Dämpfer für Initiativen Kein Halbstundentakt für Haller Willem in Sicht

Von Sebastian Stricker

Eine Regionalbahn der Linie RB 75 (Haller Willem) verlässt den Osnabrücker Hauptbahnhof Richtung Bielefeld. Bis Halle und zurück fährt sie nur stündlich. Foto: Michael GründelEine Regionalbahn der Linie RB 75 (Haller Willem) verlässt den Osnabrücker Hauptbahnhof Richtung Bielefeld. Bis Halle und zurück fährt sie nur stündlich. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der neue Bahnhalt am Rosenplatz in Osnabrück kommt erst in ein paar Jahren, und für eine Ausweitung des Halbstundentakts auf der Haller-Willem-Strecke fehlt die Nachfrage. Das und mehr teilen regionale Initiativen unter Berufung auf die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) mit.

Im besten Fall sei ab 2020 mit einer Inbetriebnahme des Bahnhaltes am Osnabrücker Rosenplatz zu rechnen, heißt es in einer mit der Planos abgestimmten Mitteilung der Initiativen zum Sachstand verschiedener Projekte aus dem OS-Bahn-Konzept 2025. Gegenwärtig seien die Stadt Osnabrück und die Deutsche Bahn dabei, für den Bahnhalt Rosenplatz eine Planungsvereinbarung abzuschließen. Die genaue Lage des Bahnsteigs zwischen Iburger Straße und Sutthauser Straße werde noch geprüft.

Eher schlecht sieht es dagegen den Angaben zufolge für einen durchgehenden Halbstundentakt auf der Haller-Willem-Strecke (Osnabrück–Bielefeld) aus. Die Aufgabenträger und Besteller des Schienennahverkehrs in Hannover und Bielefeld hätten noch keine ausreichende Nachfrage ermittelt, berichten die Initiativen. Bislang gibt es dieses dichte Angebot nur auf dem nordrhein-westfälischen Teilstück, sprich von Bielefeld bis Halle.

Wird die Teutobahn-Linie Münster–Osnabrück verlängert?

Wie das jüngste Treffen von Planos und Initiativen Ende Juni in Osnabrück außerdem ergeben habe, biete es sich zur Reaktivierung des Bahnhaltes in Vehrte nach derzeitigem Stand vor allem an, Linien aus südlicher Richtung über den Osnabrücker Hauptbahnhof hinaus bis Vehrte zu verlängern. Dafür komme etwa die Regionalbahn-Linie RB 66 aus Münster („Teutobahn“) in Betracht. Laut der Mitteilung müssten allerdings die möglichen Fahr- und Wendezeiten noch genauer berechnet werden, außerdem seien entstehende Betriebskosten und Realisierungschancen weiterer Halte zu berücksichtigen. Die Anzahl der zu erwartenden Fahrgäste ab Vehrte liege nach bisheriger Schätzung bei 150 bis 200 täglich.

Bei der geplanten Reaktivierung des Bahnhaltes in Alfhausen spreche vieles für einen Standort nördlich des bisherigen Bahnhofes im Bereich Gartenstraße. Erforderlich seien aber wohl Änderungen am Bahnübergang. Für Fahrplananpassungen und eine Sicherstellung der Anschlüsse in Bramsche sei die Schließung und technische Sicherung von Bahnübergängen auf der Strecke Bramsche – Rieste – Neuenkirchen hilfreich, heißt es. Weitere Erkenntnisse darüber, wie der Bahnhalt Alfhausen in den Taktfahrplan integriert werden kann und in welchem Umfang die Streckeninfrastruktur ausgebaut werden muss, seien im Herbst vonseiten der DB und der Landesnahverkehrsgesellschaft zu erwarten.

Entscheidung über Tecklenburger Nordbahn im nächsten Jahr?

Hinsichtlich der Realisierung der Tecklenburger Nordbahn zwischen Recke und Osnabrück müsse auf verkehrspolitische Aussagen der neuen NRW-Landesregierung (CDU/FDP) geachtet werden. Eine Anmeldung des Projekts für den maßgeblichen ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW, über den voraussichtlich 2018 entschieden werde, sei bereits erfolgt.