Ring gefunden, um 30 Euro bestohlen Osnabrückerin wird in Hannover Opfer eines Trickdiebstahls

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Trickbetrug mit Ring: Weil sie einem anderen Passanten glaubte, ist eine Osnabrückerin nun 30 Euro ärmer. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpaTrickbetrug mit Ring: Weil sie einem anderen Passanten glaubte, ist eine Osnabrückerin nun 30 Euro ärmer. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Osnabrück. Einer Osnabrückerin sind auf kuriose Weise 30 Euro gestohlen worden. Bei der in Hannover bereits gut bekannten Masche spielten ein goldener Ring und ein Bier die Hauptrollen.

Eigentlich hätte Christiane Meyer ihr Geld lieber selbst ausgegeben: Am vergangenen Samstag war die Osnabrückerin in der Innenstadt von Hannover unterwegs. Vielleicht hätte sie damit ein Kleid gekauft, einen Kaffee getrunken oder das Parkticket bezahlt. Stattdessen verlor sie 30 Euro an einen Trickdieb.

Christiane Meyer heißt eigentlich anders, aber sie erzählt ihre kuriose Geschichte nur unter der Bedingung, anonym bleiben zu dürfen. „Ich habe schon mein Geld verloren, ich brauche nicht auch noch Spott“, sagt die Osnabrückerin. Trotzdem will sie auch die Menschen in ihrer Heimatstadt für die Masche mit dem Ring sensibilisieren.

Vertrauen gewinnen

Nach Meyers Erinnerung geschah der Diebstahl in einer kleinen Gasse, unweit der Hannoveraner Marktkirche. Ein anderer Passant, ein untersetzter Mann um die 50, bückte sich plötzlich zum Boden und brachte einen Ring zum Vorschein. „Ein goldener, Typ Ehering“, beschreibt Meyer. „Ist das Ihrer?“, habe der Mann sie gefragt. Als Meyer verneinte, habe er zunächst sich selbst, und dann ihr den Ring aufgesteckt. „Was für ein Glück, dass wir hier zusammen diesen Ring finden“, habe der Mann überschwänglich gerufen, so Meyer. „Damit wollte er wohl mein Vertrauen gewinnen.“

Ring gegen Geld

Meyer behielt den Ring, der Fremde bat sie um Geld für ein Bier. Ohne zu zögern, griff die Osnabrückerin nach ihrem Portemonnaie und holte 30 Euro heraus. „Ich wollte ihm zehn geben, aber der Mann griff beide Scheine und lief weg“, so Meyer. Sie bereut, so gutgläubig gewesen zu sein: „Normalerweise bin ich eher misstrauisch und vorsichtig, nur dieses Mal nicht.“ Bis zu diesem Zeitpunkt ging sie noch davon aus, einfach ungeschickt gehandelt zu haben.

Nachfrage im Juweliergeschäft

Das änderte sich, als sie mit dem Ring ein Juweliergeschäft in der Nähe aufsuchte. „Ich wollte wissen, ob es echtes Gold ist“, sagt sie. Doch es handelte sich nur um wertloses, poliertes Messing. Schlimmer noch: Die Verkäuferin holte aus einer Schublade eine Handvoll Ringe von der selben Art heraus. „Sie sagte mir, dass immer wieder Leute mit solchen Ringen kommen und dass es sich um eine Betrugsmasche handelt“, erinnert sich Meyer. Der Juwelier bestätigte die Geschichte auf Anfrage unserer Redaktion.

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Die Hannoveraner Polizei hat viele ähnliche Fälle in den Akten. Allerdings läuft der Betrug zumeist etwas anders ab, als es Meyer erlebt hat: Der angebliche Finder des Rings schlägt den Opfern einen Tausch vor. „Geben Sie mir einen Finderlohn, dann können Sie den Ring behalten“, beschreibt Polizeisprecher Philipp Hasse im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Hannoveraner Polizei geht davon aus, dass diese Art des Trickdiebstahls der organisierten Kriminalität zuzurechnen ist. Allerdings wurden schon länger keine Fälle in der Landeshauptstadt gemeldet. Auch Christiane Meyer hat bisher keine Anzeige erstattet. Sie sei sich unsicher, ob überhaupt ein Straftatbestand vorliege: „Ich wollte dem Mann ja wirklich Geld geben, nur eben nicht so viel.“

Polizei ist auf Anzeigen angewiesen

Die Osnabrücker Polizeisprecherin Anke Hamker widerspricht: „Es wäre viel besser, wenn in solchen Fällen Anzeige erstattet würde.“ In Osnabrück seien ihr zwar noch keine Diebstähle mit der „Ringmasche“ untergekommen. „Aber die Schmuckthematik ist auch bei uns nicht unbekannt“, sagte sie. Es hätten sich andere Betrugsopfer gemeldet, denen Uhren, Halsketten und Armbänder buchstäblich direkt vom Körper gestohlen wurden. „Die Betrüger bitten beispielsweise um eine Wegbeschreibung und zum Dank umarmen sie ihre Opfer überschwänglich“, so Hamker. Dabei komme der Schmuck abhanden. Die Sprecherin betonte, dass die Polizei bei ihrer Arbeit auf die Hilfe der Opfer angewiesen sei. Gebe es keine Anzeige, würden die Beamten schließlich erst gar nichts von den Diebstählen erfahren.

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