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Prozess um Kirmesschlägerei Messerattacke auf Schlachthofstraße in Osnabrück

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<em>Die 7. Kleine Strafkammer</em> am Landgericht Osnabrück reduzierte die Strafe von sechs Monaten um ein Drittel, entschied sich aber gegen eine Aussetzung zur Bewährung. Symbolfoto: dpaDie 7. Kleine Strafkammer am Landgericht Osnabrück reduzierte die Strafe von sechs Monaten um ein Drittel, entschied sich aber gegen eine Aussetzung zur Bewährung. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Vor dem Landgericht Osnabrück müssen sich gegenwärtig drei junge Männer wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten. Einem von ihnen, einem heute 19-Jährigen, wirft die Anklage zudem versuchten Totschlag vor, weil er vor einem Jahr einem Kontrahenten während einer Schlägerei am Jahrmarktsgelände Verletzungen mit einem Messer zugefügt haben soll.

Einen solchen Ausgang seines Kirmesbesuchs hatte sich das 30-jährige Opfer nicht vorgestellt. Der Osnabrücker hatte sich vor einem Jahr mit einem Freund auf dem Jahrmarkt an der Halle Gartlage verabredet. Am Fahrgeschäft „Breakdance“ kam es zu einem Streit mit einer jungen Frau. Deren Bruder schlug dem 30-Jährigen ins Gesicht. Als einer der Schausteller dazwischenging, vereinbarten die beiden Kontrahenten, die Angelegenheit „draußen an der Schlachthofstraße zu lösen, Mann gegen Mann“, wie sich das Opfer erinnerte.

Doch das Duell kam nicht zustande – zumindest nicht so, wie es ursprünglich verabredet worden war. Als der 30-Jährige zusammen mit seinem Freund an der verabredeten Stelle eingetroffen war, wurden die beiden gleich von 15 bis 20 jungen Männern umringt. Der 18-Jährige, der ihn schon am Fahrgeschäft geschlagen hatte, soll erneut auf ihn losgegangen sein, von dem anderen Angeklagten, einem 20 Jahre alten Osnabrücker, will er den Tritt abbekommen haben, der ihn zu Boden brachte. Daraufhin sei unvermittelt der Hauptangeklagte auf der Szene erschienen und habe mehrfach mit dem Messer auf ihn eingestochen. Dabei hatte er Schnittwunden im Bereich der Lunge, an Hals und Kopf davongetragen, die im Krankenhaus genäht wurden.

Zum Auftakt des Verfahrens vor der 3. Großen Strafkammer machten der 18- und der 20-jährige Angeklagte von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Der Hauptangeklagte erklärte sich jedoch mit der Befragung einverstanden. Er habe einen „Filmriss“ gehabt.„Ich habe morgens nach dem Aufstehen eine halbe Flasche Wodka getrunken und danach Amphetamine genommen. Später habe ich einige Psychopharmaka geschluckt, die mir ein Freund gegeben hatte“, erklärte er. Erst am nächsten Tag, als er wieder auf dem Jahrmarkt erschienen war, sei er von Bekannten darauf aufmerksam gemacht worden, dass er mit seinem Messer auf einen anderen losgegangen sei.

Der 19-Jährige, der zur Tatzeit eine Ausbildung zum Koch absolvierte, gab vor Gericht an, der geschilderte Alkohol- und Drogenkonsum in jenen Tagen sei „Standard bei mir gewesen“. Gegenwärtig sitzt er in der JVA Hameln ein. Wie sein Anwalt erklärte, hat das Amtsgericht eine Haftstrafe gegen ihn verhängt, weil er Ende 2011 auf dem Neumarkt einen Mann mit dem Messer in den Rücken gestochen hatte. Weiterhin soll er einen Polizisten mit diesem Messer auf den Kopf geschlagen haben.

Das Verfahren wird fortgesetzt.


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