Vollsperrung in der Kritik Osnabrücker Stadtwerke erwägen Tunnelbau unter Rheiner Landstraße

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Drei Meter hoch und zweieinhalb Meter breit war die Tunnelröhre, die vor zwölf Jahren unter der Lotter Straße gebohrt wurde. Ein Tunnel ist auch für die Rheiner Landstraße im Gespräch. Foto: Archiv/Gert WestdörpDrei Meter hoch und zweieinhalb Meter breit war die Tunnelröhre, die vor zwölf Jahren unter der Lotter Straße gebohrt wurde. Ein Tunnel ist auch für die Rheiner Landstraße im Gespräch. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Osnabrück. Viele Autofahrer waren empört über die Nachricht, dass die Rheiner Landstraße für drei Jahre zur Baustelle werden soll, die längste Zeit davon sogar mit Vollsperrung. Jetzt steht die Frage im Raum, ob die Kanäle nicht in einem Tunnel verlegt werden können wie vor zwölf Jahren unter der Lotter Straße. Die Stadtwerke wollen das prüfen.

750 Meter lang ist der Straßenabschnitt zwischen der Rückertstraße und der Mozartstraße, auf dem die Stadtwerke die Kanäle für Schmutz- und Regenwasser komplett erneuern wollen. Die lange Bauzeit wird vor allem mit der großen Anzahl der Hausanschlüsse begründet, die vom alten auf das neue System umgestellt werden. Und die während der gesamten Bauzeit funktionieren müssen.

Tunnel ist teurer

Mit einer ähnlichen Situation hatten es die Stadtwerke in der Lotter Straße zu tun. Wegen der Kanalarbeiten auf dem knapp 700 Meter langen Abschnitt zwischen der Bergstraße und dem Calmeyer-Platz stand ebenfalls eine Vollsperrung auf der Agenda. Aber die Geschäftsleute machten so lange Druck, bis sich die Stadt und die Stadtwerke auf das teurere Tunnelverfahren einließen.

Von beiden Seiten trieben Bergbauspezialisten eine drei Meter hohe und 2,50 Meter breite Röhre durch den Untergrund, bis sie sich im Dezember 2005 in der Mitte trafen. 500 Lkw-Ladungen Abraum mussten entfernt und mehr als 72.000 Bretter zur Sicherung der Tunnelwände eingebaut werden. Durch diesen Tunnel wurden dann die Kanäle für Schmutz- und Regenwasser verlegt. Anschließend wurden alle Hohlräume verpresst. Während der Arbeiten, die über zwei Jahre in Anspruch nahmen, konnte der Verkehr weiterhin über die Lotter Straße rollen.

Noch nicht entschieden

Ansgar Joachimmeyer von den Stadtwerken rechnete damals vor, dass die Tunnelbauweise 3,1 Millionen Euro gekostet habe – 600.000 Euro mehr als für eine offene Baugrube. Für 17.000 Autos, die täglich die Lotter Straße passierten, hätte eine drei Kilometer lange Umleitung eine Fahrstrecke von fast zwei Millionen Kilometern bedeutet – eine „Vernichtung von Volksvermögen“, wie er es formulierte.

Ob solche Überlegungen auch für die Rheiner Landstraße eine Rolle spielen, ist noch nicht entschieden. Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer sagt, in der Fachabteilung würden die zeitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen ermittelt und gegenübergestellt. Für die Abwägung brauche man aber noch Zeit. Wenn das Ergebnis vorliege, werde er die Öffentlichkeit darüber informieren.


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