Risse in Gussrohren Zwei Gasexplosionen mit schweren Folgen in einem Jahr

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Der Friseursalon an der Meller Straße nach der Gasexplosion. Foto: Archiv/Michael HehmannDer Friseursalon an der Meller Straße nach der Gasexplosion. Foto: Archiv/Michael Hehmann

Osnabrück. Am 2. Januar 1997 explodierte ausgeströmtes Gas in einem Einfamilienhaus am Heimatweg im Stadtteil Widukindland. Durch den folgenden Brand erlitten die Bewohner, ein älteres Ehepaar, Brandverletzungen zweiten Grades. Die beiden hatten gemütlich beim Frühstück gesessen. Der Mann steckte sich eine Zigarette an – dadurch zündete das Gas-Luftgemisch im Haus.

Die Untersuchung ergab, dass bei dem herrschenden starken Frost die Hauptgasleitung unter der Straße, ein Gussrohr von 15 Zentimetern Durchmesser, aufgerissen war. Einige Tage lang leckte unbemerkt Gas aus, nicht genug, um durch den Druckabfall in der Versorgungszentrale der Stadtwerke aufgefallen zu sein. Das Gas hatte sich unter der gefrorenen Erde einen Weg bis in das Haus gesucht. Das Haus aus dem Jahr 1919 war nicht unterkellert. Durch eine Schotterschicht und den Holzfußboden drang das Gas ins Erdgeschoss ein.

Die Stadtwerke wiesen daraufhin, dass die Bewohner eigentlich schon länger den Geruch der ansteigenden Gaskonzentration hätten wahrnehmen müssen. Dem an sich geruchlosen Gas wird Schwefel zugesetzt.

Ein ähnliches Unglück ereignete sich am 1. November 1997 in der Meller Straße. Ein 54-jähriger Friseurmeister wurde durch die Wucht der Explosion mitsamt der Eingangstür und der Schaufensterscheibe auf die Straße geschleudert, erlitt schwerste Verbrennungen, lag zwei Monate im Koma und blieb Invalide.

Wodurch das Gussrohr den Riss bekommen hatte, konnte auch in einem Gerichtsverfahren nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden. Die Stadtwerke sprachen von einem „statistischen Zufall“, dass sich innerhalb eines Jahres zwei so schwere Gasexplosionen ereigneten. Mittlerweile sind alle Gussrohre aus den 50er- und 60er-Jahren durch elastische Kunststoffrohre ersetzt.


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