Elefantenbaby erstmals draußen „Ist der süß!“ – Minh-Tan neuer Star im Zoo Osnabrück

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Osnabrück. Er ist erst etwas mehr als eine Woche alt, aber schon ein kleiner Star: Elefantenbaby Minh-Tan wurde am Donnerstag bei seinem ersten Ausgang ins Gehege von den vielen Besuchern des Osnabrücker Zoos angeschwärmt. Der Kleine selbst schwärmt nur für eine: seine Mama.

„Minh-Tan entwickelt sich super, er ist aktiv, trinkt viel, ist aufmerksam und fängt an zu spielen“, berichtet Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Zoo-Mitarbeiter, über die erste Woche des kleinen Elefanten, der mittlerweile schon 124 Kilogramm wiegt. Mit dem Rüssel sei er noch etwas ungeschickt, aber nach und nach werde er ihn unter Kontrolle bekommen, ist sich Wulftange sicher.

„Das Elefantenbaby hängt vor allem sehr an seiner Mutter Douanita. Und das ist buchstäblich gemeint. Als er mit ihr das Gehege betritt, lehnt er sich beim Gehen fast an sie, und als die Elefanten-Mutter Heu frisst, versucht der Kleine immer wieder unter ihren Bauch zu kommen – das scheint sein Lieblingsplatz zu sein. Douanita gehe in ihrer Mutterrolle auf, meint Wulftange. „Sie hat überall ihre Augen drauf.“ Andererseits könne sich Minh-Tan aber auch frei bewegen. Douanita sei „keine Helikopter-Mama“.

Große Schwester fühlt sich zurückgesetzt

Dafür ist Sita jetzt nicht mehr die Nummer Eins für Douanita. Wulftange würde nicht sagen, dass vierjährige Tochter von Douanita eifersüchtig ist. Aber die Zurücksetzung empfindet sie wohl als nicht so angenehm. „Wir hören jetzt manchmal Elefantenschreie aus dem Haus“, erzählt Wulftange. Dann posaunt Sita anscheinend ihren Unmut heraus. Ihren kleinen Bruder hat sie aber offenbar trotzdem ins Herz geschlossen. Obwohl sie sich im Gehege etwas abseits hält, lässt sie ihren Rüssel zärtlich über Minh-Tan gleiten, als der einmal kurz zu ihr herübertapst. Dann geht es aber sofort zurück zur Mama.

Minh-Tan sei jetzt in der Lage, das Gehege zu erkunden, weil er nun besser laufen kann, sagt Wulftange. Mit den Elefantenbullen Luka, Shanti und Shahrukh haben es bislang nur durch den Zaun Rüsselkontakt gegeben. Aber das sei auch in der Natur so üblich, da die Bullen in so genannten „Junggesellengruppen“ unter sich leben, wie Wulftange erklärt.

„Ist der süß...!“

Die Zoo-Mitarbeiter beobachten die Entwicklung, das Trinkverhalten und den körperlichen Zustand von Minh-Tan intensiv. Das können nun auch die Besucher des Tierparks besser, da sich der kleine Elefant inzwischen gut auf den Beinen halten kann – wenn er nicht gerade mal eine Pause einlegt und sich zum Schlafen hinlegt. Als sich Minh-Tan am Mittwochvormittag auf der Außenanlage aufhält, ist von allen Seiten immer wieder die Aussage „Ist der süß…!“ zu hören. Minh-Tan ist der neue Star im Zoo, vor allem für die Kinder.

Zoo als Arche Noah

Langfristig soll das am 4. Juli geborene Tier der Grundstein für eine Elefantenzucht im Osnabrücker Zoo sein. Er gehört zu den asiatischen Elefanten, deren natürlicher Lebensraum mehr und mehr bedroht ist. Sie sind daher vom Aussterben bedroht. Zoodirektor Prof. Dr. Michael Böer hat deswegen am Tag nach Minh-Tans Geburt von einer „Arche-Noah-Funktion“ gesprochen, die der Zoo Osnabrück nun innehabe. Die Zucht asiatischer Elefanten in Tierparks sei ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser Elefantenart.

(Weiterlesen: Erster Elefant im Zoo geboren – Baby Minh-Tan ist wohlauf)


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