Abseits der Autobahn Ausflugstipp Kloster Dinklage: Still ruht die Burg

Von Sandra Dorn

Dinklage. Früher Ritterburg, heute Kloster: Wer auf der A1 von Hamburg Richtung Süden fährt, kommt 50 Kilometer nördlich von Osnabrück an dem braunen Sehenswürdigkeitenschild vorbei, das auf die Burg Dinklage hinweist. Ein Abstecher lohnt sich – auch wenn das Ziel mit Rittern und Rüstungen rein gar nichts mehr zu tun hat.

Der Weg zur alten Wasserburg aus dem 16. Jahrhundert deutet zunächst nicht gerade auf klösterliches Leben hin: Autofahrer, die von der Lohner Straße in die erst noch asphaltierte und dann erdiger werdende Burgallee biegen, müssen erst ein Vier-Stern-Wellness-Hotel links liegen lassen, dann einen Waldtierpark mit Streichelzoo. Aber dann ist es wie so oft in der direkten Umgebung von Klöstern: ruhig, friedlich, grün. Perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang durch Burgwald und Feld. Je nach Wind ist die A1 mal mehr, mal weniger laut zu hören.

Urlaub im Kloster möglich

Eine Holzbrücke führt über den Burggraben zu einem verschlossenen hellblauen Tor. Dahinter ist Frieden. Hier lebt seit Ende der 1940er-Jahre eine kleine Gemeinschaft aus Benediktinerinnen. Als Kirche dient ihnen eine umgebaute Scheune, als Kreuzgang der rechteckige Innenhof. Besucher sind dennoch willkommen, wie es im Benediktiner-Orden üblich ist und dürfen sich ruhig trauen, an der Klosterpforte zu klingeln oder im Klostercafé zu fragen, ob sie einen Blick in die Scheunenkirche werfen dürfen. Wer möchte, kann in der Abtei einige Tage als Gast verbringen, egal ob er gläubig und katholisch ist oder nicht. Ein paar der Gästezimmer befinden sich im geschützten Inneren der Burganlage, die übrigen im separaten Gästehaus auf der anderen Seite des Burggrabens.

Klostercafé

Die Abtei Burg Dinklage ist ein junges Kloster. 1947 kamen die Gründungsschwestern aus dem sowjetisch besetzten Brandenburg nach Dinklage, 1949 überließ ihnen Graf Christoph Bernhard von Galen (ein Neffe des Kardinals Clemens August Graf von Galen) die Wasserburg. Während die Schwestern ihre Gottesdienste in der Scheunenkirche innerhalb der Burg feiern, können Besucher auch die frei zugängliche Burgkapelle neben der Burg besichtigen, an die ein Weiher und eine alte Wassermühle grenzen. Oder auf einer Wanderung zur zweieinhalb Kilometer entfernten Schweger Mühle einen Blick auf die vom Kloster aus gut ausgeschilderten Reste der Ferdinandsburg mitten im Wald werfen. Mehr als ein paar Erdhügel sind nicht mehr zu erkennen, Infos zur Historie gibt es aber auf mehreren Tafeln. Einen Besuch wert und gut zum Einkehren nach einer Wanderung geeignet ist das Klostercafé mit angrenzendem Laden.

Wildtiergehege mit Streichelzoo

Wem all das noch zu historisch ist, dem sei der 27 Hektar Wildtierpark empfohlen, der fünf Minuten zu Fuß vom Kloster entfernt liegt und zum Vila-Vita-Burghotel gehört. Kinder können hier nicht nur Ziegen streicheln, sondern auch Damwild bestaunen – ohne Zaun, die Hirsche und Rehe sind ziemlich zahm. Auf zig Infotafeln lernen Kinder und Eltern außerdem alles mögliche über Tiere und Pflanzen der deutschen Wälder. Der Eintritt ist frei.

Wie komme ich hin?

Alle Infos: Die Abtei Burg Dinklage (Burgallee 3, Dinklage) liegt knapp 50 Kilometer nördlich von Osnabrück, fünf Kilometer von der A1 entfernt (Abfahrt Lohne/Dinklage). Parkplätze befinden sich auf der rechten Seite vor dem Gästehaus. Weitere Parkmöglichkeiten befinden sich gleich am Eingang zur Burgallee auf der linken Seite. Das Klostercafé ist dienstags bis sonntags von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, das Wildtiergehege (ebenfalls an der Burgallee gelegen) ist rund um die Uhr geöffnet, solange es draußen hell ist, der Eintritt ist frei.