NOZ Monatsrückblick Juli 2017 Minh-Tan, Nussbaum-Bilder und autofreier Neumarkt

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Osnabrück. Vom Sommerloch ist im Juli 2017 nichts zu merken: Die Geburt des Elefantenjungen Minh-Tan, der geplante Verkauf von Felix-Nussbaum-Bildern und der autofreie Neumarkt bieten viel Stoff für Schlagzeilen und Diskussionen. Mehr zu diesen und anderen Themen lesen Sie in unserem Monatsrückblick für die Region Osnabrück.

Positive Nachrichten kommen in diesem Monat aus dem Zoo. Zum ersten Mal wird im Osnabrücker Tierpark ein Elefant geboren. Zusammen mit seiner Mutter Douanita und seiner Schwester Sita erkundet der kleine Minh-Tan das Elefantengehege und wird sofort zum Liebling der Medien und Besucher. Auch bei den Seehunden gibt es Nachwuchs. Nach zweijähriger Pause bringt Seehundweibchen Biene per Sturzgeburt mit Fenja ihr viertes Jungtier zur Welt.

Der Neumarkt sorgt wieder für Schlagzeilen. Das Innenministerium in Hannover weist die Eingabe von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert gegen den Ratsbeschluss vom Mai zurück, den Neumarkt für den Individualverkehr zu sperren. Damit kann der zentrale Platz bald frei von Autos sein, falls kein Anlieger dagegen klagt. Auch für Busse könnte der Neumarkt bald tabu sein. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagt der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke, Christoph Hüls, dass er sich den Neumarkt ohne Busse vorstellen könne: „Wir richten uns danach, was die Politik will und entscheidet.“ Mit seinen Äußerungen löst Hüls eine neue Diskussion über den öffentlichen Personennahverkehr aus. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Neumarkt als zentraler Busbahnhof für die Stadtwerke unentbehrlich sei.

Neue Möglichkeiten eröffnen sich ebenfalls für das geplante Einkaufszentrum am Neumarkt. Der langjährige Kommunalberater Reinhart Richter hält den Bau des Einkaufszentrums nicht für realistisch und auch nicht für wünschenswert. Er hat einen Plan B für das Quartier entwickelt. Ihm schwebt vor, auf dem Gelände südlich des Neumarkts ein „Bildungs- und Innovationsquartier“ zu errichten und sucht Gleichgesinnte für einen bürgerschaftlichen Planungsprozess.

Für heftige Empörung sorgt die Absicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, drei Gemälde von Felix Nussbaum zu verkaufen. Es geht um die Bilder „Selbstbildnis mit Geschirrtuch“, „Selbstbildnis mit Hut“ und „Stillleben mit Zinnteller“, die dem Felix-Nussbaum-Haus als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt worden waren. Die IHK begründet ihre Entscheidung mit „kritischen Hinweisen“ des Landesrechungshofes und des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, nach denen es nicht zu den Aufgaben einer Industrie- und Handelskammer gehöre, Kunstwerke zu besitzen. Sie sucht nach einer Lösung, die es ermöglicht, die Bilder in Osnabrück zu halten. Derweil streiten sich die IHK und der Museums- und Kunstverein (MuK) darüber, wer der Eigentümer des Bildes „Selbstbildnis mit Hut“ ist. Der MuK ist der Ansicht, die IHK habe ihm das Gemälde 1976 geschenkt.

Drei Gerichtsprozesse sorgen im Juli 2017 für Aufsehen. Das Landgericht Landshut verurteilt einen Osnabrücker Frauenarzt zu neun Jahren Haft, weil er im Dezember 2013 seine Frau getötet haben soll. Im Januar 2015 war er noch mangels Beweisen freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil jedoch aufgehoben. Zu Ende ist das Verfahren damit jedoch noch nicht. Die Anwälte des Medizinprofessors legen Revision gegen das Urteil ein. Der Prozess um die Bluttat am Osnabrücker Prießnitzhof endet mit einem Freispruch für den Angeklagten. Das Landgericht urteilt, dass der 30-jährige Angeklagte an Schizophrenie leide und deshalb schuldunfähig sei. Bis auf Weiteres muss er in einer psychiatrischen Klinik bleiben. Mit einem Geständnis beginnt vor dem Landgericht Osnabrück der Prozess gegen den IRA-Attentäter, der im Juni 1996 mit drei weiteren Personen einen Anschlag auf die Quebec-Kaserne in Atter verübt haben soll. Der 48-jährige James C. gibt zu, die aus zusammengeschweißten Gasflaschen gebaute Abschussvorrichtung auf dem Ford Transit Pritschenwagen montiert und den Zeitzünder in Gang gesetzt zu haben.

Eine Kundgebung der AfD wird wieder einmal zu einem Spektakel. Vor dem Osnabrücker Hauptbahnhof spricht Serge Menga, der „Schwatte aus Essen“, vor 30 Zuhörern. Mit Pfeifen und Trommeln reagieren rund 300 Gegendemonstranten auf die Provokationen des 40-Jährigen. Auch innerparteilich gibt es heftige Auseinandersetzungen in der AfD. Tanja Bojani aus Rieste, die bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Osnabrück-Stadt kandidieren wollte, kann aus rechtlichen Gründen nicht antreten. Damit wird sich am 24. September im Wahlkreis 39 kein AfD-Direktkandidat zur Wahl stellen. Kritiker des Parteivorstands beantragen daraufhin einen außerordentlichen Parteitag.

Rund um Osnabrück

Im Bissendorfer Gewerbepark an der A 30 herrscht Aufbruchstimmung. Ende 2016 verlegte Solarlux seinen Firmensitz nach Melle. Am alten Standort des Wintergartenherstellers entsteht jetzt ein Innovationsforum. Die Räume in dem gläsernen Firmengebäude sollen vor allem an Start-up-Unternehmen vermietet werden. 20 Prozent der Flächen sind nach Angaben von Klaus Roloff, dem kaufmännischen Leiter von Solarlux, bereits ausgelastet.

Endlich wieder freie Fahrt in Hagen. Anderthalb Jahre lang mussten die Hagener wegen der Fahrbahnsanierung der Landesstraße 95 zahlreiche Sperrungen und Umleitungen in Kauf nehmen. Jetzt wird der 5,6 Kilometer lange Abschnitt der L 95 wieder für den Verkehr freigegeben.

In Hasbergen sorgen Streitigkeiten innerhalb der CDU für Schlagzeilen. Bei der Kommunalwahl im September 2016 waren neun CDU-Mitglieder als „Christlich Demokratische Wählergemeinschaft“ (CDW) angetreten und hatten rund 12 Prozent der Stimmen und damit drei Ratsmandate gewonnen. Drei CDW-ler werden jetzt wegen parteischädigendem Verhalten aus der CDU ausgeschlossen. Die sechs anderen waren dieser Entscheidung durch einen Parteiaustritt zuvorgekommen. Die CDW-Kandidaten hatten ihre Abspaltung von der CDU damit begründet, dass eine Zusammenarbeit mit der Hasberger CDU-Vorsitzenden, Susanne Breiwe, unmöglich sei.

Als CDU-Fraktionsvorsitzende steht Susanne Breiwe in der Kritik, weil sie vertrauliche Unterlagen aus dem Verwaltungsausschuss weitergegeben hat. Der Hasberger Rat muss in seiner August-Sitzung feststellen, ob Breiwe damit gegen die Verschwiegenheitspflicht verstoßen hat. In einer turbulenten Jahreshauptversammlung der CDU kann sich Susanne Breiwe gegen ihre Kritiker durchsetzen und wird mit 30 zu 13 Stimmen in ihrem Amt als Parteivorsitzende bestätigt.

Südkreis

Georgsmarienhütte steht im Juli ganz im Zeichen der Musik. Zum vierten Mal findet auf dem Gelände im Spell das Holi-Farbrausch-Festival statt. 3600 Besucher tanzen zu Elektro- und Techno-Musik und lassen sich mit Farbpulver bewerfen. Zum ersten Mal gastiert „Rosenhof on Tour“ im Zelt auf dem Parkplatz Potthoffs Feld. Innerhalb von zweieinhalb Wochen treten die Mittelalterband Faun, Michael Patrick Kelly, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Max Giesinger, Manfred Mann's Earth Band und Stefanie Heinzmann in Oesede auf und sorgen für ein (fast) volles Zelt und zufriedene Gesichter beim Einzelhandel.

Zum Monatsende wird es in Georgsmarienhütte sportlich. Drei Tage lang spielen in Holzhausen 38 Teams aus 23 Kolpingsfamilien aus ganz Deutschland um die 41. Deutsche Kolping-Fußballmeisterschaft.

Auf dem Gelände der Speditionsfirma Transthermos in Dissen kommt es bei Reparaturarbeiten an einem Kühlaggregat zu einer Explosion. Dabei werden acht Personen verletzt. Ermittlungen der Polizei ergeben, dass die Arbeiten unsachgemäß ausgeführt wurden.

In Bad Rothenfelde muss die Gemeinde in Zukunft die Kliniken stärker kontrollieren. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte sich beim Landkreis darüber beschwert, dass die Krankenhäuser auch Angehörige von Patienten aufnehmen. Damit betrieben sie ein eigenes, oft unangemeldetes Gewerbe und machten mit den niedrigeren Preisen den örtlichen Hotels und Pensionen Konkurrenz.

Persönlich

Manfred Spieker, emeritierter Professor aus Osnabrück, tritt nach 43 Jahren Parteizugehörigkeit aus der CDU aus. Er begründet seinen Schritt mit dem Beschluss des Bundestages, die „Ehe für alle“ einzuführen. Spieker kritisiert vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die zwar dagegen stimmte, den Mitgliedern ihrer Fraktion aber eine Gewissensentscheidung gestattet hatte.

Peter Hertel, langjähriger Vizepräsident der Universität Osnabrück, stirbt im Alter von 78 Jahren.

Der Bad Iburger Christian Wiermer wird Pressesprecher der nordrhein-westfälischen Landesregierung.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

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