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31.07.2017, 19:38 Uhr BESSERE LUFT FÜR ALLE

Wer Diesel fährt, ist Teil des Problems

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Wer Diesel tankt, muss mit Fahrverboten rechnen. Aber wie wäre es denn, das Auto jetzt schon mal öfter stehen zu lassen? Foto: David EbenerWer Diesel tankt, muss mit Fahrverboten rechnen. Aber wie wäre es denn, das Auto jetzt schon mal öfter stehen zu lassen? Foto: David Ebener

Osnabrück. Seit zwei Jahren wissen wir, dass die Geschichte vom sauberen Diesel ein Märchen ist. Stickoxide verkürzen Leben. Den Preis zahlen die Menschen, die an den Hauptverkehrsstraßen leben – Menschen, die es nicht gewohnt sind, für ihre Rechte vor das Verwaltungsgericht zu ziehen.

Klagen ist ja eher eine Spezialität von Eigenheimbesitzern aus den ruhigen Wohnvierteln. Aber die sind nicht betroffen, und sie nutzen mit größerer Wahrscheinlichkeit das Auto für die Fahrt in die Stadt. Die vom VCD angedrohte Klage auf saubere Luft ist also auch ein Versuch, Chancengleichheit herzustellen.

Schade nur, dass sich so eine Klage nur gegen die Stadt richten kann und nicht etwa gegen die Verantwortlichen der Autoindustrie, deren betrügerische Machenschaften zu den massiven Grenzwertüberschreitungen geführt haben. Auch die Behörden, die ihre Kontrollpflichten vernachlässigt haben, wären ein guter Adressat für die Klage.

Bei der Frage, wer für die Stickoxide in der Osnabrücker Luft verantwortlich ist, können die Autofahrer jedoch nicht ausgeklammert werden. Wer mit dem Diesel in die Stadt fährt, ist ein Teil des Problems. Aber wer sein Auto stehen lässt, leistet einen Beitrag, die Luft zu verbessern. Die meisten zurückgelegten Wege sind kürzer als fünf Kilometer. Da kann das doch nicht so schwer sein!


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