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Illegal im Hyde Park Karriere Marke OS: Neuerdings arbeitet Jenni Zylka für Thomas Gottschalk

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Schätzte das Kinoangebot in Osnabrück: Jenni Zylka. Was das betrifft, sei „für eine kleine Pupsstadt eine Menge los“. Foto: Fotostudio NeuköllnSchätzte das Kinoangebot in Osnabrück: Jenni Zylka. Was das betrifft, sei „für eine kleine Pupsstadt eine Menge los“. Foto: Fotostudio Neukölln

Osnabrück. Osnabrück hatte für Jenni Zylka nicht genug zu bieten. Sie zog es nach dem Abi nach Berlin, wo sie heute Journalistin, Autorin und Moderatorin ist.

Früher schrieb Jenni Zylka auf Spiegel Online launige Verrisse über die „Wetten dass..?“-Sendungen am Vorabend. Vor allem Thomas Gottschalk bekam den ein oder anderen Seitenhieb ab. Das scheint ihn nicht gestört zu haben. Im Gegenteil. Der Moderator hat Jenni Zylka als freie Autorin in seine Sendung geholt, die ab nächstem Jahr zu sehen ist.

Gottschalks Jobangebot kam per E-Mail. Jenni Zylka glaubte an einen Scherz, als sie ihr Postfach öffnete. „Haha“, schrieb sie in ihre Antwort und forderte den Absender auf, dass er sie doch anrufen solle, wenn er wirklich Thomas Gottschalk sei. Er tat es. „Er fand es anscheinend witzig, wie ich schreibe“, so Jenni Zylka.

Und so hat sie nun ein weiteres Betätigungsfeld zu ihren anderen Jobs als Journalistin, Moderatorin und Autorin. Unter anderem hat Zylka zwei Romane geschrieben („1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann“, „Beat Baby, Beat“). Sie moderiert Pressekonferenzen bei der Berlinale und saß so neben Hollywoodgrößen wie George Clooney, den sie als „höflich und respektvoll“ erlebte. Im September bekam Zylka außerdem den Deutschen Radiopreis für die „Beste Sendung“.

Osnabrück hat die 1969 geborene Zylka eher dadurch geprägt, dass sie vieles hier vermisste. „Ich habe mich schon immer für Kultur interessiert“, sagt sie. Und die sei nun mal eher in großen Städten zu finden. Auch das Osnabrücker Nachtleben war in den 80ern nicht aufregend. Wenn sie mit ihren Freunden an den „drei, vier Orten“ in der Stadt unterwegs war, wo etwas los war, traf sie immer auf Bekannte. Die hatten dann vielleicht schon eine andere Location an dem Abend ausprobiert – und immer eher enttäuscht.

Immerhin gab es den Hyde Park, den Jenni Zylka noch aus Zeiten an der Rheiner Landstraße kennt. „Ich war illegal da, weil ich noch zu jung war“, sagt sie. Auch nach dem Umzug an den Fürstenauer Weg war sie regelmäßige Besucherin. Selbst während der Woche, wenn sie Schule hatte, blieb sie bis tief in die Nacht – jedenfalls soweit sie sich erinnern kann. Im Gespräch am Telefon überlegt sie selbst: „Ich weiß gar nicht, wie ich das gemacht habe.“ Schließlich bedeutete das, dass sie an diesen Tagen nur wenig Schlaf bekam.

Die Kinoangebote in Osnabrück nutzte Jenni Zylka ausgiebig. Was das betrifft, sei „für eine kleine Pupsstadt eine Menge los“, findet sie. Die 42-Jährige erinnert sich an das Kino in der Lagerhalle und das European Media Art Festival. Beim Film ist sie geblieben: Sie sichtet Filme für die Berlinale und schreibt Drehbücher.

Auch die eine oder andere Friedensdemo nahm Jenni Zylka in Osnabrücker Zeiten mit. Für eine sprangen sie und ihre Freunde im Gymnasium „In der Wüste“ sogar aus dem Fenster. Denn eigentlich durften die Schüler nicht zur Demo und wurden deshalb eingeschlossen. Für den Sprung aus dem Fenster hatte dann sie zu büßen, weil die Lehrer dachten, sie sei als Erste gesprungen. „Ich galt zu Unrecht als Rädelsführerin“, sagt sie.

Nach dem Abitur zog es Jenni Zylka nach Berlin, wo sie erst zu studieren, dann eine Ausbildung zur Tontechnikerin anfing und wieder studierte. Osnabrück war nichts mehr für sie. Das sei „eine super Stadt, in der man viel machen kann, aber für mich war es nichts mehr“ , erklärt sie.

Heute lebt sie nach wie vor in Berlin, auch wenn sie mal zur Weihnachtsfeier der Gottschalk-Redaktion nach Köln muss. Inzwischen hat sie zwei Kinder, die vier und sieben Jahre alt sind. Beruf und Elternrolle zu vereinbaren sei „doppelt und dreifach anstrengend“, gesteht sie. „Das gilt aber auch für meinen Freund“, wie sie betont.

Nach Osnabrück hat Jenni Zylka keinen Bezug mehr, weil sie niemanden mehr hier kennt. Auch ihre Mutter, die noch bis vor einigen Jahren hier lebte, ist inzwischen nach Berlin gezogen.


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