen Anforderungen. Empfänger solcher Drohmails sollten sich nicht einschüchtern lassen und das Geld nicht zahlen.“


Ratsuchende können sich direkt an die Verbraucherzentrale Osnabrück in der Großen Straße 84-85 wenden. Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Dienstag 10 bis 14 Uhr. Terminvereinbarung: Montag und Donnerstag von 9 bis 10 Uhr unter Telefon 0541/22779.