Wels misst 165 Zentimeter 40-Kilo-Fisch im Osnabrücker Rubbenbruchsee gefangen

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. Hobbyangler Fabian Fröchtenicht aus Osnabrück hat einen rekordverdächtig großen Fisch aus dem Rubbenbruchsee gezogen. Der Wels ist 1,65 Meter lang und wiegt über 40 Kilogramm – in unserer Region eine absolute Seltenheit.

Die Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung (NWA) in Wallenhorst-Rulle spricht von einem der dicksten Fische, die jemals in ihren Vereinsgewässern gefangen wurden. Und das Einzugsgebiet der NWA – nach eigenen Angaben mit 8600 Mitgliedern Deutschlands zweitgrößter Angelverein – ist nicht gerade klein: Es erstreckt sich über 100 Quadratkilometer und reicht von Minden-Lübbecke bis Rheine sowie vom Teutoburger Wald bis Lohne/Dinklage.

„Ein Wels dieser Größe ist für unsere Gewässer außergewöhnlich“, sagte Vereinsvorsitzender Hans Macke auf Nachfrage. Nach Angaben der NWA wurde der nacht- und dämmerungsaktive Raubfisch bereits am 12. Juli 2017 im Rubbenbruchsee gefangen. Als Köder diente ein Gummifisch.

Vom Cousin überredet

Wie der seltene Fang glückte, schilderte Hobbyangler Fabian Fröchtenicht (30) am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Er sei am Mittwoch gemeinsam mit seinem Cousin Krischan Omerov-Köhne zum Angeln gegangen – und das auch nur, weil der Neunjährige ihn überredet habe. „Ich hatte zwölf Stunden Frühschicht hinter mir und wollte eigentlich ausspannen.“ Doch dazu sollte der Mitarbeiter eines großen Industriedienstleisters an diesem Abend nicht wirklich kommen – im Gegenteil. Nach drei Stunden, in denen sich laut Fröchtenicht am Wasser nichts tat, war es mit der Ruhe am Rubbenbruchsee jedenfalls vorbei.

Gegen 21.30 Uhr habe seine Rute plötzlich in Ufernähe angeschlagen. Und zwar heftig. Ihm sei der Schreck in die Glieder gefahren, als er das Tier zum ersten Mal an der Oberfläche erspäht habe, gesteht der Hobbyangler, und er sei zunächst auch skeptisch gewesen, seine fette Beute landen zu können. Was dann folgte, fasst der 30-Jährige, der bereits als Kind mit seinem Vater angeln ging, so zusammen: „Ich habe eine Dreiviertelstunde lang mit dem Fisch Tauziehen veranstaltet.“

Auf Biegen und Brechen

Buchstäblich auf Biegen und Brechen versuchte der Wels, seinem Jäger zu entkommen. Immer wieder schwamm er im Zickzack weit hinaus, nahm dem Angler dabei bis zu 100 Meter Schnur von der Rolle. Immer wieder kurbelte Fröchtenicht ihn wieder heran. Und zwar mit allergrößter Vorsicht. Denn auf einen Fisch dieses Kalibers waren der 30-Jährige und sein junger Helfer nicht vorbereitet. Auf Hecht oder Barsch hatten sie es ursprünglich abgesehen – und die Angeltasche fürs Blinkern entsprechend leicht gepackt.

Nun aber, mit einem 40-Kilo-Wels am Haken, musste sich Fröchtenicht um seine Ausrüstung ernsthaft sorgen. „Ich habe gebetet, dass das Material hält!“ Der Hobbyangler ist sicher: „Wenn ich die Bremse zugemacht hätte, wäre sofort die Rute gebrochen oder die Schnur gerissen. So ein Fisch bestraft jeden Fehler!“ Mithin sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als seinen Kontrahenten müde zu kämpfen.

Filettiert und eingefroren

Unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger, die das Treiben am Ufer verfolgt hatten, brachten er und sein Cousin den ausgedrillten Wels schließlich mit einem sogenannten Wallergriff an Land. Dabei wird der Fisch am Unterkiefer gepackt und mit den Händen aus dem Wasser gezogen. Jetzt, einige Tage nach dem kapitalen Fang, liegt der Wels bereits filettiert in der Tiefkühltruhe. Fröchtenicht: „Da wird die Familie eine Zeit lang was von haben.“


Der Osnabrücker Rubbenbruchsee ist nach Angaben der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung (NWA) rund 23 Hektar gross. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt drei Meter. Die Erlaubnisstrecke der NWA ist aber nur etwa 400 Meter lang und befindet sich am Westufer. Zu den am häufigsten gefangenen Fischen gehören den Angaben zufolge Hecht, Zander, Barsch, Aal, Aland, Schleie und Weißfisch. Bitterling und Moderlieschen als Kleinfisch seien ebenso anzutreffen, außerdem gebe es gute Muschel- und Krebsbestände.

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