Papier-und-Bleistift-Trick Osnabrücker Seniorin in Wohnung von unbekannten Frauen bestohlen

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Die Polizei rät, besonders misstrauisch und vorsichtig zu sein, wenn Unbekannte vorgeben, in einer Notlage zu sein und die Wohnung betreten wollen. Symbolbild: dpaDie Polizei rät, besonders misstrauisch und vorsichtig zu sein, wenn Unbekannte vorgeben, in einer Notlage zu sein und die Wohnung betreten wollen. Symbolbild: dpa

Osnabrück. Eine über 80 Jahre alte Frau ist in ihrer Wohnung von unbekannten Frauen bestohlen worden. Sie verschafften sich mit einem Trick Zugang zu den Räumlichkeiten.

Laut Polizei öffnete die Seniorin gegen 10 Uhr einer unbekannten Frau die Tür ihrer Wohnung am Luhrmannsweg. Die Unbekannte sagte, dass sie im Haus jemanden besuchen wollte, aber ihr nicht geöffnet worden sei. Sie fragte dann nach einem Zettel, um eine Nachricht zu hinterlassen.

Als die ältere Dame sich umdrehte, um den Zettel zu holen, folgte ihr die Unbekannte in die Wohnung. Kurz darauf erschien eine weitere Frau.

In Küche gedrängt

Zusammen drängten die beiden Frauen die Rentnerin in die Küche und hinderten sie daran, ihre Wohnung im Blick zu behalten. Schließlich gelang es der Seniorin, die Unbekannten aus der Wohnung zu bekommen. Die beiden entfernten sich zu Fuß in Richtung Hunteburger Weg. Später stellte die Seniorin fest, dass ihr Schmuck gestohlen wurde.

Laut Polizei werden die Frauen wie folgt beschrieben: Eine der Frauen ist 30 bis 40 Jahre alt, ungefähr 1,70 Meter groß, schlank und hat kurze, dunkle Haare. Sie sprach Deutsch mit leichtem Akzent. Die zweite Frau ist etwa 40 bis 45 Jahre alt, circa 1,60 Meter groß, korpulent und hat kurze, zurückgekämmte dunkelblonde Haare. Die Polizei bittet um Hinweise unter 0541/327-2215 oder 327-3203.

Warnung vor Tricks

Zudem warnt die Polizei Osnabrück davor, Fremde in die Wohnung zu lassen. Häufig täuschen die Diebe ihre Opfer, um sich dennoch den Zutritt zur Wohnung zu verschaffen.

Alle bekannten Tricks lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen:

  • Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.
  • Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter zum Betreten der Wohnung berechtigt.
  • Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt.

Beim Trickdiebstahl an der Haustür werden viele Maschen angewandt:

  • der „Glas-Wasser-Trick“: Täterinnen täuschen Schwangerschaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und fragen nach einem Glas Wasser.
  • der „Papier-und-Bleistift-Trick“: Täter wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibgelegenheit in der Wohnung. Oder sie bitten das Opfer die Nachricht zu schreiben.
  • der „Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick“: Täter wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen oder ein Geschenk abgeben. Dabei drängen sie drauf, die Blumen zu versorgen oder das Geschenk selbst zu verwahren.

Weitere vorgetäuschte Notlagen verbinden sich mit der Bitte,

  • wegen eines Wasserschadens im Haus nach einem Rohrbruch in der Wohnung suchen zu dürfen.
  • auf dem Balkon seinen entflogenen Vogel oder seine entlaufene Katze einfangen zu dürfen.
  • wegen einer Autopanne, eines Unfalls oder einer Erkrankung das Telefon benutzen zu dürfen.
  • die Toilette benutzen zu dürfen.
  • ein Baby zu wickeln oder zu füttern.

Laut Polizei sind die Täter sehr erfinderisch und nicht selten schauspielerisch begabt. Es dürfte also über die Aufzählung hinaus noch weitere Tricks geben.


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