Wirtschaftlicher Impuls Schlossgarten-Open-Air bringt Geld nach Osnabrück

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Livemusik macht Spaß – und ist darüber hinaus ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Foto: Michael GründelLivemusik macht Spaß – und ist darüber hinaus ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Kultur als Wirtschaftsmotor: Das Schlossgarten-Open-Air bringt nach Hochrechnungen 600.000 bis 700.000 Euro in die Stadt und tut außerdem dem Image Osnabrücks gut.

„Uns freut es, dass es das Angebot gibt“, sagt Beate Krämer von der Osnabrück Marketing- und Tourismus-GmbH (OMT). Das Open-Air-Konzert im Schlossgarten helfe Osnabrück sehr, sich als „junge Stadt“ zu profilieren. Die Besucher des Freiluftkonzertes sind im Schnitt zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Der Imagegewinn ist ein wichtiger Effekt, aber in seiner Wirkung kaum zu messen. Die wirtschaftlichen Impulse sind dagegen mithilfe von branchenüblichen Formeln durchaus kalkulierbar. Der größte Teil der 20.000 Festivalbesucher kommt aus der Region und als Tagestourist in die Stadt. Im Tourismusgewerbe gilt als Faustformel, dass ein Tagestourist im Schnitt 29,50 Euro ausgibt.

Beate Krämer nimmt an, dass etwa 1000 Musikfans aus weiterer Entfernung anreisen und in Osnabrück übernachten. Übernachtungsgäste, so sagt die Tourismusmathematiker, lassen im Schnitt 121,40 Euro pro Tag in einer Stadt. Zusammengerechnet ergibt das für das Schlossgarten-Festival eine „Umwegrentabilität“ (so heißt das unter Fachleuten) von 600.000 bis 700.000 Euro. Besonders profitieren davon die Gastronomie, das Hotelgewerbe und der Einzelhandel. Der Hochsommer gilt in der Osnabrücker Hotellerie als maue Zeit, weil in der Haupturlaubszeit weniger Geschäftsleute auf Dienstreise unterwegs sind. Da kommt dem Beherbergungsgewerbe ein Event wie das Open-Air sehr gelegen. Außerdem: Das Konzert endet um 21 Uhr. Anschließend lassen viele Gäste den Abend in Osnabrücker Kneipen und Restaurants ausklingen.

Veranstalter will weitermachen

Auch in den kommenden Jahren soll es diesen Impuls geben. Veranstalter Rüdiger Scholz steht auf jeden Fall bereit und hofft auf einen Zuschlag. Der Vertrag mit der Stadt über die Nutzung des Schlossgartens läuft in diesem Jahr aus. Eine Verlängerung für ein Jahr sei bereits „in trockenen Tüchern“, wie Scholz sagt. Der Rat müsse danach entscheiden, ob der Schlossgarten langfristig für solche Großveranstaltungen zur Verfügung gestellt werde.

Sollte der Rat zustimmen – was nach den Erfolgen der vergangenen Jahren wahrscheinlich erscheint – steht Scholz als Veranstalter zur Verfügung. Und er rechnet sich im Falle einer Ausschreibung gute Chancen auf den Zuschlag aus. „Ich schätze das so ein: Man ist zufrieden mit uns.“ Für ihn spricht die Erfahrung mit den Gegebenheiten im Schlossgarten und seine regionale Verbundenheit. „Wir zahlen ja unsere Steuern hier. Das Geld bleibt in der Stadt“, sagt Scholz.

Das Open-Air finde in der regionalen Wirtschaft und städtischen Kaufmannschaft starken Rückhalt, so Scholz weiter. Die Sponsoren schätzten das Event als Werbeplattform, Imageträger und zur Kundenbindung. Die Karten für den VIP-Bereich würden „sehr stark angenommen“. Das bestätigt Wulf Padecken, Markteinchef der Sparkasse, ein Hauptsponsor des Schlossgarten-Open-Airs. Giro-Live-Kunden bekommen die Eintrittskarten zu einem ermäßigten Preis. Im vergangenen Jahr nutzten 2000 Sparkassenkunden dieses Angebot, wie Padecken berichtet. Die Resonanz der Kunden sei „ganz, ganz toll“, was die Sparkasse bestärke, dieses Format weiter zu sponsern. Über die Summe schweigt sich Padecken aus.


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