Neue Investitionen geplant Weniger Kündigungen bei KME Osnabrück als angekündigt

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Bei KME in Osnabrück wird es weniger Kündigungen geben als noch im Februar angekündigt. Foto: Michael GründelBei KME in Osnabrück wird es weniger Kündigungen geben als noch im Februar angekündigt. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Gute Nachrichten für einige KME-Mitarbeiter in Osnabrück: Weniger als 50 statt der im Februar angekündigten 86 Mitarbeiter sollen ihre Kündigung erhalten. Zusätzlich will das Unternehmen im kommenden Jahr offenbar weitere 11,7 Millionen Euro in den Standort Osnabrück investieren.

Im Februar hatte das Unternehmen angekündigt, 86 Stellen im Sonderfertigungsbau zu streichen, der Teile für Öl- und Gasförderanlagen im Offshore-Bereich produziert.

Weniger Stellenabbau

Bei der nicht öffentlichen Betriebsversammlung am Mittwoch erfuhren die Mitarbeiter, dass der Betriebsrat den Stellenabbau nach „zähen Verhandlungen“ auf unter 50 Arbeitsplätze reduzieren konnte, sagt Stephan Soldanksi von der IG Metall im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ein riesen Erfolg. Der Betriebsrat hat aus Sicht der IG Metall einen verdammt guten Job gemacht“, sagt der Gewerkschafter.

Erreicht werden soll das mit einem Sozialprogramm, das unter anderem Altersteilzeit und ein freiwilliges Ausscheiden vorsieht. „Kündigungen wird es dennoch geben“, sagt Soldanski.

KME bestätigt weniger als 50 Stellen

Julia Görtemöller, Leiterin der Personalabteilung, bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion, dass in der Summe 67 Stellen gestrichen werden. Durch etwa innerbetriebliche Versetzungen seien es letztlich unter 50 Betroffene, die eine Kündigung erhalten und in eine Transfergesellschaft wechseln können. Momentan befinde man sich aber noch in einer Beratungsphase, sagt Görtemöller.

Der Betriebsrat war für eine Bestätigung und Stellungnahme nicht zu erreichen.

11,7 Millionen Euro an Investition geplant

Ferner will KME offenbar im kommenden Jahr zusätzliche 11,7 Millionen Euro investieren, wie unsere Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. Das Geld solle in verschiedene Bereiche fließen, auch eine neue Anlage sei geplant. Eine offizielle Bestätigung für diese Informationen war für unsere Redaktion am Mittwoch nicht zu erhalten, da die Unternehmensleitung am Nachmittag nicht mehr zu erreichen war.

Aussicht weiterhin nicht positiv

Trotz der vergleichsweise guten Neuigkeiten sei die Stimmung bei der Betriebsversammlung „verhalten“ gewesen, sagt Soldanski. Denn derzeit gebe es keine Aussicht auf Besserung der Lage, die wirtschaftliche Flaute halte an.

KME hatte den Stellenabbau im Februar mit einer schwachen Auftragslage im Sonderfertigungsbau begründet und gesagt, der Stellenabbau betreffe alle Bereiche von der Produktion bis zur Verwaltung. Hintergrund ist der niedrige Ölpreis, weswegen die Offshore-Branche nicht großartig investiere, dementiert auch die IG Metall nicht.

Kritik von IG Metall und Betriebsrat

Betriebsrat und IG Metall halten einen Stellenabbau dennoch für den falschen Weg und hatten die Unternehmensleitung im Februar aufgefordert, andere Lösungen zu suchen. Der Betriebsratsvorsitzende André Lücke hatte im Februar seine Kritik an der italienschen Konzern-Geschäftsführung wiederholt und von „inkompetenten Vorständen“ gesprochen, die „keine Ahnung von den Märkten“ hätten.

Die KME Germany GmbH & Co. KG ist eine hundertprozentige Tochter der italienischen Intek Group Spa mit Sitz in Mailand. 15 Produktionsstandorte hat das Unternehmen weltweit. Im Hauptsitz an der Klosterstraße in Osnabrück arbeiten zurzeit noch rund 1650 Menschen. Bereits 2015 hatte KME 340 Stellen gestrichen und Kündigungen ausgesprochen.


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