E-Mobilität im städtischen Fuhrpark Osnabrücks OB steigt auf Hybrid-Dienstwagen um

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Osnabrück. Schluss mit Diesel, her mit Strom! Osnabrücks Oberbürgermeister steigt im Herbst auf einen Dienstwagen mit Hybridantrieb um. Bei der städtischen Müllabfuhr und Straßenreinigung spielt Elektromobilität dagegen (noch) keine Rolle.

Zurzeit lässt sich Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, wenn er nicht gerade auf öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis zurückgreift, in einem geleasten Audi A6 mit Dieselmotor kutschieren. Wie die Stadt Osnabrück auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, hat dieses Auto (Baujahr 2016) bislang 14.500 Kilometer zurückgelegt – die meisten davon innerorts.

Nur etwa zu einem Drittel werde der Dienstwagen für Fahrten eingesetzt, deren Ziel außerhalb von Osnabrück liegt. Der A6 schluckt den Angaben zufolge fünf bis sechs Liter Diesel pro 100 Kilometer, der genormte Kohlendioxid-Ausstoß beträgt 113 Gramm pro Kilometer.

Siebener-BMW mit Elektro- und Benzinmotor

Diese Verbrauchswerte dürften spürbar sinken, wenn das Fahrzeug demnächst wieder für ein Jahr gewechselt wird. Im Oktober 2017 soll ein Plug-in-Hybrid von BMW den Audi ablösen – ein Auto also, das sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch über einen Elektromotor verfügt. Einem entsprechenden Vorschlag des Oberbürgermeisters habe der Verwaltungsausschuss im April zugestimmt, erklärte das Presseamt.

Grieserts Wahl fiel auf einen BMW 740e iPerformance. Diese Luxuslimousine kann laut Hersteller 45 Kilometer weit rein elektrisch fahren, ehe sie wieder an die Steckdose muss . Auf längeren Strecken kommt ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner zum Einsatz. Zusammen mit dem Elektromotor bringt er es auf 326 PS. Dennoch soll das Auto auf 100 Kilometer nicht mehr als 2,2 Liter Sprit verbrauchen und höchstens 50 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft pusten.

Kompromiss zwischen Komfort und Klimaschutz

Im Rathaus gilt der Siebener-Hybrid deshalb als idealer Kompromiss zwischen Komfort und Klimaschutz. Schließlich müsse ein OB-Dienstwagen nicht nur dem grünen Gewissen der Stadt standhalten, sondern beispielsweise auch als mobiler Arbeitsplatz taugen. „Leider kann kein auf dem Markt befindliches Elektroauto zurzeit die Anforderungen und Möglichkeiten des jetzt eingesetzten Fahrzeugs erbringen“, stellt Pressesprecher Gerhard Meyering fest.

Um aber dem Umwelt- und Klimaschutz bestmöglich gerecht zu werden, seien die Angebote nach möglichst günstigen Fahrzeugen mit niedrigem CO2-Ausstoß durchforstet worden. Am BMW 740e iPerformance führte dabei offenbar kein Weg vorbei. Der Oberklassewagen aus München (Listenpreis 92.500 Euro) lässt sich laut Meyering für die Kommune konkurrenzlos preiswert leasen und stellt damit „auch die wirtschaftlichste Lösung“ dar. Zur Höhe der monatlichen Raten äußerte sich der Sprecher nicht.

OSB setzt auf Kleingeräte mit Akku

Während der Oberbürgermeister also in Sachen E-Mobilität mit gutem Beispiel vorangeht und auch die Stadtwerke ihre gesamte Busflotte ab 2018 schrittweise elektrifizieren wollen, tun sich andere Stellen im Konzern Stadt mit der Anschaffung von großen batteriebetriebenen Fahrzeugen schwer. Auf eine emissionsfreie Müllabfuhr oder Straßenreinigung etwa können die Osnabrücker noch lange warten. „Der Markt im Schwerlastverkehr ist noch nicht reif“, sagt Katrin Hofmann vom Servicebetrieb OSB. Gleichwohl sei man bemüht, schon heute im Arbeitsalltag so wenig Lärm und Abgas zu produzieren wie möglich.

Auf den Friedhöfen komme etwa ein Minikipper mit Elektromotor zum Einsatz – ein zweiter für die Grünunterhaltung in der Innenstadt soll folgen. Darüber hinaus verfüge der OSB über drei E-Autos vom Typ Smart, einen E-Roller und drei E-Bikes, außerdem über jede Menge akkubetriebene Werkzeuge wie Heckenscheren, Laubbläser und Motorsägen. „Da sind wir schon sehr weit“, erklärt Hofmann. Insgesamt besteht der OSB-Fuhrpark den Angaben zufolge aus über 240 Fahrzeugen, darunter mehr als 50 Lastwagen über 7,5 Tonnen. Hinzu kommen mehr als 1000 Kleingeräte.


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