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20.07.2017, 19:45 Uhr OSNABRÜCKER INITIATIVE

Adoptivmütter fallen durchs Raster

Kommentar von Sandra Dorn

Früher blieben sie automatisch zu Hause, heute droht die Teilzeitfalle. Vor allem Frauen sind von Altersarmut bedroht. Foto: dpaFrüher blieben sie automatisch zu Hause, heute droht die Teilzeitfalle. Vor allem Frauen sind von Altersarmut bedroht. Foto: dpa

Osnabrück. Die Rentenbedingungen für Adoptivmütter sind absurd. Welchen Sinn hat es, dass eine Frau für ein Kind, das bei der Adoption zwölf Monate alt war, Mütterrente bekommt, aber nicht für ein Kind, das seinen ersten Geburtstag vor der Adoption gefeiert hat?

Es ist eine kleine Gruppe ohne Lobby, die schlicht und ergreifend durchs Raster gefallen ist und kaum Aufmerksamkeit erfährt. Sogar die Osnabrücker Gleichstellungsbeauftragte gibt offen zu, dass sie nur zufällig auf das Thema gestoßen ist.

Gerechter sollte es zugehen, als die Große Koalition 2014 das sogenannte Gesetz über die Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung – kurz: Mütterrente – verabschiedete. Wer sich die Situation von rund 40000 Adoptivmüttern in Deutschland ansieht, kann nur sagen: Ziel verfehlt.

Gerade bei älteren Adoptivkindern sind die ersten Jahre in einer neuen Familie besonders schwierig und verlangen den Eltern alles ab. Behörden rieten den Müttern noch vor wenigen Jahrzehnten sogar, im Beruf zu pausieren, um sich ganz dem Adoptivkind zu widmen. Jetzt bekommen sie nicht einmal 30 Euro Mütterrente pro Monat. Der Betrag erscheint niedrig – für jede Rentnerin, die von Altersarmut betroffen ist, zählt aber jeder Cent.


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